Archiv der Kategorie 'Veranstaltung'

KSR – aktuelle Veranstaltungen

Ich verweise hier auf das Interview, das ich der Sendung Reibungspunkt über Kunstautonomie und Avantgarde, sowie über die gegenwärtigen Veranstaltungen der Reihe „Kunst, Spektakel und Revolution“ gegeben habe. Im Interview habe ich unzulässigerweise Kunst der Neuzeit und Moderne viel zu wenig voneinander differenziert – man möge es mir verzeihen, es war halt ein Interview:


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Und damit verweise ich auf die nächsten KSR-Veranstaltungen:
23.10.2011 – Tagesseminar mit Martin Dornis zur materialistischen Theorie der Musik
27.10.2011 – Vortrag von Christopher Zwi über Sehen und Bildlichkeit in der Gesellschaft des Spektakels

Notizen

■ In Erfurt hat kürzlich ein unterstützenswertes Laden-Projekt mit dem Namen „Veto“ eröffnet (Pressemitteilung), das gleich zu mehreren Veranstaltungen im Rahmen der „Hände-hoch-Haus-her“-Tage lädt.

■ Zu einem Vortrag zur Kritik der realexistierenden Demokratie laden das BiKo und die Offene Arbeit Erfurt am 07.04. ab 20:30 Uhr – Link.

■ Außerdem gibt es am 12.04. ab 18:00 Uhr einen Vortrag über „Leben ohne Staat und Arbeit – bolo-bolo, eine Utopie“ im Predigerkeller in Erfurt. [Ich habe kürzlich hier einen Text von p.m. – dem Autoren des Buches „bolo-bolo“ – dokumentiert.]

KSR-Veranstaltungen 2011

Die beiden ersten Termine des Programms der Veranstaltungsreihe „Kunst, Spektakel und Revolution“ in diesem Jahr sind nun online:

»Es rette uns die Kunst!?«
Lukas Holfeld – 31.03.2011 – 20:00 Uhr, ACC Galerie Weimar

Von René Descartes bis Immanuel Kant hat sich in der bürgerlichen Philosophie ein Denken durchgesetzt, welches Geist und Sinnlichkeit nur in absoluter Entgegensetzung auffassen kann: geistige Erkenntnis hat sinnlicher Evidenz zu misstrauen, Vernunft besteht in der Beherrschung jeder sinnlichen Natur. Doch die bürgerliche Philosophie reflektiert bald selbst, dass mit der Herabsetzung der Sinnlichkeit etwas nicht in Ordnung ist: Friedrich Schiller fasst in den „Briefen zur ästhetischen Erziehung des Menschen“ die Ästhetik als eine philosophische Disziplin, in der sich Sinnlichkeit und geistige Erkenntnis nicht gegenseitig zu zerstören trachten. Kunst ermöglicht hier einen entsprechenden Erfahrungsraum, in dem Sinn und Verstand spielerisch ineinander greifen. Von dieser Erfahrung und dem Ideal der Kunst ergriffen soll die Menschheit in ein besseres Zeitalter gelangen – so marschierten die deutschen Soldaten mit Goethe und Schiller im Handgepäck in den ersten Weltkrieg. Die Avantgardisten antworteten mit dem Vorhaben, die Kunst zerstören zu wollen. Der Vortrag möchte anhand dieser Geschichte der Kunst einige Überlegungen zum Verhältnis von Kunst, Kritik und Sinnlichkeit anstellen.

Kunst und Geschmack
Bersarin – Do, 21.04.2011 – 20:00 Uhr, ACC Galerie Weimar

Der Begriff „Geschmack“ lässt sich in mehrfacher Wortbedeutung verstehen: einmal als Geschmack, welcher auf der unmittelbar sinnlichen Ebene funktioniert – also innerhalb unserer fünf Sinne in der Weise des Schmeckens als passives Vermögen – und als Geschmack in der Bedeutung der stil- und empfindungssicheren Beurteilung bzw. der distinktiven Wertung von aisthetischen und lebensweltlich begegnenden Gegenständen. Hier fungiert Geschmack als aktives Vermögen. Dabei fallen Kunstwerke als spezielle Objekte unter die zweite Bedeutung von Geschmack. Philosophie, Soziologie und die Ästhetik beschäftigen sich in der Regel mit diesem zweiten Aspekt, der dem Geschmack zugrunde liegt. Die Felder reichen vom Kantischen Geschmacksurteil, der Analyse subjektiver Empfindungen bzw. der Idiosynkrasien über den Dandy- und Bohème-Begriff des 19. Jahrhunderts, der Ästhetik Adornos, deren Fokus auf dem Kunstwerk selbst liegt, bis hin zur Konzeption Bourdieus, in welcher der Geschmack als Phänomen der sozialen Ab- und Ausgrenzung interpretiert wird.

Zunächst soll im historischen Rückgriff die Bedeutung aufgezeigt und ein skizzenhafter Überblick zum Geschmack sowie dem ihm innewohnenden emanzipatorischen Potential gegeben werden, das diesem Begriff in der sich entfaltenden bürgerlichen Gesellschaft des 18. und 19. Jahrhunderts zugrunde liegt. Geschmack konzipierte sich im 18./19. Jahrhundert als eine Möglichkeit von (bürgerlicher) Autonomie jenseits feudaler Fesseln und Reglementierungen und ist als Form der bürgerlichen Selbstvergewisserung auch parallel zum ästhetischen Moment zentrale Kategorie. Es kam diesem Begriff ein objektiver Gehalt zu, der sich unter spätmodernen bzw. -kapitalistischen Bedingungen kaum noch revitalisieren lässt und dort lediglich subjektiv konnotiert ist: Jenes „De gustibus non est disputandum“ gibt mittlerweile die (auch ästhetische) Ideologie des herabgesunkenen Bürgertums ab. Dieser verschüttete objektive Gehalt soll in seinen Grundzügen dargestellt werden, um von dort zur Gesellschaftstheorie sowie zur Ästhetik Adornos überzuleiten. In seiner Ästhetik erfährt der Geschmacksbegriff eine grundsätzliche Kritik, welche einerseits geschichtsphilosophisch, andererseits aber immanent ästhetisch motiviert ist.

Nachdem diese Kritik Adornos kurz dargestellt wurde, soll anhand seiner Ästhetik sowie der Gesellschaftskritik zur sinnlichen Komponente des Geschmacks als Schmecken übergeleitet werden. Dass diese erste Bedeutung des Geschmacksbegriffs genauso ein Feld für die Philosophie und Ästhetik abgeben kann – und dies jenseits der Restaurantkritik oder einer schlechten Unmittelbarkeit – zeigt etwa Prousts „Recherche“: Im Moment des Schmeckens, nachdem der Protagonist jene legendäre Madeleine in den Lindenblütentee tauchte und das Gebäck verspeiste, geschieht jener Vorgang, welcher mit dem Begriff der memoire involontaire verbunden ist. Im Schmecken, im Moment unmittelbarer Sinnlichkeit evoziert sich ein Anderes. In diesem Zusammenhang möchte ich Aspekte aus Detlev Claussens Aufsatz „Kleine Frankfurter Schule des Essens und Trinkens“ aufgreifen und die darin entfalteten Ansätze von Geschmack und Kritischer Theorie in den Zusammenhang mit Adornos „Meditationen zur Metaphysik“ bringen. Denn auch in jenem letzten Teil der „Negativen Dialektik“ geht es um ein sinnliches Moment der Philosophie. Diesem kann zwar innerhalb einer Theorie kein Prius eingeräumt werden, da dialektisches Denken sich nicht auf eine Seite der Opposition schlägt, doch ist es im Rahmen von Kritischer Theorie auch nicht auszuscheiden. „Nur im ungeschminkt materialistischen Motiv überlebt Moral“, so schreibt Adorno in den „Meditationen“. Dieser Satz lässt sich zugleich im Hinblick auf die Philosophie insgesamt ergänzen, ohne dabei jedoch eine Philosophie der reinen Sinnlichkeit zu kultivieren. Es soll aufgezeigt werden, dass Adornos Philosophie jenes vielfach aus dem Kanon der Philosophie abgesonderte Moment der Sinnlichkeit durchaus aufnimmt. Dies zeigt sich neben den „Meditationen“ auch in seinen „Minima Moralia“ , sowie über die Begriffe des Impulses oder des Somatischen, um dadurch eine Passage hin zu einer Theorie unreglementierter Erfahrung zu öffnen.

Candide oder das Hoffen lernen

Hörspielabend und Gespräch nach einer satirischen Erzählung von Voltaire
17. Februar 2011 – Sächsischer Bahnhof, Gera – Erfurtstraße 19 – 19:00 Uhr
BaD / BiKo

Wenige Jahre nachdem der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz seine grundsätzliche Überlegung publiziert hatte, dass diese Welt trotz all ihrer Übel die beste aller möglichen Welten sei, wurde Lissabon von einem verheerenden Erdbeben zerstört, bei dem es zu 100.000 Toten kam. Dieses Ereignis verarbeitete der französische Aufklärer Voltaire in einer seiner bekanntesten Erzählungen „Candide oder der Optimismus“. Der optimistische Protagonist Candide wird in dieser Geschichte mit den grausamsten Übeln der Welt konfrontiert – und kann trotzdem nicht aufhören zu hoffen. Es handelt sich bei dieser Erzählung um einen satirischen Schlag gegen Leibniz und den Optimismus – in ihrer beißenden Ironie ist es eine Klage gegen vermeidbares Leiden und eine Polemik gegen die unkritische Genügsamkeit der Philosophen.

Nach einer kurzen Einleitung zu Voltaire und dem Verhältnis von Optimismus, Pessimismus und negativem Denken wollen wir eine Hörspielbearbeitung von „Candide oder der Optimismus“ hören und anschließend darüber diskutieren.

via BiKo

Audio-Feature „Unsereiner Kriegsundführerkinder“

In ihrem Roman „Unsereiner Kriegsundführerkinder“ erzählt Heike Schmitz von einer Kontinuität des Nationalsozialismus, die als Haltung, Ich-Zurichtung, Wir-Halluzination und Trauma über die Generationen hinweg weiter gegeben wurde. Die Wiederkehr des Verdrängten äußert sich in diesem Roman, der weniger Erzählung, viel mehr Traumbild ist, in einer rasanten Geschwindigkeit der Sprache – es ist zum einen das leere Vorwärts des Wiederaufbaus, zum Anderen das plötzliche, blitzhafte Aufbrechen von Erinnerungen; eine traumartige Gleichzeitigkeit von Stillstand und Raserei. Am kommenden Freitag, den 03. Dezember 2010, wird Heike Schmitz in der ACC Galerie Weimar aus ihrem Buch lesen. Wir haben uns mit ihr getroffen und uns mit ihr über „Unsereiner Kriegsundführerkinder“ unterhalten:

Download

Heike Schmitz liest aus »Unsereiner Kriegsundführerkinder«

Am Freitag den 03.12.2010, um 20:00 Uhr in der ACC Galerie Weimar:

In ihrem Roman „unsereiner Kriegsundführerkinder“ erzählt Heike Schmitz von einer Kontinuität des Nationalsozialismus, die als Haltung, Ich-Zurichtung, Wir-Halluzination und Trauma über die Generationen hinweg weiter gegeben wurde. Die Wiederkehr des Verdrängten äußert sich in diesem Roman, der weniger Erzählung, viel mehr Traumbild ist, in einer rasanten Geschwindigkeit der Sprache – es ist zum einen das leere Vorwärts des Wiederaufbaus, zum Anderen das plötzliche, blitzhafte Aufbrechen von Erinnerungen; eine traumartige Gleichzeitigkeit von Stillstand und Raserei: „Es bedurfte eines Erzähler-Ichs, das, alle Distanz preisgebend, die geahnte Kontinuität zwischen NS-Zeit und Nachkriegszeit verkörperte in einer halluzinatorisch an eine stillgestellte Gegenwart gebannten Gestalt, die sich restlos und bedingungslos mit der Bewegung identifizierte, in die ihre Eltern als Kinder hineingestellt worden waren, und die diese wie ihre Generationsgenossen bruchlos in die Zeit danach hinübergenommen hatten, so den Wiederaufbau meisternd, Erfolge auf Erfolge häufend, dabei letztlich ziellos handelnd – reine Bewegung des zerstörenden Wiederaufbaus und der aufbauenden Zerstörung“ (Peter Bürger).

Heike Schmitz ist zur Zeit Stipendiatin des Weimarer Friedrich-Nietzsche-Kollegs und arbeitet dort zu Elisabeth Förster-Nietzsche.

Veranstaltungshinweise: Erinnern an die Reichspogromnacht | Antifa-/Antira-Ratschlag

Wie auch im vergangenen Jahr haben wir, ein lockerer Zusammenschluss aus Weimarer Antifaschist_innen, beschlossen eine Kundgebung zum Gedenken an die Reichspogromnacht zu organisieren. Dieses mal jähren sich die grausamen, im Volksmund häufig als „Kristallnacht“ bezeichneten Stunden zum 72. mal. Sie gelten als entgültiger Beginn der Shoa, dem Völkermord an den Juden, der 11,4 Millionen Opfer forderte. In jener Nacht brannten in etlichen deutschen Städten Synagogen, jüdische Betstuben und Geschäfte, unzählige jüdische Friedhöfe und Wohnungen wurden angegriffen, viele Juden und Jüdinnen ermordet und dies alles vor den Augen Millionen deutscher Bürger, die sich, anstatt dafür zu sorgen, dass das grausame Spektakel endlich ein Ende hat, selbst an den „Krawallen“ beteiligten oder wenigstens sprachlos zusahen. Auch in Weimar hat es übrigens Pogrome gegeben …

Weil der 9.November in Deutschland allerdings kollektiv als „Tag des Mauerfalls“ gefeiert wird, gerät das Gedenken an die Vorfälle des 9.11.1938 häufig in Vergessenheit. Ein weiterer Grund, Präsenz zu zeigen, ist der weltweit ausgeprägte und in unzähligen Köpfen verankerte Antisemitismus, gegen den es alltäglich anzukämpfen gilt.

Am 9.November möchten wir an die Reichspogromnacht erinnern. Beteiligt euch und kommt zwischen 15 und 19 Uhr auf den Theaterplatz in Weimar!

Gegen jeden Antisemitismus! Nie wieder Deutschland, nie wieder Faschismus!

Weitere Informationen auf erinnernandiereichspogromnacht.blogsport.de

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Zum Programm

TEENITUS

Der Augenblick der Erkennbarkeit

Hier noch einmal der Hinweis auf die Veranstaltung mit Peter Bürger, in der nächsten Woche, am 07.10. um 20:00 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum Mon Ami Weimar:

„In Jeder Epoche muß versucht werden, die Überlieferung von neuem dem Konformismus abzugewinnen, der im Begriff steht, sie zu überwältigen.“ Benjamins Satz aus seinen Thesen „Über den Begriff der Geschichte“ gilt auch für die Avantgardebewegungen. Ausgehend von einer Kritik an neuerdings zu beobachtenden Tendenzen, die Unterscheidung zwischen Avantgarde und künstlerischer Moderne einzuebnen, sollen im Anschluß an Benjamins Überlegungen zum „Augenblick der Erkennbarkeit“ eines geschichtlichen Phänomens angestellt und auf die historischen Avantgardebewegungen bezogen werden. Daraus wird sich die Überlegenheit des in der „Theorie der Avantgarde“ entwickelten spezifischen Avantgarde-Begriffs gegenüber einer unspezifischen Begriffsverwendung ergeben, die Avantgarde mit künstlerischer Moderne gleichsetzt. Im Anschluß daran soll der Frage nachgegangen werden, wie heute mit den Avantgarden umzugehen wäre.

Christopher Zwi über „Das Geschlecht des Situationismus“

Das feministische Magazin Outside the box lädt am Donnerstag den 9. September um 19:00 Uhr ins Conne Island zu einer Veranstaltung mit dem Titel „Das Geschlecht des Situationismus. Transcending gender by abolishing the spectacle?“ – Ein Gespräch mit einem der drei Referent_innen über die Situationistische Internationale, deren Schweigen über das Geschlechterverhältnis und über die Möglichkeit einer feministischen Aktualisierung der Spektakelkritik:

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Reinkarnation gelungen: Adorno live in Fulda

Der beliebte Sozialphilosoph und Komponist Theodor W. Adorno (Mitte) spielt am kommenden Samstag live in Fulda. Mit dabei sind (v.l.n.r.) Alfred Sohn-Rethel, Siegfried Kracauer, Erich Fromm und Herbert Marcuse. Max Horkheimer wird das Orchester dirigieren.

Zustande kam das späte Comeback durch einen Zufall. Eine Gruppe von Linksradikalen hatte in einer synergetischen Reinkarnations-Gruppentherapie nach Ursachen für die häufigen Spaltungen antideutscher Gruppen gesucht. Durch einen falsch geerdeten Reinkarnationskanal manifestieren sich dabei Adorno und seine Kollegen in der Praxis von Reinkarnationstherapeut Rainer Vollmar in Dietershan bei Fulda. Schwer enttäuscht vom heutigen Zustand Kritischer Theorie entschieden sich die frisch Inkarnierten nach kurzer Diskussion dazu, sich in ihrem zweiten Leben ganz auf die Musik zu konzentrieren.

Jürgen Habermas und Axel Honneth wollten sich zu den Vorgängen nicht äußern.

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Naja – ganz aufgegeben haben die guten die Kritische Theorie doch nicht – darauf weisen Songtitel wie „Fetishized Facts“ und „Theoretically Driven“ (Adorno) hin.

Kunst und Geschmack – Leipzig

Kunst und Geschmack.
Über subjektive Emanzipation und ästhetische Autonomie

Veranstaltung mit Vortrag und Diskussion

Montag, 30. August 2010, 19 Uhr – Raum 2.41, Hochschule für Grafik u. Buchkunst, Wächterstr. 11, 04107 Leipzig

Der Begriff des Geschmacks scheint eine für die Ästhetik mittlerweile unbrauchbare Kategorie zu sein. Ihm haftet der Makel einer unhinterfragbaren, ins Diskursive schwierig aufzulösenden Einstellung an, die sich aus subjektiven Quellen speist. Allenfalls spielt dieser Begriff im erweiterten Feld der Ästhetik als Aisthesis eine Rolle, so beim Design, bei Gebrauchsgegenständen, in der Mode und in der populären Musik.
Nun wandelt sich aber das diskursive Gerüst der Ästhetik beständig. Neue Kategorien und Rahmen tauchen darin auf und verschwinden wieder. Auch der Begriff des Geschmacks ist ein solcher zuweilen wiederkehrender Kandidat. Ihm wohnt eine eigentümliche Zwischenstellung inne. Ganz ohne ihn geht es nicht, doch als Instanz der Begründung, warum ein Kunstwerk mit Gründen als ästhetisch gelungen bezeichnet werden kann, taugt er nicht recht.
Bei allem Vorbehalt, den man gegenüber diesem Begriff vorbringen mag, wird jedoch häufig übersehen, daß es sich dabei nicht bloß um eine zufällige Einstellung handelt, über die ein Streit sinnlos ist, sondern der ausgebildete Geschmack erfordert vielmehr ein hohes Maß an Reflexion: mithin Wissen um den (ästhetischen) Gegenstand. Und auch im historischen Rückgriff zeigt sich die Bedeutung des Begriffs: Die Geschmacksbildung des 17., 18. Jahr- hunderts geschieht unabhängig von den vorherrschenden religiösen und staatlichen Regel- werken dieser Zeit und vermochte es, ein eigenes Feld von Geltung auszudifferenzieren.
So konnte sich – insbesondere im deutschsprachigen Raum – die Ästhetik erst im 18. Jahrhundert, unter anderem über den Begriff des Geschmacks, als eigenständige Disziplin herausbilden. Diese Entwicklung, die mit der Entstehung des bürgerlichen Kunstgeschmacks einherging, trug schließlich dazu bei, daß ein – zunächst – freies (modernes) politisches Subjekt sich überhaupt ausbilden konnte. Frei auch von den Zwängen einer antiken und mittelalterlichen Regelpoetik, frei vom Fürstenzwang; den Gesetzen eigener Produktion unterworfen, das alte Gesetz brechend. Und insofern hat nicht nur in der Ästhetik des 18. und frühen 19. Jahrhunderts auch die zunächst aufs äußerste subjektiv erscheinende Kategorie des Geschmacks ihren berechtigten Platz.
Ausgehend von Christoph Menkes Aufsatz „Ein anderer Geschmack. Weder Autonomie noch Massenkonsum“ (Texte zur Kunst, September 2009, Heft 75) soll in der Veranstaltung dieser ästhetisch-politischen Geschichte des Geschmacksbegriffs nachgegangen werden. Anschließend an Kants Analyse des Geschmacksurteils, die eine der umfassendsten Bestimmungen dieses Begriffs darstellt, sollen auch die Positionen moderner Ästhetik zur Sprache kommen – insbesondere die Adornos, bei dem die Kategorie des Geschmacks eine durchaus ambivalente Rolle spielt:

„Autonom ist künstlerische Erfahrung einzig, wo sie den genießenden Geschmack abwirft. Die Bahn zu ihr führt durch Interesselosigkeit hindurch; die Emanzipation der Kunst von den Erzeugnissen der Küche oder der Pornographie ist irrevokabel. (…) Wer Kunstwerke konkretistisch genießt, ist ein Banause; Worte wie Ohrenschmaus überführen ihn. Wäre aber die letzte Spur von Genuß exstirpiert, so bereitete die Frage, wozu überhaupt Kunstwerke da sind, Verlegenheit.“ (Ästhetische Theorie, S. 26 f.)

Wieweit sich die Kategorie des Geschmacks für eine (post-)moderne Ästhetik, die unter den Bedingungen gesellschaftlicher Zerfaserung und Atomisierung stattfindet, überhaupt noch fruchtbar machen läßt, bleibt im Anschluß an den Vortrag zu diskutieren.

Es referiert der Berliner Blogger Bersarin, der das Internet-Blog Aisthesis betreibt.

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Vortrag mit Martin Dornis in Jena

Kapitalistische Vergesellschaftung und nationalistische Ideologie
Vortrag von Martin Dornis

Der Vortrag befasst sich im ersten Teil mit einigen Thesen, die um das Verhältnis kapitalistischer Gesellschaft, Staat, Krise und nationalistischer Ideologiebildung kreisen. Sie werden erörtern, ob und in wieweit es einen deutschen Sonderweg gibt, was es heißt, von einem deutschen Kapitalismus zu sprechen, was diesen auszeichnet und was das deutsche Modell heute so attraktiv macht für historische Nachzügler kapitalistischer Entwicklung. Dabei wird auch zur Sprache kommen, was in Deutschland „Krise“ bedeutet und wie sich eine radikale Linke, die diesem Begriff gerecht werden will, zu einer solchen Krise zu verhalten hat.
Der zweite Teil diskutiert systematisch das Verhältnis von kapitalistischer Gesellschaft, dem Staat und der Ideologiebildung im Rahmen einer als Krisengeschichte verstandenen kapitalistischen Gesellschaft. Dabei wird die marxsche Kritik an Wert, abstrakter Arbeit und der Warenförmigkeit der Produkte erläutert und dargelegt, wieso dazu auch die Individuen durch den Staat in die Form des Subjekts gebracht werden mussten. Die marxsche Kritik war zwar im speziellen eine Kritik des liberalen Kapitalismus, die aber dabei im Allgemeinen auch auf die totalitäre Tendenz dieser Gesellschaft abzielte. So wie der Nazifaschismus bereits im frühen Kapitalismus in Keimform angelegt war, so kann bereits auch die marxsche Kritik als vorauseilende Kritik am Nazifaschismus gelesen werden .

19.08.2010; 19.00 Uhr; Carl-Zeiss-Straße 3 – Hörsaal 7

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Transcending gender by abolishing the spectacle?

■ Die Macher_innen des sympathischen Magazins „Outside the box“ haben im September in Leipzig eine sehr besuchenswerte Veranstaltung ausgerichtet:

Das Geschlecht des Situationismus – transcending gender by abolishing the spectacle?

Lässt sich die situationistische Revolutionstheorie aktualisieren? Wenn ja, wie sieht es dabei mit der Kritik der fundamentalsten Lebenssituation aus: der Aufhebung der Trennung(en) des Geschlechts? Sexes & gender waren für die Situationistische Internationale in ihrer Zeit ein blinder Fleck. Heute, da die Geschlechterverhältnisse nicht mehr zu verdrängen sind, sehen wir die wirkliche Bewegung auf diesem Feld der Kritik zwischen queerer Entwendung und realkapitalistischer Verstärkung des Bestehenden. BBZN stellen zuerst die Rolle der Situationistinnen (ca 1950 bis 70) und die sexistische Ambivalenz jenes „Verlorenen Haufens“ historisch-kritisch dar. In dem Versuch, die kritische Theorie der „Gesellschaft des Spektakels“ für die materialistische Kritik des allgegenwärtigen doing gender zu retten, muss es sodann um die Frage gehen, wie undoing gender als Theorie und Praxis für Communismus heute möglich ist.
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Es referieren Zwi, Negator und Tagediebin vom Autorenkollektiv BBZN. Die Veranstaltung findet am 9. September um 19 Uhr im Conne Island statt.

■ Außerdem kann inzwischen die erste Ausgabe von outside the box online gelesen werden:

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Feministische Veranstaltungen

Sexualität und Kapitalismus – Montag 09.08.2010 – 19.00 Uhr

Sexualität und Kapitalismus – Für diesen Zusammenhang gibt es zwei sich widersprechende Deutungen: Die Repressionshypothese behauptet, Sex würde unterdrückt, weil der unkontrollierte Trieb eine Gefahr für die Herrschaft sei. Die Antithese meint, Sexualität sei heutzutage fest in ein Netz der Macht eingebunden und würde die Planbarkeit der Bevölkerungsentwicklung im Rahmen der kapitalistischen Verhältnisse sicherstellen. Die Gruppe wi(e)derdienatur stellt in der Veranstaltung die beiden Ansätze vor und will darüber diskutieren, wie denn nun heute das Verhältnis von Sexualität und Kapitalismus ist.

Via Mobb e.V. Eine genau Angabe des Ortes der Veranstaltung konnte ich nicht finden – vermutlich ‚Unterm Markt 2′ (Jena), wo der Mobb e.V. sitzt. Zum Thema der Veranstaltung die Texte der Gruppe WiderDieNatur: Sexualität und Kapitalismus I und Teil II in der aktuellen Ausgabe des hEFt (S.26).

Polyphantasiawoche 2010

Die Gruppe WiderDieNatur hat nun das Programm der zweiten Polyphantasiawoche veröffentlicht, die an verschiedenen Orten in Erfurt stattfinden wird:

Montag, 30.8., 20.00 Uhr, Polyphantasiabar

Forschungsreisen in nichtmonogames Gelände
„Wenn Liebe die Antwort ist, können Sie die Frage dann bitte umformulieren?“. Die Mitherausgeberin Gwendolin Altenhöger liest aus dem feministischen Zine „Die Krake. Künstliche Beziehungen für unnatürliche Frauen“. Die frisch erschienene Ausgabe Nr.5 widmet sich dem Durchlavieren zwischen schlampigen Begierden und monogamen Sehnsüchten. Mit Diskussion.

Dienstag, 31.8., 20.00 Uhr, Polyphantasiabar

Queerer Filmabend

Mittwoch, 1.9., 18.00 Uhr, Polyphantasiabar

Workshop Sexualität und Kapitalismus

Für den Zusammenhang von Sexualität und Kapitalismus gibt es zwei sich widersprechende Deutungen: Die Repressionshypothese behauptet, Sex würde unterdrückt, weil der unkontrollierte Trieb eine Gefahr für die Herrschaft sei. Die Antithese meint, Sexualität sei heutzutage fest in ein Netz der Macht eingebunden und würde die Planbarkeit der Bevölkerungsentwicklung im Rahmen der kapitalistischen Verhältnisse sicherstellen. Wir stellen zu Beginn die beiden Ansätze vor und wollen dann darüber diskutieren, wie denn nun heute das Verhältnis von Sexualität und Kapitalismus ist.

Donnerstag, 2.9., 20 Uhr, Polyphantasiabar

Intersexualität

Im Zentrum des Vortrages steht die Infragestellung der biologistischen Norm der Zweigeschlechtlichkeit. Für besonders kritisierenswert halten wir dabei die gewaltsame medizinische Herstellung von Geschlechtseindeutigkeit bei Säuglingen. Es soll aber auch auf die Frage eingegangen werden, warum in unserer Gesellschaft die Geschlechternormen eine solche Wichtigkeit besitzen und warum alle Abweichungen gewaltsam ausgegrenzt oder auf die Norm „männlich“/“weiblich“ zugerichtet werden.

Freitag, 3.9. Polyfantasiaball

Mit Monotekktoni, Eve Massacre, Phonatic, fliegvogelflieg

Die Polyphantasiabar befindet sich in der Johannesstraße 151

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Peter Bürger in Weimar

Prof. Dr. Peter Bürger – Do 07.10.2010 – 20:00 Uhr, im Monami Weimar

„In Jeder Epoche muß versucht werden, die Überlieferung von neuem dem Konformismus abzugewinnen, der im Begriff steht, sie zu überwältigen.“ Benjamins Satz aus seinen Thesen „Über den Begriff der Geschichte“ gilt auch für die Avantgardebewegungen. Ausgehend von einer Kritik an neuerdings zu beobachtenden Tendenzen, die Unterscheidung zwischen Avantgarde und künstlerischer Moderne einzuebnen, sollen im Anschluß an Benjamins Überlegungen zum „Augenblick der Erkennbarkeit“ eines geschichtlichen Phänomens angestellt und auf die historischen Avantgardebewegungen bezogen werden. Daraus wird sich die Überlegenheit des in der „Theorie der Avantgarde“ entwickelten spezifischen Avantgarde-Begriffs gegenüber einer unspezifischen Begriffsverwendung ergeben, die Avantgarde mit künstlerischer Moderne gleichsetzt. Im Anschluß daran soll der Frage nachgegangen werden, wie heute mit den Avantgarden umzugehen wäre.

Peter Bürger, Jahrgang 1936, hat bis Ende 1998 an der Universität Bremen Literaturwissenschaft und ästhetische Theorie gelehrt. Geprägt von der Frankfurter Schule, hat er in mehreren Arbeiten die Umrisse einer Ästhetik nach Adorno skizziert – zuletzt in Das Altern der Moderne (Suhrkamp 2001). Daneben hat er sich seit dem Ende der 80er Jahre der zeitdiagnostischen Lektüre postmoderner Philosophie zugewandt – zuletzt in Ursprung des postmodernen Denkens (Velbrück Wiss. 2000). Im Jahre 2007 erschien im Suhrkamp Verlag seine Studie über den engagierten Intellektuellen: Sartre. Eine Philosophie des Als-ob.

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Die Kräfte des Rausches für die Revolution gewinnen…

Ich möchte noch einmal kurzfristig auf einen besonderen Programmpunkt der derzeit in Weimar stattfindenden Drogenwoche hinweisen:

Aus der Reihe Genuss-Gift-Geist findet am Dienstag den 15.6. um 22.00 im Zeughaus eine Literaturlesung statt. Der Schauspieler Christian Klischat liest Texte und Fragmente aus Walter Benjamins „Über Haschisch“.

Ort: Am Zeughof 1 Weimar, am Spielplatz unterhalb des Theaterplatz
Beginn: 22:00 Uhr

Unter anderem über Benjamins Erfahrung mit Drogen schreibt Esther Leslie in ihrem Text „Walter Benjamin, Politik uns Ästhetik“.

Ausbeutung – Ungleichheit – soziale Kämpfe in der Gegenwart

Erste Jenaer Klassenkonferenz

Sowohl für die kritische Gesellschaftstheorie als auch für die sozialen Bewegungen ist ungeklärt, welche analytischen und handlungsrelevanten Einsichten die Anwendung des Klassenbegriffs auf die heutige Sozialstruktur bietet, ja ob es überhaupt möglich ist, von sozialen Klassen zu sprechen.

Class Counts – selbst wer am Klassenbegriff festhält, weil alle Alternativangebote (Schicht, Milieu, Multitude) kapitalismustheoretisch fragwürdig sind, steht vor Unklarheiten: Wie ist die gegenwärtige Klassenlandschaft zu kartographieren? Welche bekannten Klassen­formationen existieren in welcher Gestalt fort, welche entstehen neu? Lässt sich in den Prozessen der Neuzusammensetzung die Ausbildung von Klassenbewusstsein beobachten? Wie entscheidend ist der (Nicht-)Besitz von Produktionsmitteln – zumal der informationstechnischen, die sich mehr und mehr verallgemeinern? Wie hängt der „arbeitsweltliche“ Klassenbegriff mit außerbetrieblichen kulturellen Praxen zusammen? Darüber hinaus: Wie artikulieren sich Klassen(-fraktionen) auf der Ebene der (staatlichen, zivilgesellschaftlichen) Politik? Welche Konsequenzen (für Gewerkschaften und soziale Bewegungen) sind aus einer aktuellen Klassenanalyse sinnvoller Weise zu ziehen?

Die Veranstaltung soll sowohl zeitdiagnostische Fragen diskutieren als auch mögliche theoretische Zugänge prüfen und nicht zuletzt Folgen für Strategie und Praxis emanzipatorischer Politik abwägen. Herausforderung, aber auch Chance liegen in der Integration wissenschaftlicher und bewegungsorientierter Perspektiven.

Zum Programm

Genuss – Gift – Geist

Drogen, Rausch, Sucht, Genuss sind Erscheinungen, die uns in allen Bereichen der Gesellschaft begegnen. Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung stellen sie keine Randphänomene dar, sondern sind tagtäglich präsent und gehören zum Wesen des Menschen. Mit einer Veranstaltungswoche wollen wir ausgewählte Teilbereiche analysieren, zu Diskussionen anregen und Erfahrungen austauschen. Mit Vorträgen, Diskussionsrunden, einer Ausstellung, Filmvorführungen und Freiraum zur Entwicklung eigener Ideen oder Projekte soll eine Plattform geschaffen werden auf deren Basis ein Diskurs entstehen kann. Dabei verzichten wir ganz bewusst auf eine Unterscheidung zwischen legalen und illegalen Drogen und Genussmitteln. Die Themen und die Herangehensweise provozieren und das ist auch gewünscht, denn eine intensive Auseinandersetzung tut Not.

Zentraler Ort der Veranstaltungswoche ist das Zeughaus (Am Zeughof 1 Weimar, am Spielplatz unterhalb des Theaterplatz)

Sa 5. Juni

14:00 Uhr: Austellungseröffnung im Zeughaus
18:00 Uhr: Eröffnungsreferat von Andreas Heimler (Heinrich Böll Stiftung Thüringen)
20:00 Uhr: Musikalischer Ausklang

Die Ausstellung „Drogenkultur-Kulturdrogen“ ist täglich von 14:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Abweichende Besichtigungstermine für Gruppen können gerne vereinbart werden.

Di 8. Juni

20:00 Uhr: „Healthy Body – Sick Mind“ Vortrag zu Drogenpolitik und Gesundheitswahn von Lars Quadfasel im Zeughaus

Mi 9. Juni

20:00 Uhr: Podiumsdiskussion „Drogen in öffentlichen Raum oder Wem gehört die Innenstadt? “ im Zeughaus

Do 10. Juni

20:00 Uhr: „Leistungsdrogen und Leistungsgesellschaft“ Vortrag von Drugscouts Leipzig im Zeughaus

Spätestens seit dem Ende des 2.Weltkrieges sind Amphetamine aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken: sei es zur Medikation, als Rauschmittel oder als Mittel, dem Druck am Arbeitsplatz standzuhalten. Entwicklungen, Zukunftsprognosen und Folgen einer „Gesellschaft auf Droge“ möchten wir vorstellen, mit euch erarbeiten, diskutieren und dieses immer im geschichtlichen Kontext.

Fr 11. Juni

16:00 Uhr: „Gute Droge – Böse Droge?“ Vortrag von Drugscouts Leipzig im Zeughaus

Hustenmittel Heroin und Teufelsdroge Schokolade – der Blick zurück zeigt: Der Legalitätsstatus von Drogen ist veränderbar. Wer bestimmt, welche Substanzen erlaubt und welche verboten sind? Auf welcher Grundlage werden Drogen in legal und illegal eingeteilt? Was erwartet uns in Zukunft? Wie beeinflusst die rechtliche Einordnung den öffentlichen und privaten Diskurs über Drogen?

20:00 Uhr: „Drug Checking now!“ Vortrag von Drugscouts Leipzig im Zeughaus

Denn sie wissen nicht, was sie tun. In der Bundesrepublik Deutschland sind KonsumentInnen von illegalisierten Stoffen aufgrund der hier geltenden Gesetze einem zusätzlichen Risiko ausgeliefert, da sie keine Möglichkeit haben zu überprüfen, was sie eigentlich konsumieren. So müssen sie bei Fragen nach Qualität und der genauen Zusammensetzung der Substanzen den AkteurInnen des Schwarzmarkts vertrauen. Mit dem Referat soll aufgezeigt werden, wie unterschiedlich in verschiedenen europäischen Ländern mit diesen Risiken umgegangen wird und welche Schritte nötig wären, um den Schutz der Gesundheit und des Lebens von DrogenkonsumentInnen in der Bundesrepublik effektiver zu gewährleisten.

Di 15. Juni

22:00 Uhr: Literarische Lesung mit Christian Klichat im Zeughaus

Weitere Infos zur Reihe: genussgiftgeist.blogsport.de

Links zum Thema: Lars Quadfasel: No Dope, no Hope | Texte der Jungen Linken zu Gesundheits- und Drogenpolitik | Flugblatt und Linksammlung von SOMOST zu Sucht und Sehnsucht | Paeris – Alles für die Volksgesundheit

Globale Perspektiven auf Klassenkämpfe

04.06.2010 – GLOBALE PERSPEKTIVEN AUF KLASSENKÄMPFE I: RUSSLAND

Seit dem Ende des real existierenden Sozialismus finden auf dem Gebiet der ehemaligen Sowietunion heftige Kämpfe statt. Während der Klassenkampf von oben in bundesdeutschen Medien hier und da aufscheint, ist über soziale und gewerkschaftliche Kämpfe sehr wenig bekannt. Herbert Mießlitz gibt einen Überblick über betriebliche und außerbetriebliche Kämpfe und stellt zur Diskussion, welche Perspektiven der Befreiung verschiedene Auseinandersetzungen in Russland bieten.

VERANSTALTUNGSORT
Offene Arbeit Erfurt, Allerheiligenstr. 9, Hinterhaus

BEGINN
20:30 Uhr

via (im Rahmen der Veranstaltungsreihe zur Klassenfrage)