Archiv der Kategorie 'Traumberichte'

Häuserkampf

Ich habe gerade geträumt, dass in Erfurt ein neues Haus besetzt werden sollte. Das Vorhaben war noch geheim, nur ein kleiner Kreis wusste Bescheid, aber ich war eingeweiht. Es gab in Erfurt einen riesigen, heruntergekommenen Wohnkomplex. Es war eine Reihe von Hochhäusern, die aber nicht gerade waren, sondern geradezu ineinander verschachtelt, wie als wäre etwas ineinander verwachsen. So waren unter Anderem Flachdächer, als auch Spitzdächer vorhanden. Dieser Wohnkomplex war von unmenschlicher Riesigkeit – Menschen waren hier Material, das untergebracht werden musste. Als man mir erzählte, dass dieser Block, der mich geradezu an Hak Nam City erinnerte, besetzt werden sollte, war ich zunächst ungläubig. Bei einem Rundgang, der auf dem Netzwerk von Dächern begann, erklärte man mir das Konzept. Einige Dächer waren so undicht, dass man von hier aus Wohnungen betreten konnte, von denen zahlreiche leerstanden. Der Plan war, dass man erst in einige dieser Wohnungen einsteigen würde, um sich dann mit den übrigen Bewohner_innen des Komplexes zu vernetzen – es war alles so vorgesehen, dass die Hausverwaltung nichts bemerken sollte. Sofort begannen die anderen Personen mit der Arbeit. Ich war zunächst widerwillig an dem Vorhaben teilzunehmen, ich hatte trotz der außergewöhnlichen Situation ein wenig Angst vor einem üblichen, in der Szene befangenen Projekt. Doch die Lust an einem Abenteuer siegte und so begann auch ich mit den nötigen Vorbereitungsmaßnahmen. Diese waren zum Teil sehr seltsame Tätigkeiten – so nagelte ich auf einem Dach Lumpen an den Rand eines riesigen Loches, unter dem sich eine große Halle befand. Während ich mich mit dieser Tätigkeit beschäftigte, äußerte ich gegenüber den Anderen immer wieder, dass ich Angst hätte durch das Loch zu fallen, was einen ziemlich tiefen Sturz bedeutet hätte. Diese Angst wurde jedoch von den anderen anwesenden Personen nicht ernst genommen, geradezu unwirsch abgetan. Und dann geschah es – ich verlor das Gleichgewicht und konnte mich nur noch im letzten Moment an einem der Lumpen festhalten, die ich soeben befestigt hatte. In dieser Haltung war ich absolut verkrampft und hatte die Augen geschlossen – jede Bewegung, jedes Blinzeln mit den Lidern hätte den Fall bedeuten können. Ich rief verzweifelt um Hilfe, bis jemand kam und mich stützte. Als ich mich wieder in einer sicheren Situation befand und mich traute die Augen wieder zu öffnen, sah ich, dass ich nicht wirklich tief gefallen wäre – ich kam mir tollpatschig und unbeholfen vor.

In einer anderen Situation saß ich mit meinem Bruder auf einem Dach, das ein wenig von dem zukünftigen besetzten Haus entfernt war. Von hier aus konnten wir alles gut überblicken – ein gutes Gefühl. Wir saßen still und beobachteten das Geschehen, bis die Dämmerung einbrach. Im letzten Licht sahen wir dann schließlich Polizei aufziehen – es kamen riesige LKW’s angefahren, in deren halb geöffneten Laderäumen sich unzählige Six-Packs befanden. Das Blaulicht versetzte alles in eine unheimliche Atmosphäre. Uns wurde bewusst: Die Besetzung war aufgeflogen. Ich bekam eine riesige Wut und sagte meinem Bruder, dass wir irgendetwas krasses machen müssen – irgendetwas in die Luft sprengen. Mein Bruder wusste besser Bescheid und gab mir zu verstehen, dass wir bis zur vollständigen Dunkelheit warten müssten. Also blieben wir vorerst in unserem Versteck und beobachteten das Geschehen aus sicherer Entfernung. Mit Erstaunen stellten wir nun fest, dass sich andere Leute auf diese Situation vorbereitet hatten: Mit an Wänden befestigten Geschoss-Anlagen wurden Feuerbälle auf die Six-Packs gefeuert. Von hier oben sahen wir nur die Feuerbälle durch die Nacht fliegen. Zahlreiche Autos gingen in Flammen auf.

In der nächsten Einstellung stand ich mit ein paar anderen Leuten am Eingang des Gebäudekomplexes. Hier stellte sich heraus, dass doch gar nicht so viel Polizei anwesend war – es standen ein paar Streifenpolizisten und leere Polizeiautos herum. Dies gab mir Grund zu voreiligen Handlungen – irgendetwas musste ich tun. Ich ging zu einem Polizisten, der in zivil war, aber eine wichtige Funktion einzunehmen schien und schlug ihm mit meiner Flachen Hand in sein fleischiges Gesicht. Mit dieser Reaktion hatte ich nicht gerechnet: Die Polizisten waren in der Überzahl und hatten mich recht schnell eingekreist. Nur knapp konnte ich entkommen. Nun begann die Flucht. Ich erinnere mich an flüchtige, verschwommene Bilder. Alles rauschte an mir vorbei, ich musste rennen was es koste. Ich kam an Bahnanlagen, Industriebrachen und Geröllhalden vorbei, überall eine triste Mondlandschaft. Ich habe mich zwischenzeitlich in Hauseingängen und Ruinen versteckt, ich erinnere mich auch an eine kurze Zugfahrt, aber immer wieder spürten mich meine Verfolger auf.

Ich kam an einen großräumigen Platz – inzwischen in einer anderen Stadt, alles wirkte wie in dem Luc-Besson-Film „Le Dernier Combat“. Immer noch im Laufen begegnete ich einer seltsamen Figur, die mit Lumpen und Lappen eingewickelt war, aber dennoch sportlich wirkte und einen schwarzen Morgenstern in der Hand hielt. Panisch erklärte ich dieser Figur, dass ich seine Waffe bräuchte, warf ihm einen Geldschein vor die Füße und nahm ihm den Knüppel weg, den er mir nur widerwillig überließ. Genau in diesem Moment holten mich die Polizisten ein, die mich immer noch verfolgten. Rasend ging ich auf sie zu und streckte sie mit meiner neuen Waffe nieder. Doch ich wusste, dass mir dies nur einen kurzen Aufschub gewähren würde – man hatte spezielle Suchtrupps nach mir ausgesandt. Ich nutzte die Zeit um die Gebäude der Stadt zu erkunden – überall leerstehende Hallen, riesige, verfallene Gebäude. Ich betrat ein verfallenes Haus, in dem sich keine Gegenstände befanden. Auf einmal wurde ich von hinten gegriffen – eine Figur, die dem Morgenstern-Besitzer ganz ähnlich war – kein Polizist – griff mich mit einem gebogenen Schwert an. Gleichzeitig kam aus einem anderen Gang eine weitere Gestalt, die mich mit einem Knüppel angriff. Der hinzugekommenen Gestalt konnte ich mich erwehren, doch sofort kam eine neue hinzu – und der Schwertträger in meinem Rücken. Als ich die dritte Gestalt niedergeschlagen hatte, drehte ich mich zu dem Schwertträger um und musste feststellen, dass ich keine Chance hatte. Also drehte ich mich um, um meine Fluchtmöglichkeiten zu überprüfen. Im nächsten Moment stellte ich fest, dass sich der Schwertträger mit seiner eigenen Waffe erlegt hatte. Ich atmete auf und wollte aus dem Gebäude heraustreten. Als ich im Freien stand, stellte ich fest, dass die Umgebung meinem Zimmer entsprach und ich wachte auf.

Edit: Zum Häuserkampf in Erfurt und seinen eigenen Geschichten im Besetzten Haus schreibt gerade aftershow: Vom Hausbesucher zum Hausbesetzer und zurück I | II | III | IV

Ich hab geträumt #18

Ich träumte, ich würde im Zimmer meiner Mutter eine sonderbare Bass-Klarinette finden. Wenn man sie in der Hand hielt reichte sie bis zum Boden, sie hatte zahlreiche Löcher und Knöpfe und das Mundstück sah aus wie der Ausgieß-Schnabel einer Schnapsflasche. Ich setzte an und sofort kamen wunder- und sonderbare Töne heraus – für mich spielte sich das Instrument wie von selbst, ich schien es tadellos zu beherrschen. Sofort gab ich an Ort und Stelle mit zwei Freunden, die ebenfalls im Besitz recht ausgefallener Instrumente waren, ein Konzert. Es klang ungefähr so:

Als der Auftritt beendet war ging ich zu meiner Mutter, fragte sie ob sie mir das Instrument überlassen würde und versprach im gleichen Zug Klarinetten-Unterricht zu nehmen. Meine Mutter war der Idee recht zugeneigt, meinte aber, dass das Instrument einer gründlichen Reinigung bedürfe. Und tatsächlich – ich blies probehalber noch einmal hinein – ließ sich das Instrument auf einmal ganz schwer spielen, als wäre es verstopft. Ich drehte die Klarinette um und entdeckte, dass ein Haar aus dem Trichter wuchs…

Du hast geträumt… #3

Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen. Manchmal fielen mir die Augen, wenn kaum die Kerze ausgelöscht war, so schnell zu, dass ich keine Zeit mehr hatte zu denken: ‚Jetzt schlafe ich ein.‘ Und eine halbe Stunde später wachte ich über den Gedanken auf, dass es nun Zeit sei, den Schlaf zu suchen; ich wollte das Buch fortlegen, das ich noch in den Händen zu haben glaubte, und mein Licht ausblasen; im Schlafe hatte ich unaufhörlich über das Gelesene weiter nachgedacht, aber meine Überlegungen waren seltsame Wege gegangen; es kam mir so vor, als sei ich selbst, wovon das Buch handelte: eine Kirche, ein Quartett, die Rivalität zwischen Franz dem Ersten und Karl dem Fünften. Diese Vorstellung hielt zuweilen noch ein paar Sekunden nach meinem Erwachen an; meine Vernunft nahm kaum Anstoß an ihr, aber lag wie Schuppen auf meinen Augen und hinderte mich daran, Klarheit darüber zu gewinnen, dass das Licht nicht brannte. Dann wurde sie immer weniger greifbar, wie nach der Seelenwanderung die Gedanken einer früheren Existenz; der Gegenstand meiner Lektüre löste sich von mir ab, ich konnte mich damit beschäftigen oder nicht; gleichzeitig kehrte mein Sehvermögen zurück, und ich war erstaunt, rings um mich her eine Finsternis wahrzunehmen, die für meine Augen sanft und ausruhend war, mehr aber vielleicht sogar noch für meinen Geist, dem sie grundlos, unbegreiflich, wahrhaft ‚dunkel‘ erschien…

Danke, an Marcel Proust.

Ps: Ebenso wie Du träumtest, der Konflikt zwischen Franz dem Ersten und Karl dem Fünften zu sein, war es mir nach der entsprechenden Bettlektüre gestern, als sei ich der Streit zwischen Bert Brecht und Georg Lukács gewesen, in dem auch du zuweilen vorkommst…

Marcel Proust: „In Swanns Welt“, Suhrkampverlag, Frankfurt a.M. 1953

Werner Mittenzwei: „Dialog und Kontroverse mit Georg Lukács“, Reclam, Leipzig 1975

Du hast geträumt… #2

Eine Hochzeit. Ich nähe das Hochzeitskleid. Es besteht aus weißem Rüschenstoff, unter Hüfte glockenförmig geschnitten, oberhalb eng anliegend, nur die Schultern aufgeplustert. Der Unterrock bestickt mit schwarzen Blumen. Dieses soll auch ich zu meiner Hochzeit tragen.
Die Festlichkeit wird unterbrochen. Etwas unsichtbares verfolgt uns (wie ein Gefühl). Wir flüchten in eine weiß-orange gefließte Kanalisation. Ich entdecke das Verschlussrad für für die Wasserzufuhr, drehe es auf und denke im gleichen Moment: mit solch einer Banalität lassen sich so viele Menschen töten. Ich drehe es wieder zu.
Ich liege mit einer Freundin in meinem Garten auf einer Holzbank. Es ist dunkel, nur der Himmel nicht. Wir beobachten die vorbeiziehenden Wolken. Ein grauer Fuchs kommt. Wir schlagen in einem Buch für Fuchsarten nach, welcher er angehört. Es stellt sich raus, es ist ein Hund. Er legt sich auf uns und schläft ein. Sein Atem klingt wie das Erdrosseln kleiner Kinder. Der Vater des Hundes kommt und befiehlt uns, sein Kind zu wecken. Sie laufen weg. Wir schauen in den Himmel. Eine Wolke explodiert und die watte-ähnlichen Fetzen fallen auf uns. Aus dem Himmel wachsen grüne Bäume.

Danke, an a.w.

Zwei kleine Gedanken

1. Über den Grusel des absoluten Konsens

Würden alle Menschen auf der ganzen Welt sich absolut einig sein, würde also ein einziger Konsens herrschen, dann würde, so stelle ich es mir vor, ein einziger, unbeschreiblich heftiger und betäubender Ruck durch die ganze Welt gehen. Es würde wie in einem Traum sein, den ich oft bekomme, wenn ich Fieber habe: Mein Körper ist mit einem mal so groß, wie das größte was meine Vorstellungskraft erlaubt. Als Kind war dies die Sonne – hatte ich eben noch um einen klitzekleinen Kieselstein gewettet. Diese Größe ist so betäubend, dass ich jedesmal panisch und schweißgebadet aufwachte. Diese Größe walzt alles nieder, was einmal klein und filigran war. Wir sollten wissen, dass Konsens niemals zum Zwang werden darf.

2. Über Regenwetter

Wenn es draußen regnet, so wie heute, sammelt sich manchmal Wasser in den Zwischenräumen lockerer Gehwegplatten (meistens sind es Baumwurzeln, welche den Weg verformen und die einzelnen Platten voneinander lösen). Tritt man dann auf eine solche Platte wird das Wasser herausgedrückt und spritzt willkürlich in den Schuh. Ein Aergernis.

Ich hab geträumt… #17

Bin vorhin zurück aus Österreich gekommen und habe mich sofort ins Bett fallen lassen. Dabei ereilte mich ein wüster Traum. Ich habe mich mit einer rivalisierenden Jugendbande angelegt und bin (obwohl ich keinen Führerschein habe) mit dem orangenen Bus unseres AJZ’s durch die Kante gefahren. In einer Situation brauchten wir den Bus dringend, aber ich hatte vergessen wo ich ihn hingefahren hatte. Zum Glück hatten wir kurz zuvor eine alte Frau kennengelernt, die eine besondere Fähigkeit hatte: Sie hatte so scharfe Augen, dass sie mit ihren Augen in den Himmel gucken konnte, um dort in den Augen der umherfliegenden Adler zu sehen was sich darin widerspiegelte. Und auf diese Art und Weise hat diese nette Frau den Bus wiedergefunden und die Banden-Schlägereien konnten weiter gehen. Ich glaube ich hab gewonnen, dank der Hilfe irgendwelcher anderer Leute die auch tolle Fähigkeiten hatten. Ich erinnere mich, dass ich im finalen Kampf mit einem Spaten bewaffnet war…

Du hast geträumt…

Als ich auf dem Wochenmarkt am Maybachufer eine Kochbanane mit Chilly gegessen und dazu Kaffee getrunken hatte, habe ich mir eine Leggins gewünscht aus Samtstoff (stretch), mit Blätter-Muster wie bei der Innenseite von einer Herrenweste.

Auf meiner Reise habe ich auch Träume gesammelt:

1. Du hast geträumt, dass du in das Jugendzentrum eingezogen wärst, in dem du eigentlich schon wohnst und es war drei mal so groß wie es in Wirklichkeit ist. Die ganzen Leute die darin wohnten, wohnen auch in Wirklichkeit da und du kensnt sie alle, bloß in deinem Traum kanntest du sie noch nicht, es waren neue Leute. Es war auch kein Problem dort einzuziehen, die einzige Bedingung die dir gestellt wurde war, dass du niemals die Kellerräume betreten darfst. Du warst aber neugierig und deshalb hast du doch in die Kellerräume geguckt. Als du den ersten Raum betreten hattest lag darin ein Haufen mit toten Menschen. Und an der Wand standen in einer Reihe Punker, die du alle kanntest. Davor standen zwei deiner Mitbewohner und die spritzten die Punker mit einem Wasserschlauch ab. Dann prügelten sie die Punks mit dem Schlauch, bis sie auch tot waren. Dann entdeckten dich deine beiden Mitbewohner und sie fragten erbost, was du denn da machen würdest, hatte man dir doch strikt verboten hier her zu kommen. Erschrocken gingst du durch den ersten Raum und kamst in den zweiten. Dort war alles ganz normal: Es waren viele Punker da, die Bier tranken und tanzten und es spielten The Bloody Slips.

2. Du hast geträumt, dass du auf einer Party wärst auf dem sich alle ziemlich komisch benahmen. Alle wälzten sich auf dem Boden und machten komische Sachen. Dann bekamst du Hunger und zogst aus einem Stromkasten Kabel heraus, die nicht wie Lakritze schmeckten, sondern wie veganer Wurstaufschnitt. Dann gingst du nach Hause um zu schlafen, doch in deinem Hochbett, das so groß war wie eine Scheune, lagen ganz viele Leute, die sich ähnlich seltsam benahmen wie auf der Party. Du wolltest schlafen, doch alle machten sich über dein vegan-sein lustig.

3. Und außerdem habe ich selbst geträumt, ich wäre in einem riesig großen Jugendzentrum (noch größer als das Ungdomshuset), das aus mehreren Gebäuden bestand und einen riesig großen Garten hatte. Ich stromerte ein wenig herum und ging durch den Garten in den Proberaum. Dort probte gerade eine Band und es guckten auch einige Leute zu. Auf einmal entdeckte ich, dass der Sanger der Band Kojack war und ich hörte genau hin und die Musik war total krass – experimenteller Crust-Rotz-hardcore-Punk, melancholisch und voller Energie und Kojack, wälzte sich während er sang leidenschaftlich auf der Bühne. Das Licht war total krass und die Musik erinnerte mich ein wenig an Politi//AO aus Kopenhagen.1

Dann saß ich auf einmal in einem Kontainer, der irgendwohin fuhr. In dem Kontainer saßen außer mir noch ein paar Freunde von mir und einige japanische Punks. Ich unterhielt mich mit dem einen japanischen Punk und erzählte ich ihm, dass „wir Anarchisten“ keine Musik machen können, dass wir Musik zerstören müssen und Anti-Musik machen müssen…

Edit: Eigentlich wollte ich noch erzählen, dass mich Lilapapierschwein nicht erkannt hat, mir aber eine Fahne geschenkt hat und dass ich in einem Experiment mit einem grünen BabyBel-Ball zusammen mit Fliegvogelflieg das Trägheitsgesetz widerlegt habe…

  1. Kennt die jemand? Ist die Nachfolgeband von Paragraph 119. Wer weiß ob es die noch gibt und ob die eine Homepage haben, schreibt mal bitte einen Kommentar… [zurück]

Trendsetting

Offensichtlich wird es nun schick das Medium des Blogs zur Plattform des Exhibitionismus vom Unbewussten zu machen. „Ich habe geträumt“ heißt es nun auch bei Sauerkraut und beim Kreischgnom (dem: Herzlich Willkommen!). Und ich kann sagen: Ich hab angefangen…

Save Your Un-terbunter #13

Ich hab geträumt…

…ich müsste 3 Tage lang in riesigen Töpfen für eine Horde von Metallern Essen kochen. Ich erinnere mich an panische Momente, in denen ich nicht wusste ob das Essen das ich koche rechtzeitig fertig wird, ob es für die 100 Leute reicht und ob es überhaupt schmeckt. Außerdem habe ich total geschwitzt, weil das Wetter draußen total heiß war und ich drinnen an den riesig großen Töpfen stehen musste, die auf riesig großen Gas-Kocher-Teilen standen, die an riesig großen, roten Gas-Flaschen angeschlossen waren.

Zwischendurch wurde in meinem Traum das Kochen immer wieder von Abenteuern unterbrochen. Zum Beispiel rannte ich mit einem Freund zu einer Metal-Veranstaltung, die meine Schwester organisiert hatte. Dort spielte eine Metal-Band, deren bärtiger, kleinäugiger Sänger wie verrückt auf der Bühne rumsprang und sehr krank und entzückend anzusehen war. Oder einmal saß ich mit einigen Freunden vor unserem AJZ vor einer Feuertonne und wir führten die wildesten Gespräche über Computer-Systeme (wobei ich „gefährliches Halbwissen“ von mir gab und die Informatik auf die Gesellschaftswissenschaft zu übertragen versuchte, womit ich einiges Gelächter erntete). Schließlich wurde mir das vor der Feuertonne alles zu verrückt und ich ging in das AJZ rein und legte mich auf eine Matratze und wollte schlafen. Doch plötzlich kam ein Freund zu mir gerannt und schrie: „Rohrbruch, Rohrbruch“. Ich sprang sofort auf und rannte die Treppe runter, wo aus dem Frauenklo eine riesige Fontaine schoss. Todesmutig nahm ich mir einen Lappen, stürzte mich in die Fluten und schaffte es die Fluten zumindest zu verlangsamen. Einige Freund_innen zerrten schließlich einen Wasserschlauch herbei, den wir über das kaputte Rohr stülpten und mit Gaffa verdichteten. Den Schlauch legten wir raus auf die Straße, damit nicht das ganze Wasser in den Keller läuft. Doch kaum hatten wir den Schlauch draußen hingelegt, kam ein völlig besoffener Typ vorbei, der den Schlauch nahm und alle damit nass spritzte, auch die vorbeifahrenden Autos. Inzwischen überlegte ich panisch, was man denn noch machen könnte, denn es lief immer noch eine ganze Menge in den Keller. Schließlich kamen wir auf die Idee, den Haupt-Hahn zuzudrehen. Doch als wir den gefunden hatten, ließ der sich drehen und drehen, aber das Wasser hörte nicht auf zu schießen. Also riefen wir die Feuerwehr. Die kam mit einigem Getöse und wir begrüßten sie grölend. Die Feuerwehrmänner guckten sich das ganz entspannt an und waren irgendwie verpennt. Irgendwie machten sie alle Gullideckel auf und guckten rein und wussten nicht so richtig, was sie machen sollten. Schließlich hatten sie den richtigen Gullideckel gefunden und wollten ihn öffnen. Doch der Feuerwehrmann stellte sich so dämlich an, dass er die Aufhebeltechnik des Gullideckels kaputt machte. Also rief die Feuerwehr die Wasserwirtschaft. Auf einmal kam der eine Feuerwehrmann auf die Idee in den Keller zu gucken. Er ging hinunter und drehte einfach den Haupt-Hahn zu. Vielen Dank. Die Feuerwehr fuhr wieder, obwohl wir sie eigentlich auf ein Bier einladen wollten und gab uns noch den Tip, dass unser Feuerlöscher eh nicht mehr funktioniert, weil kein Druck mehr drauf ist. Dann kam die Wasserwirtschaft. Die haute den Gulideckel kaputt und drehte mit einem komischen Dreh-Hebel drin rum und fuhr auch wieder. Da kamen wir auf die Idee mal auszuprobieren, ob der Feuerlöscher wirklich nicht funktioniert. Peng, war die ganze Straße vernebelt. Als der Nebel verzogen war, hatte der besoffene Typ das Gaffa genommen und damit die Straße abgesperrt. Ich wollte den Typen nach Hause schicken, da rastete sein Kumpel aus, der auf einmal auch da war und packte mich ziemlich heftig. Ich dachte schon, jetzt ist’s vorbei und machte micha uf das schlimmste gefass, doch da kam auf einmal ein dicker, großer Metaller und packte den Skinhead, zerrte ihn von mir weg und drückte ihn an die Wand, was mich sehr freute.

Dann wieder köcheln köcheln köcheln köcheln kochen. Auf einmal war ich in einem Zuschauersaal und auf einer riesigen Bühne spielte ein Orchester. Ich erinnere mich besonders an die Töne, die die Hörner von sich gaben. Neben mir saß eine Person, die ich sehr sehr mag, aber die Orchestermusi, versetzte mich in einen Zustand zwischen Traum und Wach-Sein, sodass ich absolut geflasht war. Ich erinnere mich an die Geigentöne, die mich total einlullten. Es war alles wie ein Strudel und auf einmal klatschten die Leute und das Orchester verbeugte sich. Das was für zwei Stunden angekündigt war, war mir vorgekommen wie eine viertel Stunde.

Dann wieder kochen kochen kochen köcheln. Beim nächsten Abenteuer spielte eine Band in unserem AJZ. Es war eine ziemlich krasse Noise-Rock-Band aus Norwegen, die aussahen wie hasserfüllte Teufel und die alles kaputt machten. Das gefiel mir und meinen Freund_innen ganz gut und deswegen schrien wir zum Applaus wie blöde rum. Hoch und laut. Als die Band fertig war, kreischten wir eine viertel Stunde lang übelst laut und krank rum, machten Tier-Geräusche und schrien und keiften wie am Spieß rum, bis wir unsere Kehlen fast ausspuckten. Da ging die Band endlich wieder auf die Bühne und spielte eine Zugabe, irgend ein Cover von einer Punkband. Nachdem Konzert sagte der Schlagzeuger zu mir, dass die Band noch nie in ihrem Leben eine Zugabe gespielt hatte. Unser Geschrei war so kränk…

Dann wieder kochen kochen kochen köcheln. Das nächste Abenteuer könnte man auch nennen: „Jugend forscht“: Ich saß in der Sonne vor unserem AJZ und wollte eigentlich faulenzen und mich räkeln. Da kam ein Kumpel zu mir, der mich ziemlich aufdringlich fragte, ob ich mit ihm zusammen in einem Terrarium einen Ameisen-Staat aufbauen wolle. Ich erklärte ihm ziemlich unwirsch, dass ich mich für Ameisen eigentlich herzlich wenig interessiere, woraufhin er sich trollte. Kurze Zeit später kam er mit einem Holunder-Zweig wieder und zeigte mir, dass sich daran ganz viele größere und kleinere Blattläuse befestigt hatten. Außerdem waren da zwei Marienkäfer, die aufeinandersaßen. Der vordere Marienkäfer fraß ganz gemütlich die Blattläuse auf. Dann waren da auch Ameisen, die sich für die Marienkäfer herzlich wenig interessierten, dafür aber mit ihren Fühlern an den Hinterteilen von den Blattläusen kitzelten, woraufhin diese eine kleine glänzende Perle absonderten, die die Ameisen dann aufsaugten. Verrückt.

Das schlimme an der ganzen Sache ist, dass ich das alles nicht geträumt hab…

Save your Unbewusstes #12

Heute hab ich geträumt, ich wäre mit den Jungs aus Strausberg in einem riesigen Haus mit ganz hohen Decken. Irgendwie war es, als würden wir Camping-Urlaubb in dem Haus machen. Neben noch ein paar anderen Leuten war da auch Manfred, ein bärtiger Mann, der sich stark gegen Nazis engagiert, aber nicht mehr ganz so fit ist und schon mal ganz schön stressig sein kann. Als wir alle müde waren, schlafen gehen wollten und das Bettenlager schon aufgebaut war, wollte sich Manfred noch einen Kaffee kochen. Anfangs ging das noch ganz gut, aber als der Kaffee fertig war, hörte die Kaffemaschiene nicht auf zu tröpfeln. Und sie tröpfelte und tröpfelte und tröpfelte, bis der Kaffee-Tropfer zu einem laufenden Wasserschlauch wurde, der nicht mehr zuzudrehen ging. Eigentlich wollten ja alle schlafen, also versuchten wir allerlei, damit der scheiß Schlauch aufhört zu laufen. Jedoch erfolglos. Damit der scheiß Wasserschlauch nicht unser ganzes Bettenlager nass machte, haben wir ihn in eine Badewanne gelegt, damit das Wasser ablaufen konnte. Und da kam uns die Idee: wir könnten in der Badewanne baden. Und das haben wir dann auch gemacht, denn es war ja warmes Wasser. Das Gespritze und Geplantsche ging dann die ganze Nacht. Ich kann mich nur noch erinnern, wie wir dann am nächsten Morgen mit einem Van irgendwo hingefahren sind…

Marmor, Stein und Eisen bricht…

…aber die Gewerkschaft nicht!
oder: Mein schönster 1. Mai

Mein erster Mai begann in diesem Jahr mit einem Traum. Ich hatte zwei Tage zuvor eine sehr auf- und anregende Diskussion mit einem Gewerkschafter geführt. In meinem Traum war ich mit einigen Freunden bei diesem Gewerkschafter zu Hause, wo eine Party war. Er wohnte in einer riesigen Villa, mit riesigen Zimmern, hohen Decken und mit einer noblen Einrichtung. Es waren ziemlich viele Menschen auf der Party. Aber eben dieser Gewerkschafter war nicht da. Irgendwann waren wir in der Küche, saßen auf dem Boden und unterhielten uns, woraufhin wir schließlich Hunger bekamen. Da der Gewerkschafter nicht zu Hause war suchten wir in den Küchenschränken und fanden auch ein paar Aufback-Brötchen. Wir packten sie auß und wollten sie in den Herd legen, aber die Brötchen waren zu klein: Sie fielen durch den Rost durch. Irgendwie machte mich das panisch. Aber wir suchten weiter und fanden glücklicherweise größere Brötchen. Doch als wir auch die ausgepackt hatten, stellten wir fest dass sie zu groß waren: Sie passten gar nicht in den Herd rein. Wieder ein Anflug von Panik. Nach längerer Sucherei haben wir dann aber endlich Brötchen gefunden, die in den Herd reingepasst haben und die haben wir uns dann auch schmecken lassen. Doch als wir da so saßen, mit unseren Tellern und mit den Brötchen, kam auf einmal der Gewerkschafter zur Küchentür rein. Erneut ein Anflug von Panik: Wir haben niemanden gefragt und uns einfach so an den Brötchen bedient. Ich schaffte es schnell noch meinen Teller mit dem Brötchen unter einen Schrank zu schieben, aber es war zu spät. Der Gewerkschafter hatte es bemerkt und er war sichtlich empört über unser Verhalten. Peinlich. Schließlich ging die Oma von dem Gewerkschafter mit einer Mütze rum und sammelte Geld für die geklauten Brötchen ein…

Dann wachte ich auf, es war der erste Mai und ich lag in einer Scheune an einem Feuer und war von oben bis unten mit Asche beschmiert. Hier hatte ich am Vorabend eine wunderschöne Party erlebt, am Arsch der Welt bei irgend einem Kack-Nest. Nach kurzem Frühstück (Aufbackbrötchen über dem Feuer geröstet), fuhr ich mit einigen Freunden mit dem Fahrrad wieder in die Stadt. Auf dem Weg trafen wir schon einige alkoholisierte Bollerwagen-Männertags-Männer, die mir ein bisschen Angst machten und die uns als Fotzen beschriehen, weil wir ihnen nicht zuprosteten. Ich fuhr noch mal kurz nach Hause, stellte mich unter die Dusche und dann stürzte ich mich in den revolutionären ersten Mai…

Zu erst traf ich mich mit einem guten Freund und wir schlenderten zusammen über den Flohmarkt. Dort kauften wir ein Gedichte-Buch von dem alten Anarchisten Erich Mühsam und ein Buch von irgend so einem sowjet-treuen Dada-Typen. Alles DDR-Bücher. Ich guckte mir auch einige schöne Schreibmaschinen an, aber die waren zu teuer. Dann gingen wir zusammen zum Marktplatz, wo der DGB eine Bühne aufgebaut hatte. Weil wir noch nicht so richtig wach waren tranken wir einen Kaffee und dann begann auch schon die Band zu spielen, die sich „Edelweiß – mehr als nur Musik“ nannte. Die guckten zwar total teilnahmslos und spielten irgendwelche Elvis-Presley- und Beatles-Hits, dafür sprachen sie aber in den Pausen total tolle Gedichte. Ich möchte zwei davon zitieren:

1.
Marmor, Stein
und eisen bricht.
Aber die Gewerkschaft
nicht.

2.
Wir kommen hier
gar nicht zum trinken.
Und das hat auch
einen ganz einfachen Grund.

Weil nichts da ist.

Um über diese künstlerische Darbietung ein wenig nachzudenken schlenderten wir gemütlich zu unserem AJZ. Dort wurden wir dann depressiv, weil wir unfreiwillig Youtube-Videos mitgucken mussten. Weil wir so depressiv waren gingen wir dann zu einem Freund um dort ein Plakat für eine Veranstaltung zu machen, aber das machte uns noch depressiver. Als hörten wir Punk-Musik. Und da kam mir eine Idee. Ich könnte meinem Freund einen Iro schneiden. Gesagt (eine halbe Stunde lang Überredungszeit), getan. Die einzige Bedingung war, dass ich auch einen bekomme. Au weia.

Mit den frisch geschnittenen Iros sind wir dann ins Theater gegangen:

Als wir nach diesem sehr aufregenden und verstörenden Theaterstück wieder ins AJZ gingen, traf ich dann dort Schildkroete. Und den musste ich kaum überreden zum Iro-Schneiden. Eine richtige Iro-Schneid-Laune.

Weil im AJZ dann alle besoffen waren und Schildkroete auch wieder los musste, sind wir dann noch zu einem Freund gegangen. Auf dem Weg dorthin sind wir wieder depressiv geworden. Das lag glaub ich an dem Theaterstück. Dann haben wir Ken Park geguckt und danach bin ich eingeschlafen.

Ein aufregender Tag voller Abenteuer und Forschungen.

Save your Unterbewusstsein #10

Nachdem ich also vom linken Moralisten zum beichtenden Ablasssuchenden geworden bin, habe ich mich ein paar Monate der Selbstgeißelung gewidmet, um nun mit gereinigter Seele weiter gen Jenseits zu streben. Das hat mir auch ohne mein Zutun viele Kommentare auf meinen letzten Artikel eingebracht, welche am Himmelstor auf der Waage dazu beitragen werden, dass ich in den Blogsport-Himmel aufsteigen darf.
Während ich ein bisschen an meinem Blog rumfrickele, hier ein Traum, der in der letzten Nacht meine Seele geplagt hat:

Ich habe geträumt, ich wäre in einem kleinen Dorf, wo ich zusammen mit ein paar Leuten ein Haus besetzt habe. Mit der Zeit füllte sich das Haus enorm und es wurden immer mehr Leute, die mit in dem Haus wohnen wollten, sodass es bald ein reges Chaos und Gewimmel gab und ich den Fortbestand der Besetzung in Gefahr saß. Also rannte ich fast panikartig zwischen den unzähligen Menschen umher und rief: „Wir müssen ein Komitee zur Aufrechterhaltung der Besetzung bilden!“ (Literaturtip: René Viénet„Wütende und Situationisten in der Bewegung der Besetzungen“) Keiner der Anwesenden schien mich zu hören, dafür aber entdeckte ich A., der in unserem lokalen AJZ Hausverbot hat und bekam eine mordsmäßige Wut über seine unverschämte Anwesenheit. Ich packte ihn bei den Haaren und wollte ihn so aus der Tür schleifen, was er sich jedoch nicht gefallen ließ, sodass wir uns prügelten. Da um uns herum dutzende andere Menschen standen, die von der Prügelei anscheinend keine Notiz nahmen, gelang es ihm schließlich mir zu entwischen und ich konnte ihn zwischen den Leuten nicht mehr entdecken. Verwirrt lief ich durch das Haus, schlängelte mich durch die Menschenmasse, die immer noch keine Notiz von mir zu nehmen schien und gelangte schließlich in einem Raum, in dem nebeneinandergereiht und übereinandergestapelt unzählige Kühlschränke standen. Anscheinend schien jeder der Hausbesetzer_innen einen eigenen Kühlschrank zu besitzen und diese Kühlschränke schienen in diesem Raum versammelt zu sein. Etliche der Besetzer_innen werkelten an ihrem Kühlschrank herum, oder standen einfach nur da und unterhielten sich mit anderen Besetzer_innen. Auf einmal bemerkte ich, dass in einem Kühlschrank, der in der zweiten Reihe stand und dessen Tür geöffnet war, auf einer Schachtel A. saß und etwas schrieb. Er saß einfach so in dem Kühlschrank, seine Körper passte genau in den kleinen Raum und schrieb etwas, als wäre es das normalste auf der Weöt in einem Kühlschrank zu sitzen.
Den Rest hab ich vergessen…


Save your Unterbewusstsein Spezial

Nun bin ich ja nicht der einzige Mensch der träumt und deswegen will ich hier einen Traum veröffentlichen, den meine Schwester geträumt hat. Sehr krass. Ich komm natürlich drin vor und dies ist ein Gruß an S.

Gepostet von meiner Schwester auf ihrem Blog: http://metallicterry.blogspot.com

Ich weiß gar nicht, warum ich das so spät aufschreibe. Vor 2 Tagen hatte ich einen Traum, der mich ganz schön mitgenommen hat. Es war kein Alptraum, aber ich bin davon aufgewacht.

Ich hab geträumt, ich bin mit meinen Geschwistern im Garten vom alten Haus im Dorf und spiele ein Bisschen. Ich mag das Haus, dort bin ich zu Hause.
Aber aus irgendeinem Grund war mein Bruder L. traurig. Nicht nur traurig, er schien Schmerzen zu leiden. Er meinte, er habe Heimweh. Und zwar richtig. Ich wunderte mich, weil wir ja schon zu Hause waren, aber er reagierte nicht darauf sondern schien noch trauriger zu werden. Es schien irgendwas zu geben, von dem wir anderen aus der Familie nichts wussten. L. hatte Heimweh. Er wollte zurück nach Hause. Er musste zurück nach Hause.
Dann, im Garten, war er – wie es in Träumen so ist – eine Katze (das war normal so). Ein kleiner junger Kater. Er schlich durchs Gras, als suche er etwas. Auf der anderen Seite des Hauses traf er seine Freundin, die auch eine Katze war. Ich versuchte ihn zu überreden, zur Vernunft zu kommen und hier zu bleiben, aber das hörte er gar nicht.
Dann geschah etwas, das ich noch nie in meinem Leben gesehen hatte: Die beiden Katzen küssten sich ausgiebig und lange. Es sah bisschen so aus, als ob sie sich mit den Mäulern ineinander verbissen hatten. Ich konnte L. weinen sehen. Er, als Katze mit einem weiß-grautetigert-geflecktem Fell, weinte Blut.
Dann bemerkte ich, dass sich der Himmel veränderte. Es war soweit. Es war inzwischen Nacht und der Himmel war dunkel. Deutliche Lichtformationen erschienen am Himmel, irgendwelche Muster wie aus Scheinwerfer-Spots und Strahlen. Es war so imposant, dass ich meinen Blick gar nicht davon wegreißen konnte. Das machte mir Angst.

Und dann war mein Bruder verschwunden.

Save your Unterbewusstsein #9

Haha, ich hab gestern Nacht geträumt, ich hätte 34587 comments auf den letzten Blogeintrag bekommen. So weit ist es schon gekommen. Es geht zu Ende mit mir.

Save your Unterbewusstsein #8

Ich bin also nicht der einzige der von U-Bahn-Netzen träumt

Nicht so heute Nacht.

Ich habe geträumt, dass ich auf einer Art Klassenfahrt wäre. Ich kann mich aber daran erinnern, dass auch mein Cousin und einige meiner Freunde dabeigewesen sind. Auf jeden Fall wollte ich an einem Morgen duschen gehen. Der Duschraum war riesig groß und extrem heruntergekommen. Als ich mir eine der einigermaßen gut aussehenden Duschen sichern wollte, wurde ich gleich wieder davon gejagt. Irgendjemand erklärte mir dann, dass ich auch baden könnte und zeigte mir riesige verrostete Wannen, die schon mit Wasser gefüllt waren. Als ich dankend ablehnte, zeigte mir derjenige, an den ich mich nicht erinnern kann, wo sich noch ein paar gute Duschen befanden. Dazu musste ich aber über eine Art Dach klettern, welches sich innerhalb des riesigen Duschraumes befand. Also kletterte ich auf das (Flach)Dach um endlich zu meiner verdienten Dusche zu kommen. Als ich jedoch auf dem Dach saß und auf der anderen Seite wieder herunterspringen wollte, erschrak ich und stellte fest, dass das Dach viel zu hoch war um einfach davon herunter zu springen. Es war so hoch, dass ich zweifelsohne auf dem Fliesenboden zerschmettern würde. Und fast war ich schon heruntergerutscht, denn meine Hose war auf einmal nass und glatt. Ich hatte extreme Mühe mich auf dem Dach zu halten und verfiel in panische Angst. Einige Menschen unten im Duschraum bemerkten meine Panik und versuchten mir zu helfen und machten allerlei Vorschläge wie ich da wieder herunter kommen könnte. Das Dach war aber inzwischen wohl gewachsen und der Fliesenboden war immer weiter von mir entfernt und auch die Menschen da unten wurden immer kleiner. Trotzdem konnte ich mich mit ihnen normal unterhalten, ohne meine Stimme anstrengen zu müssen. Schließlich gab mir einer der Menschen da unten (es war schon fast eine Menschenmenge) den rettenden Tip und zeigte nach oben. Ein Stück über mir befand sich ein Geländer und auf der anderen Seite befand sich der Eingang zu einem Schwimmbad. Ich musste nur über das Geländer springen und schon war ich gerettet. Es war trotzdem gefährlich: Denn der Abstand zwischen dem Dach und dem Geländer war nicht sehr gering. Es war mir klar, dass ich bei dem Versuch über das Geländer zu gelangen, ebenso abstüren könnte. Ohne, dass ich mich darüber wunderte, befanden sich plötzlich neben mir auf dem Dach die genannten Freunde von mir und gemeinsam wagten wir den Sprung. Und wir schafften es. Wir waren gerettet. Auf der anderen Seite des Geländers. Doch als wir dort gelandet waren, war dort auf einmal kein Schwimmbad mehr, sondern eine vollbesetzte Zuschauertribüne von der Art wie sie an Rennstrecken zu finden sind. Ich hatte auf einmal eine Israelfahne in der Hand und wir rannten an den Zuschauern vorbei und riefen: „Was wir wollen ist nicht viel: Solidarität mit Israel!“ Das schien den Zuschauern offenbar nicht sehr zu gefallen und wir mussten noch schneller rennen, denn sie begannen uns zu verfolgen. Auf einmal war auch Knüppelpolizei da, die uns ebenfalls verfolgte. Panisch liefen wir davon, kamen schließlich auf eine Straße. An diese Straße grenzte eine große Wiese, über die wir nun liefen. Irgendwann gelangten wir an einen Abhang, der ebenfalls mit Gras bewachsen war. Wieder bekam ich panische Angst davor tief hinunter zu fallen. Doch wir schafften es den steilen Wiesenhang hinunterzurennen (fast zu stolpern und zu fallen) und konnten die wütenden Zuschauer somit abhängen. Um nicht zu stürzen, hatte ich aber meinen geliebten schwarzen Stoffbeutel (mit der Robbe drauf) und meine Rollfilmkamera herunterwerfen müssen. In dem wiesengrünen Tal angekommen machten wir uns also auf die Suche danach. Doch wir fanden sie nicht. Stadtdessen entdeckten wir die Ruinen eines Hauses und wir machten uns daran diese zu erforschen. Wir entdeckten einen Schlafplatz, der hergerichtet war wie ein keltisches Grab und ich rechnete damit die Gebeine einer verstorbenen Frau entdecken zu müssen. Doch dergleichen war nicht zu finden. Stattdessen entdeckte ich eine Figur, etwa so groß wie die aus den Überraschungseiern, jedoch aus Holz geschnitzt und kunstvoll bemalt: Es war ein Schwarzer der gebeugt lief und von der Peitsche eines Weißen geschlagen wurde (mondkuh hat mir gestern von so einem Bild erzählt, das in einer Bar hängen soll). Außerdem entdeckten wir ein verrücktes Gerät: Es war ein Fotoapperat, Stereoanlage, Radio und Fernseher gleichzeitig, sah aber total alt aus, also wie eine Produktion aus den 20er Jahren. Wir bauten das Gerät auseinander, konnten aber irgendwie nichts wertvolles daran entdecken und ließen es so liegen. Wir machten uns wieder auf den Weg. An den Rest kann ich mich nicht erinnern……

Save your Unterbewusstsein #7

Gestern Nacht hatte ich also wieder mal einen seltsamen Traum…

Ich träumte, Schroeter und Berger wären keine Gestalter, sondern Architekten. Ihr letzter Entwurf war gerade fertig gestellt worden: Der Umbau der Metro, nein des ganzen U-Bahn-Netzwerkes. Diese Metro war ursprünglich im monumentalen Baustil der Sowjetunion gebaut worden. Schroeter und Berger haben diesem Stil einen Cyber-Pop-Stil hinzugefügt: Alles war mit neonfarbenem Plastik übermantelt (natürlich mit Hammer-Und-Sichel-Muster), überall blinkte es und untertage war sowieso allerhand los. Mensch kann also von einem cyber-modernen Poststalinistischen Baustil sprechen. Ich habe geträumt, dass ich mit einigen Freunden eine Fahrt gemacht habe. Der windschnittige Zug fuhr ganz von Alleine und war größtenteils aus Glas (hat mich leicht an die kopenhagener Metro erinnert), mensch konnte also vorn und aus den Seiten rausgucken. Rechts und links rollten ständig riesige verschiedenartige Kugeln vorbei, sowieso war alles eher wie eine riesige Neon-Murmelbahn und der Zug mittendrin.
Schließlich kamen wir an und S. und ich haben zusammen Schroeter und Berger besucht. Diese haben in einem riesigen Schloss gewohnt. Anscheinend hatten sie durch den letzten Auftrag eine Menge Geld verdient. Wir wurden in eine Eingangshalle geführt und mussten dort warten. In dieser riesigen Halle stand auch ein Flügel, an den wir uns gesetzt haben und allerlei verrückte Effekte ausprobiert haben, die den Klängen eines Flügels sehr fremd waren.

Dann muss ich irgendwann aufgewacht sein…

Save your Unterbewusstsein #6

(Wird ja langsam ein Traumblog. Naja in den Ferien träumt man mehr.)

Ich habe geträumt, ich hätte zusammen mit S. zwei Wochen in Kopenhagen verbracht. Ich erinnere mich, dass wir in den Tagen bevor wir losgefahren sinn ziemlich viele Partys gemacht haben. Ich erinnere mich an die Szene während einer Party, wo ich am Rand eines Brunnens balancierte.
Nun gut. Die Zeit in Kopenhagen habe ich im Traum übersprungen. Ich weiß nur, wie uns meine Eltern abgeholt haben und ich irgendwie panische Angst hatte, dass ich nicht rechtzeitig am Montag in der Schule bin. Auf der Fahrt haben wir dann in Dresden halt gemacht und haben uns dort irgendwie aufgehalten. Auf einmal war S. nicht mehr S., sondern Paulchen Panther. Nichtsdestotrotz sind wir durch Dresden gelaufen um zu gucken was los ist. Zu erst haben wir eine Punkerin getroffen, die wusste nicht was los ist, ist aber mit uns mitgelaufen. Dann meinte ich zu P.P.: „Mensch, do vorne bei den Garagen da ist doch ne Punker-Bruchbude, dort haben wir doch mal Emmes besucht.“ Er antwortete: „Ja Mann, da habe ich selbst mal drin gewohnt.“ Wir sind dann aber nicht reingegangen, weil es uns zu dreckig war.
Irgendwann sind wir dann in die Innenstadt gekommen und sind zufällig an einem Gelände der deutschen Bahn vorbeigekommen. Dort haben sich gerade ziemlich viele Bahnbeamte Knüppelrüstungen angezogen, wie sie sonst nur von Polizisten getragen werden. Wir sind stehen geblieben, da wir uns gedacht haben, dass es hier interessant für uns werden könnte. Und tatsächlich: Auf einmal flogen von der gegenüberliegenden Straßenseite Wurfgeschosse auf die Bahnbeamten, die ich nicht genau identifizieren konnte (ich glaube es waren Golfbälle). Geworfen wurden sie von einem Haufen Autonomer, unter ihnen auch fubar Wir gesellten uns zu ihnen und plötzlich war auch metallicterry da. Wir beobachteten was auf der anderen Seite der Straße auf dem Gelände der Deutschen Bahn geschah. Und dies war höchst seltsam. Die Bahnbeamten verzogen sich größtenteils in ein Gebäude auf dem Gelände. Dafür öffnete sich eine Tür im selben Gebäude und ein Castor kam herausgefahren.

castor

Der Castor fuhr immer vor und zurück und stieß gegen das Tor, welches das Bahngelände umgrenzten. Wir wussten nun nicht genau was das zu bedeuten hat und haben deswegen bei einem der Bahnbeamten nachgefragt. Der meinte, dies sei eine Demonstration zum Beweis dafür, dass Castortransporte völlig ungefährlich sein. Das fanden die Autonomen beschissen und haben wieder mit den Golfbällen geworfen. Daraufhin hat sich der Castor wieder verzogen und wir sind in das Gelände eingedrungen. Die ganzen Bahnbeamten wollten deeskalierend auf uns einreden und einfach mit uns mal über die Sache diskutieren. Zuletzt kamen sie sogar an und haben uns Bücher geschenkt, die alle etwas mit Eisenbahn zu tun hatten. Irgendwann wurde mir und P.P. und metallicterry das zu bunt und wir haben uns mit ein paar anderen Autonomen entfernt. Beim Rückzug habe ich mich versucht krampfhaft an eine Parole zu erinnern, die ein Thema anspricht, welches im Gegensatz zu Castor-Transporten viel zu wenig Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit genießt (11.000 Kinder). Schließlich erinnerte ich mich an die Parole und rief: „Der Zug war schnell, die Nacht war kalt, sie brachten sie nach Buchenwald.“ (Habe ich mir wohl im Traum ausgedacht, denn ich habe das noch nie gehört) Doch aus meinem Mund kamen irgendwie nur total komische Klänge, sodass man zwar verstehen konnte was ich rief, es aber total seltsam klang und nicht den Sinn transportierte. Kurz bevor ich aufgewacht bin, hat mir einer der Autonomen vorgeworfen, ich würde aus einem Horrorfilm zitieren.

Bei der Gelegenheit viele Grüße ans PaulchenPantherchen. Alles gute zum Geburtstag und:

Und liebe Grüße an S. in der Ferne. Ich vermisse dich und:

Save your Unterbewusstsein #5

„Unsere Träume sind nicht nur als ‚unsere‘ untereinander verbunden, sondern bilden auch ein Kontinuum, gehören einer einheitlichen Welt an, so etwa wie alle Erzählungen von von Kafka in ‚Demselben‘ spielen. Je enger aber Träume untereinander zusammenhängen oder sich wiederholen, um so größer ist die Gefahr, dass wir sie von der Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden können.“
Theodor W. Adorno

„Listen to them. Children of the night. What music the make.“
Dracula

Habe heute Nacht geträumt, ich wäre in einer seltsamen, am Wald gelegenen Kleinstadt. Diese wurde von Vampieren bedroht, sodass sich weltuntergangsähnliche Szenen abspielten. Die Bevölkerung sammelte sich in Banden, um eine Chance gegen die Vampiere zu haben. Ich und meiner Schwester schlossen uns einer Bande an, die größtenteils aus einer Hooligangruppe bestand. Um den Schutz dieser Bande zu bekommen, mussten wir uns, so wiederwärtig uns dies auch erschien, in die Hierarchie dieser Männer einordnen, was uns jedoch nicht sehr gut gelang. Wir wurden immer wieder beschimpft. Die Bande hatte sich in einer Art Club-Haus verbarrikadiert. Das Gelände um dieses Haus herum, das an einen Wald grenzte, war durch hohe Zäune abgeriegelt um einen Schutz gegen die Vampiere zu bieten und wurde von den Hooligans überwacht. Es standen auch Motorräder herum. Einmal konnten ich und meine Schwester dem starken Wunsch nicht widerstehen, einen Spaziergang in den angrenzenden Wald zu unternehmen, obwohl uns dies strengstens Verboten war. Wir schafften es an den Wachen vorbeizuschleichen und liefen eine Weile durch den düsteren, aber idyllischen Wald. Plötzlich stand ein alter Mann vor uns, der uns vertraut anredete. Er schenkte mir ein Schwert, meine Schwester hatte bereits eins. Das Schwert hatte eine aufklappbare Klinge, die man mit einer schwunghaften Bewegung herausholen konnte. So plötzlich wie der Alte erschienen war, verschwand er auch wieder. Meine Schwester schlug mir vor, ein wenig Schwertkampf zu üben, was auch nützlich sein könne um sich gegen die Vampiere zu wehren. Wir liefen also durch den Wald hindurch, bis wir in eine Berglandschaft kamen, die sowohl aus großen Felsen bestand, als auch aus weiten Wiese. Auf einer dieser Wiesen entschlossen wir uns die Übungen zu beginnen. Doch plötzlich bemerkte ich, dass ich das Schwert unten im Wald vergessen hatte. Meine Schwester wollte trotzdem üben.
Später befanden wir uns auf dem Dachboden einer großen Scheune. Es war auch einer der Vampiere anwesend, was dann geschah habe ich jedoch vergessen. Ich glaube ich wurde gebissen.

Ich habe am Tag vorher einen Film über Holligans gesehen. (Football Factory – gute Unterhaltung, flache Handlung, keine kritische Reflexion des Hooliganismus).

Nosferatu

Save your Unterbewusstsein #4

Ich habe geträumt ich wäre mit S. in Kopenhagen. Dort haben wir das Ungdomshuset (Jugendhaus) gesucht, um Freunde von uns zu finden. Während der verzweifelten Suche fällt uns plötzlich erschreckend ein, dass das Ungdomshuset doch abgerissen wurde. Wir sind verzweifelt. Schließlich finden wir ein anderes Haus, in dem wir tatsächlich einige unserer kopenhagener Freunde treffen. Plötzlich erfahren wir, dass eine verfeindete Bande versucht das Haus anzugreifen. Und plötzlich stehen sie vor uns und bedrohen uns mit nSpritzpistolen. Obwohl es nur Spritzpistolen sind, habe ich eine unglaubliche Angst getroffen zu werden und weiß, dass ich sterben werde falls mich jemand mit dem Wasser trifft. Im Chaos der Situation werde ich von S. getrennt. Plötzlich läuft der Chef der befeindeten Bande vor mir. Doch er bemerkt mich nicht und geht an mir vorrüber. Ich, nun auch mit einer Spritzpistole bewaffnet, folge ihm unauffällig. Er läuft in Richtung Eingang des Hauses. Wenn er die Tür erreicht will ich ihn erschießen. Genau im Moment als er die Tür erreicht, wache ich auf…

Save your Unterbewusstsein #3

Habe letzte Nacht wieder krasses Zeug geträumt. Diesmal ist es ein Alptraum.

Ich befinde mich zusammen mit meiner Freundin (S.) in meinem Zimmer. Wir haben dort die letzten Tage verbracht und haben kein einziges mal den Raum verlassen. Irgend etwas wirklich schlimmes ist passiert, wir beide sind verzweifelt und haben Angst. Ich weiß nicht mehr genau was die Ursache für unser Leiden war, aber S. nimmt es schlimmer mit als mich, die Depression hat eine schwächende Wirkung auf ihren Körper. Die Rolläden sind heruntergelassen, es dringt nur sehr wenig Licht ein. Die meiste Zeit Dunkel. Überall auf dem Boden liegt Zeug, es ist sehr chaotisch. Wir halten uns die größte Zeit in der Nähe meines Bettes auf, meistens liegt S. auf dem Bett und ich sitze davor.
Irgendwann gelingt es uns zu schlafen. Obwohl ich nicht genau weiß, ob S. wirklich geschlafen hat. Auf jeden Fall wache ich auf, gucke zu S. und will sie etwas fragen, als ich bemerke, dass sie tot ist.

Panik…, Verzweiflung. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll, dass sie tot ist, will irgendwie handeln, aber mir fällt nichts ein was ich tun könnte. Wem kann ich es erzählen? Wen kann ich zur Hilfe holen? Was soll ich mit ihrem toten Körper machen? Soll ich die Polizei anrufen? Was für bürokratisches Zeug muss ich jetzt erledigen? Ich habe keine Ahnung. Also warte ich wie bisher; sitzend vor dem Bett.

Plötzlich sitze ich bei meinen Eltern in der Küche. Es fällt mir schwer, doch ich erzähle ihnen was passiert ist und bitte sie um Hilfe, obwohl mein Verhältnis zu ihnen in der letzten Zeit nicht besonders gut war. Meine Mutter sagt nichts, mein Vater fragt ob er die Polizei benachichtigen soll, ich zucke mit den Schultern, er nimmt das Telefon und wählt 110. Irgendwie bin ich beruhigt. Er wird wissen was zu tun ist. Ich kann nicht mehr. Als am anderen Ende der Leitung jemand ran geht, fängt mein Vater freundschaftlich mit dem Polizisten zu reden. Anscheinend kennen sie sich, sie reden wie alte Kumpels, lachen. Ich bin verstört und Panik überfällt mich wieder. Was ist hier los? Mein Vater legt auf. Hää? Wieso? Dann nimmt er ein Funkgerät, stellt es auf den Tisch, dreht an ein paar Rädchen und sagt etwas hinein. Eine Weile der Stille, dann antwortet der Polizist, der vorher am Telefon war und die beiden reden über Funk weiter.

Plötzlich befinde ich mich in einem Auto. Ich habe einen Anzug an und weiß, dass ich gleich in meiner Schule das Koloquium meiner Jahresarbeit halten muss. Ich habe Angst davor. Noch schlimmer ist das ständige Bewusstsein, dass S. tot ist, ich nichts machen kann und ausgerechnet jetzt noch mein Koloquium halten muss. Kann ich es nicht absagen? Nein es geht nicht. Das Auto hält vor meiner Schule, ich steige aus. Das Schultor ist jedoch versperrt. Man gelangt nur durch einen kleinen Spalt auf das Schulgelände, doch vor dem steht ein Schüler, der wie ein Security-Mensch wirkt. Ich frage einen anderen Schüler, der ebenfalls vor dem Tor wartet was los ist und der antwortet mir, dass Fasching ist und jeder verkleideit sein muss. Wer nicht verkleidet ist bekommt ein Kostüm verpasst und das soll nicht sehr angenehm sein, sagt er. Wieder ein Anflug von Panik in meinem Kopf. Ich hatte doch keine Zeit mir ein Kostüm zu überlegen. Nicht in dieser Situation. S. ist tot. Und außerdem muss ich Koloquium halten.

Ich wache auf und mir ist schlecht.

Ps: Mein Computer bekommt zur Zeit einen Systemwechsel (Linux) und wird aufgepimpt, ist deshalb nicht zu Hause, daher so wenig Einträge in der letzten Zeit.