Archiv der Kategorie 'Radio'

Bauhaus und Nationalsozialismus

Das Bauhaus gilt als Gründungsmoment einer modernen und fortschrittlichen Tradition, die durch den Nationalsozialismus abgebrochen wurde. Bauhaus und Nationalsozialismus erscheinen im kulturellen Gedächtnis als Gegensätze. Bei genauerem Blick kommt diese Entgegensetzung ins Wanken. Es stimmt, dass das Bauhaus von den Nazis aufgelöst wurde und VertreterInnen der Schule von den Nazis verfolgt wurden. Aber der Nationalsozialismus wusste Formelemente des Bauhauses auch zu integrieren. Innerhalb des Bauhauses gibt es gegenüber dem Nationalsozialismus eine große Bandbreite an Positionen: Von aktivem Antifaschismus über Opportunismus und Anpassung bis hin zur aktiven Mittäterschaft.

Kürzlich ist der Sammelband „100 Jahre Bauhaus. Vielfalt, Konflikt und Wirkung“ im Metropol-Verlag erschienen, herausgegeben von Bernd Hüttner und Georg Leidenberger. Darin hat Laura Rosengarten einen Beitrag über Bauhaus und Nationalsozialismus veröffentlicht. Ich habe mit ihr über das Thema ihres Textes gesprochen – zunächst habe ich sie nach den Ursprüngen und Anlässen ihrer Auseinandersetzung mit dem Bauhaus gefragt.

Hinweis zur Korrektur: Es sind 17 BauhäuslerInnen bekannt, die von den Nationalsozialisten ermordet worden sind – im Interview sind irrtümlich andere Zahlen genannt worden.

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Siehe auch:

    Hannes Meyer und das Bauhaus
    Wutpilger-Sendung über den Bauhäusler Max Gebhard
    Wutpilger-Sendung über linke Debatten um’s Bauhaus

Une situation excellente? – Publikation und Radiobeiträge zur Gelbwestenbewegung

Die Translib hat eine Broschüre mit dem Titel „Une situation excellente? – Beiträge zu den Klassenauseinandersetzungen in Frankreich“ veröffentlicht. Das Heft enthält, neben einem Beitrag des Translib-Arbeitskreises selbst, Übersetzungen von Debattenbeiträgen um die Gelbwestenbewegung.

Um das Heft im Radio vorzustellen, habe ich einen hörbaren Rückblick auf die Gelbwestenbewegung zusammengestellt, der zuletzt auch auf den aktuellen Stand der Bewegung eingeht:

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Außerdem habe ich ein Interview mit Marco von der Translib geführt, das einen Einblick ins Heft gibt. Wir gehen darin vor allem auf den größeren historischen Kontext ein, in dem die Gelbwestenbewegung zu verorten ist: Die Krisenentwicklung seit den 70er Jahren und die Strategie des Kapitals, diese Krise in einen Angriff auf Reproduktionsansprüche der Lohnabhängigen umzuwandeln. Dabei gehen wir auch auf die spezifischen Verhältnisse in Frankreich ein:

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Siehe auch meinen älteren Blogeintrag: Zur Gelbwestenbewegung.

Zur politischen Ökonomie des Ostens

Im Vorfeld eines Vortrags, der am 10.07.2019 in der Translib Leipzig stattfinden wird, habe ich ein Interview mit Dominik Intelmann geführt. Diese Art des Nachdenkens über die polit-ökonomischen Strukturen in Ostdeutschland finde ich sehr wichtig und möchte das Interview daher sehr empfehlen. Es geht darin u.a. um die Abwicklung des DDR-Volkseigentums durch die Treuhand, den durch die Wiedervereinigung notwendig gewordenen und verfestigten Staatsinterventionismus, die Umverteilungslogik zwischen den jeweiligen Arbeiterklassen in Ost und West … Ausführlicher hat Dominik Intelmann Aspekte dessen in einem Vortrag dargelegt, der hier nachgehört werden kann. – Im Interview benennen wir u.a. den Arbeitskampf in Bischoferode – eine ausführliche Radiosendung über die Betriebskämpfe im Osten Anfang der 90er Jahre findet ihr hier.

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Die fünf Leben des B. Traven

Der Roman „Das Totenschiff“ von B. Traven wäre nicht ausreichend als Abenteuer- oder Seefahrerroman charakterisiert. Auch wenn er Abenteuerliches erzählt, enthält er eine Zeitdiagnose: Wie Staatszugehörigkeit und nationale Identität im Zuge des 1. Weltkriegs auf neue Weise an Bedeutung gewinnen. Dabei geht es zentral um die Position der Staatenlosigkeit. Der Staatenlose befindet sich in einem Zustand der Rechtslosigkeit, wird von Behörde zu Behörde weiter gereicht und bleibt als Nicht-Person in einem rastlosen Zwischenzustand gefangen. Der Roman beschreibt zudem den Zustand und Alltag des Arbeitslagers, dessen Insassen sich jenseits von Leben und Tod befinden – ein Arbeitslager, das in diesem Fall als Schiff die Meere befährt.

Lange Zeit rankten sich zahlreiche Mythen und Vermutungen um den Romanautoren B. Traven, bis vor Kurzem wurde noch die Vermutung angestellt, dass sich hinter diesem Namen mehrere Autoren verbergen. Bei Edition Tiamat ist jüngst ein Buch erschienen, das verspricht, den Lebensweg und die Identität B. Travens weitestgehend aufzuklären: „Das Phantom. Die fünf Leben des B. Traven“ von Jan-Christoph Hauschild. Ich habe ein Interview mit Hauschild geführt, in dem wir einige Lebensstationen B. Travens besprochen haben. Ich habe ihn zunächst danach gefragt, was für ihn Ausgangspunkt und Motivation der Publikation gewesen ist.

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Über den Regisseur Thomas Harlan

Thomas Harlan gehört zu einer der interessantesten Figuren der Nachkriegs-BRD. Er war ein Regisseur, der überwältigende und verwirrende Filme gemacht hat. Immer wieder hat sich Thomas Harlan in seinen Filmen mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinandergesetzt, nicht zuletzt war dies Teil einer Auseinandersetzung mit seinem Vater Veit Harlan, dem Regisseur des antisemitischen Propagandafilms „Jud Süß“. Eine Beschäftigung mit den Filmen Thomas Harlans führt uns auf die Spuren der Kontroversen der bundesdeutschen Nachkriegszeit, auch im Zuge von 1968 und des deutschen Herbstes. Ich habe mit Chris Wilpert (u.a. Testcard, Destruktive Charaktere) über Leben und Werk von Thomas Harlan gesprochen, wobei wir einen Fokus auf die Filme „Wundkanal“ und „Notre Nazi“ gelegt haben.

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Alte und neue soziale Bewegungen

Ich wollte hier sowieso einmal auf die Zeitschrift Arbeit – Bewegung – Geschichte hinweisen – eine Zeitschrift, die früher JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung hieß. Darin sind immer wieder sehr lesenswerte und inspirierende Texte enthalten – nicht nur für das geschichtswissenschaftliche Fachpublikum. Den HerausgeberInnen gelingt es immer wieder, aktuelle Forschungsarbeiten zu spannenden Themenschwerpunkten zusammenzutragen. Kürzlich habe ich mit Ulf Teichmann ein Interview geführt, der gemeinsam mit Christian Wicke für den Themenschwerpunkt der Ausgabe 2018/III verantwortlich gewesen ist: Alte und neue soziale Bewegungen. Im Interview haben wir uns dem Begriff der „Neuen Sozialen Bewegungen“ angenähert, ich habe ihn zum Forschungsstand, zu den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ihrer Entstehung, ihren Beziehungen zu 1968 und zur „alten“ Arbeiterbewegung befragt. Was die Arbeit – Bewegung – Geschichte überhaupt ist, habe ich David Bebnowski (einen der Mitwirkenden) einmal hier gefragt.

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Von Spartakus zur KPD

Im Zuge der Novemberrevolution kam es vor 100 Jahren auch zur Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands – manche sagen zu spät, manche sagen zu früh. Dabei war die Gründung der KPD von erheblichen inneren Kontroversen geprägt. Ich habe mit dem Historiker Ottokar Luban über die Gründung der KPD gesprochen, wobei wir einen Bogen von der Gruppe Internationale über den Spartakusbund bis zur Parteigründung schlagen. Im Interview erwähne ich die lesenswerte Autobiografie von Karl RetzlawSpartakus. Aufstieg und Niedergang. Erinnerungen eines Parteiarbeiters“. Eine lesenswerte Polemik zum LL-Leichenumzug findet sich hier.

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Deutsche ohne Bahnsteigkarte

Das Transit-Magazin hat am 15.01. (dem 100. Todestag von Rosa Luxemburg) einen Text von Daniel Kulla über die Revolution 1918/19 veröffentlicht (ursprünglich erschienen in der Oktober/November-Ausgabe der Corax-Programmzeitung). Auf Grundlage dieses Textes habe ich im Oktober ein Interview mit Kulla geführt:

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Siehe auch:

    mein Text über die Novemberrevolution in Halle
    weitere Interviews zur Novemberrevolution

Hannes Meyer und das Bauhaus

Von 1928 bis 1930 leitete Hannes Meyer das Bauhaus in Dessau, bevor er vorgeblich wegen politischer Kontroversen das Bauhaus verlassen musste. Auch vor und nach seiner Zeit am Bauhaus hat Hannes Meyer für Diskussionen innerhalb der Architektur gesorgt. Dabei war er am Gebrauch, an einer sozialen Idee des Wohnens und an lokalen Bedingungen des Bauens orientiert.

Thomas Flierl und Philipp Oswalt haben kürzlich bei spector books ein Buch mit dem Titel Hannes Meyer und das Bauhaus. Im Streit der Deutungen herausgegeben. Anlässlich einer Vorstellung des Buches in Berlin habe ich mit Philipp Oswalt – Architekt und Publizist, Professor für Architekturtheorie und Entwerfen an der Uni Kassel, von 2009 bis 2014 Leiter der Stiftung Bauhaus – über das Buch und Hannes Meyer gesprochen.

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Siehe auch meine Wutpilger-Sendung über das Bauhaus und die Sendung über Max Gebhard, in denen Hannes Meyer jeweils ebenfalls vorkommt.

Zur Gelbwestenbewegung

Viel wird über die Gelbwestenbewegung diskutiert – und in hiesigen linken Kreisen tastet man sich langsam zu einer Einschätzung und Bezugnahme hin. Vor dem Jahreswechsel fand in der Leipziger Translib unter dem Titel „Wird es ein Weihnachten geben?“ eine Diskussionsveranstaltung zur Gelbwestenbewegung statt. Ich habe mit Marius ein Interview geführt, der an der Organisation der Veranstaltung beteiligt war:

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Die Translib hat eine deutsche Übersetzung der 42 Forderungen der Gilets Jaunes veröffentlicht. Außerdem finden sich hier Vorläufige Gedanken über die Gilets Jaunes.

Zwischen Weihnachten und Neujahr habe ich außerdem ein Interview mit Max geführt, der immer wieder den Austausch mit Genoss*innen in Frankreich sucht. Hier geht es noch einmal recht grundlegend um den Charakter der Gelbwesten:

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Die Novemberrevolution in Halle

Anlässlich der 100. Jährung der Novemberrevolution hat sich im letzten Jahr die Oktober/November-Ausgabe der Radio-Corax-Programmzeitung diesem Thema gewidmet. Ich habe dafür einen kurzen Text über die Novemberrevolution in Halle veröffentlicht. Das Transit-Magazin hat diesen Text online veröffentlicht. Parallel zur Programmzeitung habe ich im tagesaktuellen Programm von Corax verschiedene Gespräche über die Novemberrevolution geführt, die sich hier aufgelistet finden. Hervorheben möchte ich das Interview mit Ralf Hoffrogge über Richard Müller (siehe dazu auch die Wutpilger-Ausgabe), das Gespräch mit Daniel Kulla und das Interview mit Thies Marsen über „100 Jahre Freistaat Bayern – 100 Jahre NSU“ – wobei ich natürlich alle anderen Beiträge auch hörenswert finde. Die Gesprächsserie findet Anfang dieses Jahres ihren Fortgang.

ZENTRUM DER RÄTEBEWEGUNG?

Kurzes zur Geschichte der Novemberrevolution
in Halle und Umgebung

Um die Jahrhundertwende war Halle-Merseburg zu einem bedeutenden Industriezentrum geworden. Die Schnelligkeit und Brutalität der Industrialisierung und die Arbeitsmigration aus dem ganzen Reich führten bald zu einer Radikalisierung des noch im Entstehen begriffenen Proletariats. Halle hatte eine sehr mitgliederstarke Organisation der SPD, die über großen Einfluss in den Belegschaften verfügte und dem linken Flügel der Sozialdemokratie angehörte. Die hallische SPD hatte enge Kontakte zu Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Franz Mehring und solidarisierte sich mit denjenigen Abgeordneten der SPD, die gegen die Kriegskredite gestimmt hatten. So wie diese aus der Reichstagsfraktion wurde die hallische Bezirksorganisation im März 1916 aus der SPD ausgeschlossen. Kurz darauf trat die heimatlose hallische Parteiorganisation nahezu geschlossen der USPD bei, die von den Kriegsgegnern innerhalb der SPD gegründet worden war. Auch innerhalb der USPD galt der hallische Verband als besonders links und es bestanden Kontakte zur 1914 gegründeten „Gruppe Internationale“ (ab 1916 „Spartakusbund“). Trotz der Nähe dieser Fraktionen innerhalb der Arbeiterbewegung gründete sich auch in Halle 1919 ein Ortsverband der KPD, woraufhin USPD und KPD in einem Konkurrenzverhältnis standen. (mehr …)

Depression, Katastrophe, Piblokto

Für alle Frustrierten, Depressiven, Negativen dokumentiere ich hier eine Weihnachtssendung, die ich 2015 produziert habe und die in der Zwischenzeit schon bei Magazin und Audioarchiv erschienen ist. Die Collage-Sendung enthält Überlegungen zu Depression, Aufstand und Streik. Teil der Sendung sind außerdem ein prosituationistisches Hörspiel aus den 80ern und ein Gleichnis von Franz Jung. Viel Spaß beim Hören und fröhliches Scheitern!

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Das berühmteste Werk eines Bauhäuslers

Im Zuge der Debatte um das Konzert der Band Feine Sahne Fischfilet in Dessau haben sich auch Besorgte Bauhäusler zu Wort gemeldet. Deren Statement war eigentlich das Interessanteste, was in der Debatte zu hören war und las sich so:

Wer vom Bauhaus redet ohne an die Shoa zu denken, soll bitte die Klappe halten!

Es wurden nicht nur das Bauhaus und seine Meister aus Weimar, Dessau und Berlin vertrieben, sondern auch die Schülerinnen und Schüler. Ihre Architektur, Kunst und Gestaltung wurde von den Deutschen als entartet oder als Kulturbolschewismus verunglimpft. Sie wurden verfolgt weil sie nicht in das Bild der Rechten passten — wegen ihres Glaubens, ihrer Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung, weil sie anderer Meinung waren oder weil sie einfach etwas gegen Nazis hatten.

Mindestens 60 Bauhäusler*innen wurden direkte Opfer rechter Ideologie, saßen in Knästen und Konzentrationslagern, viele konnten vor den Nazis fliehen. Es gab auch einige, die sich mit den Rechten arrangierten, ihnen gehorchten oder verstummten.

17 Bauhäusler*innen wurden von den deutschen Faschisten ermordet.

Mehrere Bauhäusler*innen gingen in den Widerstand, manche in den Untergrund. Einer von ihnen, der Dessauer Bauhäusler Max Gebhard, gestaltete 1932 unter Regie von Max Keilson das Logo der Antifaschistischen Aktion. Die Einflüsse vom Bauhaus sind klar zu erkennen.

Bis heute gibt es unzählige Abwandlungen des ursprünglichen Logos. Es ist mittlerweile weltweit zu finden und gehört mit all seinen Variationen zu den bekanntesten politischen Zeichen. Das Logo der Antifaschistischen Aktion ist somit wohl das berühmteste Werk eines Bauhäuslers.

Ich wollte der Geschichte von Max Gebhard weiter nachgehen und habe mit Schröter von Schroeter und Berger über ihn gesprochen.

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➳ Siehe auch meine Sendung zum Bauhaus

Punks on Air

Die letzte Ausgabe der CORAX-Programmzeitschrift (August/September) hat sich dem Punk gewidmet. In mehrerer Hinsicht ein sinnvolles Anliegen: Punk findet bei Radio CORAX immer wieder statt, Punk und Gesellschaftskritik haben durchaus eine Beziehung (siehe Lipstick Traces) und (wie Jonas Engelmann im Heft herausarbeitet) die Geschichte des Punk spiegelt sich in jener des Radios. Das Magazin kann online hier angeschaut werden (was sich auch aufgrund der darin enthaltenen Collagen lohnt). Das Debatten-Onlinemagazin TRANSIT hat die darin enthaltenen Texte auf ihrem Blog veröffentlicht:

Jonas Engelmann – The End of Radio. Punk, Radio und keine Zukunft

Lisa: RRR für die Revolution. Eine kleine Geschichte der Riot Grrrls

Alexander Pehlemann – I belong to the (late) DT64 generation. Eine audiobiografische UKW-Wegskizze

Reem: Punk Music in the Islamic World. Peace, Unity, and Truth

Außerdem fanden sich entsprechende Inhalte im Programm von Radio Corax wieder. Gemeinsam mit Lisa habe ich Jonas Engelmann über die Kulturgeschichte des Punk interviewt:

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Lisa hat die Autorin Anna Seidel (u.a. Pop-Zeitschrift) über die Geschichte der Riot GRRRls interviewt:

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Gemeinsam mit Nico von Radio Corax haben wir über Bücher zur Punkgeschichte (Please kill me | Punk Rock – Die ganze Geschichte | Verschwende deine Jugend) gesprochen:

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Und zuletzt haben wir ein paar Leute aus dem Bekanntenkreis über ihre Ansichten zum Punk befragt. Mit dabei waren auch John, George, Paul Ringo & Richard mit ein par Akustik-Nummern:

Abschied von der SPEX

Im Editorial ihrer aktuellen Ausgabe hat die Musikzeitschrift SPEX angekündigt, das Erscheinen zum Jahresende einzustellen. Auch wenn ich SPEX in den letzten Jahren nicht mehr verfolgt habe und mir ihr Ansatz oft zu postmodern war (ich gleichwohl viel gute Musik durch Spex entdeckt habe, nicht zuletzt einen meiner Lieblingsmusiker), glaube ich, dass das Ende der SPEX ein Verlust ist. In einem Radio-Beitrag verabschiede ich mich von der SPEX. Gemeinsam mit Roger Behrens (Testcard) und Nico von Radio CORAX gehe ich den Frage nach, was die SPEX war und was kritischer Popjournalismus bedeuten kann.

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Erhart Löhnberg: Linkssozialist, Antifaschist und Marx-Interpret

Erhart Löhnberg wurde 1903 als Sohn eines jüdischen Arztes geboren. In der Weimarer Republik betätigte er sich in pazifistischen und linken studentischen Gruppen. 1937 musste er vor der Verfolgung der Nationalsozialisten fliehen. Im bolivianischen Exil bemühte er sich um die Organisierung einer antifaschistischen Einheitsfront, er gehörte zum deutschen Emigranten-Komitee Das Andere Deutschland und betätigte sich als undogmatischer Linkssozialist. Zurück in Deutschland veröffentlichte er 1975 eine Einführung in die drei Bände des „Kapitals“ von Karl Marx und kommentierte darin auch die Debatten um die Interpretationen und Probleme marx’scher Theorie. Heute ist sein Leben und Werk so gut wie vergessen.

Auf verdienstvolle Weise hat Nathanael Wolff zum Lebensweg von Erhart Löhnberg geforscht und die Resultate in einem Text beim Online-Magazin Kritische Perspektive zusammengefasst. Darin geht er auch auf Stärken und Schwächen der Marx-Interpretation Löhnbergs ein. Ich habe mit Nathanael Wolff ein Interview über Löhnberg geführt. Das Interview beginnt mit der Frage danach, warum Löhnberg heute so vergessen ist.

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Ruhe und Ordnung in Halle

Ruhe und Ordnung – Roman aus dem Leben der nationalgesinnten Jugend“ ist der Titel eines Romans von Ernst Ottwalt. Schauplatz dieser Autobiografie ist die Stadt Halle. Ottwalt schildert die Folgeereignisse der Novemberrevolution in Halle – dies aus der Sicht eines Freikorps-Soldaten und Spitzels in revolutionären Arbeiterkreisen. Ottwalt beschreibt nicht nur einen Teil der Stadtgeschichte Halles, sondern legt auch eine psychologische Studie über jenes Milieu vor, aus dem später die nationalsozialistische Bewegung entstand. In seinem weiteren Lebensweg wechselte Ottwalt die Seiten und wurde zu einem Kommunisten – er bewegte sich im Umfeld des linken Malik-Verlags und arbeitete mit Bertolt Brecht zusammen. Ich habe das Buch gemeinsam mit meiner Kollegin Christina im Morgenmagazin von Radio Corax vorgestellt. In Halle ist zur Zeit eine Ausstellung über den Malikverlag zu sehen.

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Brigitte Reimann: Franziska Linkerhand

Später erst habe ich begriffen, daß in einer Gesellschaft, die den Frauen gleichen Lohn für gleiche Arbeit zahlt (darüber gibt es nichts zu reden), daß bei uns noch andere ungeschriebene Gesetze walten, die in einer von Männern beherrschten Welt gemacht worden sind, – die werden mitgeschleppt, zäh und dumm und als ein Joch, unter das man unseren Nacken beugt, nicht anders als das verfluchte Man-tut-das-nicht meiner Eltern …

Soll das heißen: sie stellt die Prinzipien des sozialistischen Städtebaus in Frage? Die Dogmen – ja, sagte sie. Schafheutlin stemmte die Fersen gegen den Boden. Die Komplexe zum Beispiel? – Ein Haufen Angerdörfer. – Aber die ökonomisch günstigste Lösung. – Aber Mord an der Stadt. – Für sie spielt Ökonomie natürlich keine Rolle. – Und Sie denken nur in Wohnungseinheiten …

Mit diesen Zitaten sind zwei zentrale Stränge des Romans „Franziska Linkerhand“ von Brigitte Reimann hervorgekehrt: Die Emanzipation der Frau und die Frage des Städtebaus in der DDR. Was „Franziska Linkerhand“ – ebenso wie die Literaturverfilmung „Unser kurzes Leben“ von Lothar Warneke – gegenüber den meisten heutigen Literaturerzeugnissen auszeichnet, ist, dass das Alltags- und Berufsleben und die damit verbundenen Konflikte zum Sujet erhoben werden, ohne dass der Inhalt dadurch banal würde. Ich habe den Roman gemeinsam mit meiner Kollegin Christina im Morgenmagazin von Radio Corax vorgestellt:

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Raban Radio Online

Eine von mir sehr geschätzte Radio-Genossin hat einen Blog erstellt, auf dem sie Interviews, Beiträge und Features online stellt. Den möchte ich nicht einfach nur in meine Linkliste aufnehmen, sondern explizit darauf hinweisen: Es lohnt sich, ein wenig darauf rumzustöbern. Schwerpunktthemen sind bisher Flucht und Exil im zweiten Weltkrieg, Literatur der Zwischenkriegszeit und Tod & Freitod. Auf weitere Themen darf man gespannt warten.

Von ‚Crisis‘ zu ‚Death in June‘

Über die Grauzone im Neofolk

Fans des ’70er-Jahre-Anarchopunk mögen sich über diese Nachricht freuen: Die britische Band „Crisis“ hat sich wiedervereinigt und wird in diesem Jahr unter anderem auf dem „Wave-Gothik-Treffen“ (WGT) in Leipzig spielen. Allerdings hat diese Nachricht einen faden Beigeschmack – sie ist im Zusammenhang mit einer Diskussion über die Grauzone in der „Schwarzen Szene“ zu sehen. Eine Diskussion, der sich diese Szene nie wirklich gestellt hat. Aus „Crisis“ ist Anfang der ’80er Jahre die Band „Death in June“ hervorgegangen, die das Genre des Neofolk maßgeblich geprägt hat und die sich immer wieder positiv auf die SA und den Strasser-Flügel der NSDAP bezogen hat. Um dieser Gemengelage auf den Grund zu gehen, haben ich ein Interview mit Peter Schulz geführt, der sich immer wieder kritisch mit dem Genre des Neofolk auseinandergesetzt hat. Ich habe ihn zunächst nach einer Definition des Neofolk gefragt.

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Ergänzend sei auf den sehr lesenswerten Text „Ästhetik des Eigensinns – Goth zwischen bürgerlichem Befreiungsideal und Duldung der Barbarei“ aus dem Cee Ieh hingewiesen, an dem Peter Schulz mitgeschrieben hat. In der 7. Ausgabe von „Kunst, Spektakel und Revolution“ werden Magdalena Gerwien und Peter Schulz einen Text über „Schwärze und Dunkelheit im Neofolk“ veröffentlichen. Die Ausgabe ist derzeit in Arbeit und wird in den nächsten Monaten erscheinen. In KSR N°3 schrieben sie bereits über „Risse im Traum – Neue Barbaren in Brechts Nordseekrabben“.