Tag-Archiv für 'geschichte'

Wutpilger Streifzüge 08-2019

Die Geschichte der Antifaschistischen Aktion, die Geschichte des Bauhauses, die Geschichte der Arbeiter Illustrierten Zeitung, die Geschichte der Bayerischen und der Ungarischen Räterepublik … Immer wieder findet im Rahmen der Sendereihe „Wutpilger-Streifzüge“ eine Auseinandersetzung mit Geschichte statt – insbesondere mit einem Fokus auf die Geschichte der Arbeiterbewegung. In dieser Ausgabe der Sendereihe „Wutpilger-Streifzüge“ wird den Fragen nachgegangen, welchen Sinn eine Auseinandersetzung mit Geschichte überhaupt macht, welche Motivation und welche Interessen hinter dem Drang zu historischer Auseinandersetzung stehen, warum ein einfach lineares Geschichtsbild abzulehnen ist… Im Feature sind zu hören: Marlene Pardeller, Lilli Helmbold und Julian Kuppe.

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Wutpilger Streifzüge 06-2019

Die letzte Ausgabe der Sendereihe Wutpilger-Streifzüge hat sich mit dem linkskommunistischen Theoretiker, Philosophen und Aktivisten Karl Korsch auseinandergesetzt. Ich habe dafür mit Felix Klopotek über Leben, Werk, Grundmotive und Organisationsversuche Karl Korschs gesprochen. Jenseits der Sendung ist das Gespräch Teil einer dreiteiligen Interview-Serie mit Felix Klopotek, in dem es um „Revolutionäre Theorie am Nullpunkt“ und die Linie Karl Korsch / Amadeo Bordiga geht. Die einzelnen Interviews können hier nachgehört werden:

    1) Karl Korsch – Theoretiker des linken Kommunismus
    2) Amadeo Bordiga – Theoretiker des linken Kommunismus
    3) Revolutionäre Theorie am Nullpunkt – Korsch-Bordiga.

Zahlreiche Texte von Bordiga in deutscher Übersetzung gibt es hier. Das Hauptwerk von Korsch, „Philosophie und Marxismus“, gibt es bei kommunismus.narod.ru zum Download. Die in der Sendung besprochenen „Züricher Thesen“ (im Original: „Zehn Thesen über Marxismus heute“) gibt es hier zum Nachlesen. Musik in der Sendung: Lifted | Roberto Crippa.

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Wutpilger Streifzüge 02-2019

Eine Sendung über die Geschichte der „Arbeiter-Illustrierten-Zeitung“, die von 1921 bis 1938 erschienen ist – ab 1936 umbenannt in „Volks-Illustrierte“. Erst war sie eine Illustrierte Zeitung der Weimarer Republik – später ein Exilblatt. Immer versuchte sie, ein internationales Publikum anzusprechen. Herausgegeben und maßgeblich geprägt wurde sie von Willi Münzenberg. Wie die Arbeiter Illustrierte Zeitung entstand, was das besondere an dieser Illustrierten gewesen ist und welche Formen von Gegenöffentlichkeit hier entstanden sind – darum geht es in der Sendung. Mit einigen Ausführungen zur AIZ hört ihr Lilli Helmbold – musikalisch zu hören ist das Globe Unity Orchestra und Juan Hidalgo.

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Alte und neue soziale Bewegungen

Ich wollte hier sowieso einmal auf die Zeitschrift Arbeit – Bewegung – Geschichte hinweisen – eine Zeitschrift, die früher JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung hieß. Darin sind immer wieder sehr lesenswerte und inspirierende Texte enthalten – nicht nur für das geschichtswissenschaftliche Fachpublikum. Den HerausgeberInnen gelingt es immer wieder, aktuelle Forschungsarbeiten zu spannenden Themenschwerpunkten zusammenzutragen. Kürzlich habe ich mit Ulf Teichmann ein Interview geführt, der gemeinsam mit Christian Wicke für den Themenschwerpunkt der Ausgabe 2018/III verantwortlich gewesen ist: Alte und neue soziale Bewegungen. Im Interview haben wir uns dem Begriff der „Neuen Sozialen Bewegungen“ angenähert, ich habe ihn zum Forschungsstand, zu den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ihrer Entstehung, ihren Beziehungen zu 1968 und zur „alten“ Arbeiterbewegung befragt. Was die Arbeit – Bewegung – Geschichte überhaupt ist, habe ich David Bebnowski (einen der Mitwirkenden) einmal hier gefragt.

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Die Novemberrevolution in Halle

Anlässlich der 100. Jährung der Novemberrevolution hat sich im letzten Jahr die Oktober/November-Ausgabe der Radio-Corax-Programmzeitung diesem Thema gewidmet. Ich habe dafür einen kurzen Text über die Novemberrevolution in Halle veröffentlicht. Das Transit-Magazin hat diesen Text online veröffentlicht. Parallel zur Programmzeitung habe ich im tagesaktuellen Programm von Corax verschiedene Gespräche über die Novemberrevolution geführt, die sich hier aufgelistet finden. Hervorheben möchte ich das Interview mit Ralf Hoffrogge über Richard Müller (siehe dazu auch die Wutpilger-Ausgabe), das Gespräch mit Daniel Kulla und das Interview mit Thies Marsen über „100 Jahre Freistaat Bayern – 100 Jahre NSU“ – wobei ich natürlich alle anderen Beiträge auch hörenswert finde. Die Gesprächsserie findet Anfang dieses Jahres ihren Fortgang.

ZENTRUM DER RÄTEBEWEGUNG?

Kurzes zur Geschichte der Novemberrevolution
in Halle und Umgebung

Um die Jahrhundertwende war Halle-Merseburg zu einem bedeutenden Industriezentrum geworden. Die Schnelligkeit und Brutalität der Industrialisierung und die Arbeitsmigration aus dem ganzen Reich führten bald zu einer Radikalisierung des noch im Entstehen begriffenen Proletariats. Halle hatte eine sehr mitgliederstarke Organisation der SPD, die über großen Einfluss in den Belegschaften verfügte und dem linken Flügel der Sozialdemokratie angehörte. Die hallische SPD hatte enge Kontakte zu Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Franz Mehring und solidarisierte sich mit denjenigen Abgeordneten der SPD, die gegen die Kriegskredite gestimmt hatten. So wie diese aus der Reichstagsfraktion wurde die hallische Bezirksorganisation im März 1916 aus der SPD ausgeschlossen. Kurz darauf trat die heimatlose hallische Parteiorganisation nahezu geschlossen der USPD bei, die von den Kriegsgegnern innerhalb der SPD gegründet worden war. Auch innerhalb der USPD galt der hallische Verband als besonders links und es bestanden Kontakte zur 1914 gegründeten „Gruppe Internationale“ (ab 1916 „Spartakusbund“). Trotz der Nähe dieser Fraktionen innerhalb der Arbeiterbewegung gründete sich auch in Halle 1919 ein Ortsverband der KPD, woraufhin USPD und KPD in einem Konkurrenzverhältnis standen. (mehr …)