Archiv der Kategorie 'Politics'

Fukushima und das Mittel zum Zweck

Hannah Arendt beschreibt im ersten Kapitel ihres Essays „Macht und Gewalt“, wie nach dem zweiten Weltkrieg eine ganze Generation mit der Erfahrung aufwächst, dass der Fortschritt – also ein Fortschritt der Wissenschaft, der Technik und der Produktion – nicht in erster Linie einen Reichtum an individuellen oder kollektiven Handlungsmöglichkeiten schafft, sondern dass dieser Fortschritt „in mancherlei Hinsicht das Leben auf der Erde katastrophal bedroht (…)1“. Sie demonstriert dieses Gefühl einer Generation, in dem sie auf die Fragen „Wie soll die Welt in fünfzig Jahren aussehen?“ oder „Wie möchtest Du, daß Dein Leben in fünfzig Jahren aussieht?“ die fiktiven Antworten gibt: „Voraußgesetzt, daß es dann noch eine Welt gibt“ oder „Vorausgesetzt, daß ich dann noch lebe2“. Dieses katastrophische und perspektivlose Lebensgefühl manifestierte sich in unterschiedlicher Form in allen gesellschaftlichen Bereichen: die Philosophie musste sich mit der Möglichkeit der Vernichtung alles menschlichen Lebens auf der Erde auseinandersetzen, der dystopische Roman etablierte sich als literarische Form der Auseinandersetzung mit der Möglichkeit einer katastrophischen Zukunft und die Perspektivlosigkeit angesichts des drohenden Gefahrenpotentials schlug sich in einer Reihe von Subkulturen nieder, allem voran im Punk mit seiner Parole „There is no future“. Dieses Katastrophengefühl einer ganzen Generation hatte vor allem einen Anlass: die militärische und zivile Nutzung der Kernenergie. Konkret waren dies die Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki, die atomare Aufrüstung und Atomwaffentest im Zuge des kalten Krieges und schließlich die Reaktorunfälle in Harrisburg 1979 und in Tschernobyl 1986.

Ich selbst habe dieses Katastrophengefühl nur vermittelt erlebt – über Erzählungen, sowie über kulturelle Manifestationen, etwa den Punk der 80′er Jahre. Doch dieses Gefühl war für mich selbst nie real – auch wenn ich mir bald über die Gefahren der Nutzung von Kernenergie bewusst wurde und selbstverständlich den Einsatz von Atomwaffen ablehnte, waren die Möglichkeiten des Supergaus oder eines die Menschheit gefährdenden Militärschlags nie zentraler Bestandteil meines Lebensgefühls und ich glaube, dass dies ebenso wenig bei einem Großteil meiner Generationsgenossen der Fall gewesen ist. Man könnte meinen, dass die Menschen gelernt haben mit der Möglichkeit der absoluten Vernichtung zu leben. Die Katastrophe ist aus dem Bewusstsein der Menschen verschwunden. Die Möglichkeit der Katastrophe selbst ist hingegen objektiv in keinem Augenblick verschwunden: nach wie vor spielen Atomwaffen international eine entscheidende Rolle im Machtgefälle, nach wie vor sind weltweit über 200 Atomkraftwerke in Betrieb, nach wie vor kann niemand die Folgen im Falle eines Unfalls abschätzen. (mehr…)

Atomstaat, Ökostaat

Die Berichterstattung über das Atom-Unglück in Fukushima, die Einschätzungen der Spezialisten, sowie die eigenen Versuche der kritischen Theoretisierung der Katastrophe, erscheinen als der hilflose Versuch einer Rationalsierung von etwas, das man nicht einschätzen kann, dessen Folgen nicht absehbar sind. Günther Anders bringt dies auf den Punkt, wenn er meint, dass die Nutzung der Kernenergie die Ding-Kategorie, sowie jede Zweck-Mittel-Konstellation vollständig aushebelt. Seine Texte, vor allem über die militärische Nutzung der Atomkraft, haben seit Ihrem Erscheinen nicht an Aktualität verloren – und sie beschrieben schon damals den Hohn der jetzigen staatsmännisch kalkulierenden und taktischen Debatte über den Atomausstieg:

Günther Anders: Gebote des Atomzeitalters (1957)

Ein polemischer Schlag gegen diejenigen, die jetzt von der Katastrophe profitieren und sich mit erhobenem Zeigefinger an den taktischen Diskussionen beteiligen, ist der „beste [mittlerweile von den Indymedia-Moderatoren versteckte, Anm. Æ] Indy-Beitrag seit langem“ (Nada):

Kommando de Sade: Eine Verarbeitung in neun Punkten zur Unfähigkeit der kritischen Massen das Elend der Menschen in Japan und anderswo zu reflektieren

Ebenfalls mit einem Bezug auf Günther Anders setzte sich Roger Behrens schon Ende des letzten Jahres in einem Artikel mit der Geschichte der Atomkraft und ihrer Gegner auseinander und argumentiert dort gegen die Unterscheidung von ziviler und militärischer Nutzung der Atomkraft, sowie von Atomstaat und Ökostaat:

Roger Behrens: Steinzeit? Nein Danke!

Durch die Ereignisse in Japan und die darauf folgende Diskussion in Deutschland musste ich wieder an einen Text denken, der Anfang der 90′er Jahre in einer kleinen autonomen Zeitung („Projekte Utopie. Info 4″) erschienen ist. Es handelt sich um eine Streitschrift von P.M. (libertärer Kommunist, utopistischer Romanautor und Historiker) zur Kritik der Öko-Linken, in dem er sich damit auseinandersetzt, wie wenig der Öko-Staat einer Alternative zum „Beton/Blech/Atomstaat“ ist. Auch wenn der Text einige Seltsamkeiten enthält, finden sich in ihm doch treffende Beobachtungen, die erstaunlich aktuell sind. Ich habe den Text zur Dokumentation abgeschrieben. Den praktischen Teil, in dem die Bolos (kleinere, kommuneartige „organische Gemeinschaften“) als Alternative zum Öko-Staat vorgestellt werden habe ich rausgelassen, da hier P.M. trotz seiner ziemlich passenden Kritik an der Linken, zum Teil einige ihrer gruseligen Aspekte weiter trägt (auf die Formung neuer kultureller Identitäten, „z.B. in einem Quartier“, habe ich dann doch keine Lust):

Gegen den Ökostaat

- Für ein Netz selbstbestimmter Gemeinschaften -

(Ein Beitrag von P.M. Zunächst veröffentlicht in der schweizer Zeitschrift „Alpenzeiger“)

Seit die Industriezivilisation spürbarer an die ökologischen Grenzen gestoßen ist, hat der ‚Fortschritt‘, auf den auch die Linke gesetzt hat, viel von seinem Glanz verloren. Es ist nicht mehr möglich, auf die vom Klassenkampf vorangetriebene „Entfaltung der Produktivkräfte“ zu hoffen, die trotz des irrationalen Kapitalsystems so viel Überfluss schaffen würde, daß die Fessel des Leistungs/Lohn-Systems sozusagen von selbst zerbrechen müsste. Das Kapital wird nicht im eigenen Überfluss ersaufen, weil der Planet ein Gleichgewichtssystem ist, das nicht alles erträgt. Ging es ursprünglich darum, „gesellschaftlichen Reichtum“ zu erobern, so hat sich die Linke bald auf den Ausweg des gesteigerten individuellen Konsums (Wohlstand, Wohlfahrt, „staatlich garantierte sozialistische Kleinfamilie“) eingelassen.

Die Weichen zu dieser Entwicklung wurden verhältnismäßig früh, etwa vor 100 Jahren gestellt. Der Kampf um kommunitäre Selbstorganisation der Arbeiter wurde aufgegeben und durch einen gewerkschaftlich/politischen verdrängt – manchmal gegen den Widerstand der Arbeiter. Die sog. „Utopien“ sind nicht von selbst gescheitert, sie wurden von der Linken geopfert, um ins politische Spiel eingelassen zu werden. (Selbst Marx war in diesem Punkt nicht ganz klar. In seiner beißenden Kritik des „Gothaer Programms“ zeigt es sich, dass er für eine Identifikation von Sozialismus und Staat nicht viel übrig hatte. Im Gegensatz zu Lenin hielt er auch die Entfaltung der russischen Obschtschinas – bolos – zu kommunistischen Gemeinschaften für möglich.) Seit dieser Weichenstellung jedenfalls ist die Linke in der Rolle des ewigen Sparring-Partners des Kapitals geraten und drehen sich die inneren Linienkämpfe nur noch um die Methoden dieses Boxmatches: Soll man mit (Reformismus) oder ohne (Leninismus, bewaffneter Reformismus) Handschuhe kämpfen. In diesem Zusammenhang tauchte die verhängnisvolle Illusion des „revolutionären Gebrauchs der Form Staat“ auf. Die Diktatur des Proletariats war sicher eine gut gemeinte und sehr demokratische Idee (90% herrschen über 10%). Lenin war aufrichtig, als er den Staat einfach so machen wollte, dass jede Köchin ihn mitmanagen konnte. Denn auch wenn uns Köchinnen, Gärtner und Fräser als olitisches Personal sympathischer sind als Unternehmer, Adelige und Professoren und auch ihre Kompetenz sicher höher ist, so bleibt doch die Tatsache, dass sie als „Einzelbürger“ ohne Hausmacht auftreten, also den organisatorischen Bürokratien (Partei, Gewerkschaft etc.) auf Gedeih und Verderb ausgeliefert bleiben. Damit eine Klasse herrschen kann, braucht sie innere Disziplin (kein Problem für die in „großen Familien“ organisierte und zahlenmäßig überschaubare Bourgeoisie) und die Erfordernisse dieser Kohäsion müssen alle kommunitären Lebensformen zerstören. Die proletarischen Diktatoren blieben so gesellschaftlich schnell „allein“ und mussten sich folglich immer mehr auf die entfremdeten Machtorgane der Staatsmaschine (Polizei, Armee) stützen. Statt dass die Köchin sich mit den Bauern (Lebensmittelzulieferer) und Essern organisiert, sitzt sie bald allein im Büro und muss – sicher gegen ihre Willen – die Polizei rufen, um Lebensmitteldiebe zu fangen. Der Braten wird nicht zum Anlass von selbstbestimmter Gesellschaftlichkeit (wer isst mit wem in welcher Ambiance?), sondern zu einer Aufgabe anonymer Verteilung eines idealen (und darum immer defekten) Versorgungsstaates. Was entsteht ist kaum mehr als eine vituelle Aktiongesellschaft aller Arbeiter, die durch die Form Staat sich selbst gegenüber das Kapital reproduzieren und repräsentieren. Die Arbeiterklasse spielt mit sich selber Schach – und das macht keinen Unterschied, denn Kapitalismus ist nicht eine Frage des jeweiligen historischen Personals.
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Freunde

Ich habe neulich diese Aufkleber der Jenenser Gruppe „Freunde der Differenz“ in einem Hausflur gefunden:

… woraufhin ich das Bedürfnis bekam selbst eine Gruppe zu gründen, die sich nun stolz mit diesem Aufkleber präsentiert:

Audio-Feature „Unsereiner Kriegsundführerkinder“

In ihrem Roman „Unsereiner Kriegsundführerkinder“ erzählt Heike Schmitz von einer Kontinuität des Nationalsozialismus, die als Haltung, Ich-Zurichtung, Wir-Halluzination und Trauma über die Generationen hinweg weiter gegeben wurde. Die Wiederkehr des Verdrängten äußert sich in diesem Roman, der weniger Erzählung, viel mehr Traumbild ist, in einer rasanten Geschwindigkeit der Sprache – es ist zum einen das leere Vorwärts des Wiederaufbaus, zum Anderen das plötzliche, blitzhafte Aufbrechen von Erinnerungen; eine traumartige Gleichzeitigkeit von Stillstand und Raserei. Am kommenden Freitag, den 03. Dezember 2010, wird Heike Schmitz in der ACC Galerie Weimar aus ihrem Buch lesen. Wir haben uns mit ihr getroffen und uns mit ihr über „Unsereiner Kriegsundführerkinder“ unterhalten:

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Veranstaltungshinweise: Erinnern an die Reichspogromnacht | Antifa-/Antira-Ratschlag

Wie auch im vergangenen Jahr haben wir, ein lockerer Zusammenschluss aus Weimarer Antifaschist_innen, beschlossen eine Kundgebung zum Gedenken an die Reichspogromnacht zu organisieren. Dieses mal jähren sich die grausamen, im Volksmund häufig als „Kristallnacht“ bezeichneten Stunden zum 72. mal. Sie gelten als entgültiger Beginn der Shoa, dem Völkermord an den Juden, der 11,4 Millionen Opfer forderte. In jener Nacht brannten in etlichen deutschen Städten Synagogen, jüdische Betstuben und Geschäfte, unzählige jüdische Friedhöfe und Wohnungen wurden angegriffen, viele Juden und Jüdinnen ermordet und dies alles vor den Augen Millionen deutscher Bürger, die sich, anstatt dafür zu sorgen, dass das grausame Spektakel endlich ein Ende hat, selbst an den „Krawallen“ beteiligten oder wenigstens sprachlos zusahen. Auch in Weimar hat es übrigens Pogrome gegeben …

Weil der 9.November in Deutschland allerdings kollektiv als „Tag des Mauerfalls“ gefeiert wird, gerät das Gedenken an die Vorfälle des 9.11.1938 häufig in Vergessenheit. Ein weiterer Grund, Präsenz zu zeigen, ist der weltweit ausgeprägte und in unzähligen Köpfen verankerte Antisemitismus, gegen den es alltäglich anzukämpfen gilt.

Am 9.November möchten wir an die Reichspogromnacht erinnern. Beteiligt euch und kommt zwischen 15 und 19 Uhr auf den Theaterplatz in Weimar!

Gegen jeden Antisemitismus! Nie wieder Deutschland, nie wieder Faschismus!

Weitere Informationen auf erinnernandiereichspogromnacht.blogsport.de

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Zum Programm

»Es ist wahrlich ein Prügelmarkt…«

… so der Kommentar eines Freundes, als wir uns gestern beklommen gegenüber saßen, nachdem wir notgedrungen einen kurzen Weg durch die Innenstadt Weimars gehen mussten. Jedes Jahr am ersten [edit: entschuldigt, liebe Leserinnen; am zweiten] Oktoberwochenende, wenn hier der traditionelle ‚Zwiebelmarkt‘ begangen wird und sich die Einwohnerzahl der Stadt mit einem Schlag verdreifacht, schiebt sich der Stumpfsinn in zäher Masse, in Gestalt eines indolent-seligen Grinsens durch die Straßen und es gibt kein Entkommen. Die Gewalt ist hier nicht nur andauernd gegenwärtig, weil der Zwiebelmarkt jedes Jahr Anziehungspunkt für organisierte und nicht-organisierte Nazis ist – wenn sich die provinzielle Kulturstadt an diesem Wochenende in ein Zentrum der Unkultur verwandelt, dann können sich die gemeinen Familienväter in der Masse für kurze Zeit als Zentrum der Welt fühlen und diese Stärke muss gemessen werden. Es wundert mich, dass es auf dem Zwiebelmarkt noch nicht zu Toten kam. Ich verweise im Folgenden auf einen Text, den ich im letzten Jahr über den Zwiebelmarkt geschrieben habe, der deswegen nicht mehr ganz aktuell ist, weil ich inzwischen Zweifel an dem psychoanalytischen Kurzschluss von der individuellen auf eine kollektive Psyche hege, der m.E. aber dennoch einige Punkte dessen ganz gut trifft, was hier jedes Jahr passiert. Besonders ein Punkt ist in diesem Jahr noch einmal besonders widerwärtig hervorgetreten: ich schrieb von dem libidinös besetzten Symbol der Zwiebelkönigin. Dieses Jahr wird ein „Zwiebel-Luder“ gekührt werden, das sich dann auf der Top-40-Bühne entblößen darf.

Ein Wutgesang auf den Zwiebelmarkt

Die Buden sind inzwischen wieder abgebaut und nachdem der Zwiebelmarkt (8.10. – 11.10.2009) nun vorbei ist, bereiten sich die Weimarer Bürger auf den Winter vor und freuen sich schon auf den Weihnachtsmarkt. Solche Events gehören zu dieser Stadt und sie sind hier etwas besonders: Nicht umsonst ist Weimar eine Kulturstadt mit einem Kulturbahnhof.

Wie jedes Jahr wertet die Weimarer Presse das Wochenende des Zwiebelmarktes aus, was bedeutet dass sie sich darüber freut, dass dieses Jahr wieder mehr BesucherInnen aus ganz Deutschland am traditionellen Zwiebelfest teilgenommen haben.
Ereignisse anderer Art finden in der Auswertung jedoch kaum eine Beachtung: Etwa, dass sich am Freitag den 9. Oktober vor der Bühne des „Zwiebel Assault“ (ein Metal-Konzert auf dem Zwiebelmarkt) die gesamten Kameradschaften aus Thüringen versammelt hatten, die dann wohl daran beteiligt waren am Samstag einen 23-Jährigen halb tot zu prügeln. Das Opfer musste im Krankenhaus notoperiert werden, die Diagnose stellte einen Milzriss und innere Blutungen fest.

Einen Hassgesang auf den Zwiebelmarkt zu singen, ließe sich jedoch nicht allein dadurch rechtfertigen, dass der Zwiebelmarkt jedes Jahr zum Nazi-Treffpunkt wird. Die Auswahl des Opfers war in diesem Jahr wohl ebenso willkürlich, wie die Täter nur eine Stimmung zum überlaufen brachten, die sowieso jedes Jahr vorhanden ist.

Um eine genauere Bestimmung dessen vorzunehmen, was sich jedes Jahr am ersten Oktober-Wochenende auf Weimars Straßen abspielt, muss der Zwiebelmarkt zunächst als das betrachtet werden was er in erster Linie ist: Ein Massenevent. Sammeln sich Menschen in einer Masse, geschieht es oft, dass über individuelles Empfinden und einzelne Bedürfnisse hinweg gegangen wird. Massenveranstaltungen wie der Zwiebelmarkt tendieren dazu eine Stimmung zu entwickeln, die eine absolute Gleichförmigkeit der Bedürfnisse der Teilnehmenden geradezu erfordert: weiter lesen

Berlin gleicht aus!

Nachdem die Stuttgarter Kollegen durch ihren Einsatz gegen die Auswahl der 9. Klasse der Waldorfschule und den Seniorensportverein im Schlossgarten glorreich in Führung gegangen sind, hat die Berliner Polizei den Ausgleich geschafft. Die Räumung des 1. Obergeschosses der Scharnweberstraße 29 eskalierte kurzzeitig, nachdem eine zierliche Demonstration in einem Anfall von Kreativität eine Bananenschale kunstvoll auf ein zitronengelbes Fahrrad drappierte. Es muss dieser Person natürlich klar sein, dass ein solch bösartiger und hinterhältiger Verstoß gegen das Abfallbeseitigungsgesetz Konsequenzen haben muss. Rund 20 Beamte in Kampfroboteruniform nahmen die Demonstrantin unter Anwendung von Zwang fest, wobei auch störende Umherstehende gelegentlich und wahrscheinlich aus Versehen (Ein Schelm wer dabei Böses denkt.) aus dem Weg geboxt wurden. Die Übeltäterin wurde anschliessend auf den Asphalt geworfen und mit Polizeigriff fixiert, anschließend über den Bürgersteig Richtung Mannschaftswagen geschleift. Da bekannt war, dass die Person zu äußersten Gewalttaten in der Lage war und von ihrer Seite definitiv mit Gefahr zu rechnen sei – man denke nur an die Bananenschale – waren dafür nicht weniger als 5 Beamte notwendig und weitere 15 zur Absicherung. Der restliche Einsatz verlief sehr zufriedenstellend – an rund 30 Personen, die sich im öffentlichen Raum vor dem Eingang des Hauses friedlich und ohne Waffen versammelt hatten, durfte noch wild herumgezogen und geschubst werden. Danach konnte die Räumung vollzogen werden. Mit einem zufriedenen Lächeln verließen die Sieger den Platz.

Siehe auch: BZ – Polizei Räumt Scharni-29-Wohnung

Ersten Stock verteidigen

Unterstützt die Scharni 29, ein sympathisches Wohnprojekt:

„Der erste Stock des Hausprojekts Scharni29 soll am 7. Oktober geräumt werden. Nachdem Hausbesitzer Gijora Padovicz uns über Jahre mit Abmahnungen, Klagen und Schikanen überzog, hat er nun einen ersten Erfolg. Denn plant er nun leidlich auszunutzen.
Seit der jetzige Hausbesitzer Gijora Padovicz mit seiner Firma Siganadia GmbH das Haus in der Scharnweberstaße 29 im Jahr 2001 kaufte, versucht er alles, um uns das Leben schwer zu machen. Erst zwang er uns zu einer Sanierung, die wir nicht wollten um dafür dann massive Fördergelder aus dem Projekt „Soziale Stadt“ zu bekommen. Der damals erzwungene Deal: Die Hausbewohner stimmen einer sozialverträglichen Sanierung zu und der Hausbesitzer aktzeptiert die Hausgemeinschaft der BewohnerInnen. So versicherten uns der Hausbesitzer, der Senat und der Bezirk, dass wir nun über 20 Jahre (solange ist der Bindungszeitraum der Förderung) hier weiter leben könnten.
Dass solchen Versprechungen nicht zu trauen ist, zeigte sich bald. Bereits zwei Monate nachdem die Sanierungs abgeschlossen war und die BewohnerInnen wieder in ihre Wohnungen zurückgezogen waren, flatterten die ersten Kündigungen ins Haus. Gründe: Kontakt zur Hausbesetzerszene, illegale Untervermietung und illegale Einbauten. Auch ein Mietrückstand wurde angeführt.
Der Hausbesitzer wollte uns raushaben und suchte nun Gründe um das vor Gericht zu erzwingen. Zu unserer Freude gelang ihm nicht, vor Gericht damit durchzukommmen. Das Amtsgericht Lichtenberg folgte seinen Argumenten nicht, lehnte die Kündigung ab und sprach uns Mietminderung und die Erlaubnis zur Untervermietung zu. Auch vor dem Landgericht in der Littenstraße wurde die Kündigung im 2.,3., und im 4. Stock abgewiesen. Doch ein Verfahren war bei einer anderen Kammer gelandet. Zu unserem Erstaunen gab die dortige Richterin der Kündigung statt. Trotz nahezu gleichem Sacchverhalt urteilte sie genau gegensätzlich. Da die Revision auch gleich mit abgelehnt wurde, klagten wir vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gegen diese Nichtzulassung.
Trotzdem der Bundesgerichtshof noch nicht endgültig entschieden hat, will der Hausbesitzer nun den ersten Stock freiräumen. Am 7. Oktober soll nun der Gerichtsvollzieher uns um acht Uhr morgens aus den Betten holen und auf die Straße setzen.
Vor einigen Wochen hat er nun auch das Erdgeschoß gekündigt. Dort befindet sich unser subkulturelles Wohnzimmer Chaekpoint Scharni, Vereinsräume und ein Schenkladen in dem Menschen günstige Dinge bringen und abholen können.“


Scharni 29

Was ist ein Sarrazin?

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Positive Stimmung

Neonazi-Randale, Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und drei Tote: so die Bilanz des „fröhlichen Partyotismus“ bis zum Aus der deutschen Nationalmannschaft im Halbfinale der Fußball-WM. Aus gegebenem Anlaß präsentiert KONKRET diese Spezialausgabe der Chronik aus dem ganz normalen „Fußball-Deutschland“. --- lesen

Waiting ergänzt die Liste

In Schwäbisch-Gmünd machen sie es doch wie bei Judas Priest:

In Schwäbisch-Gmünd schlägt ein Mann auf ein Ehepaar ein, das ihn daran hindern will, sein Deutschland-Trikot an ihrem Zaun zu verbrennen.

Deutschland – Fußball – Männer – Kotzen

Zum Glück ist die Gefahr, dass die deutsche Nationalmannschaft Fußballweltmeister werden könnte, seit gestern gebannt und das ganze Spektakel nun zumindest etwas gedämpft. Ich habe mal von einem Judas-Priest-Konzert in den 80′ern gehört, das riesengroß angekündigt wurde, aber dann kurz vorher abgesagt wurde. Aus Wut haben die angereisten Fans vor der Konzerthalle dann ihre Judas-Priest T-Shirts verbrannt. Es wäre lustig, wenn es bei der WM mal einen ähnlichen Effekt geben würde – alle vormals enthusiastischen Deutschland-Fans zu sehen, wie sie aus Wut über die Niederlage ihrer Mannschaft und laut über die Deutschen schimpfend auf einmal ihre Trikots und Deutschlandfahnen verbrennen würden…

Noch ein paar abschließende Notizen zum WM-Kram:

■ In meinem Hassgesang auf das WM-Spektakel habe ich einen Aspekt nicht in die Betrachtung einbezogen, der in dieses Phänomen doch ganz spezifisch mit hereinspielt: Das Geschlechterverhältnis. Meine Formulierungen zur Einleitung meines Vortrages „Das Bürgerliche Subjekt und sein Anderes“ über den Männertag (ebenso Kalles Überlegungen auf dem wdn-blog), dürften auf die Fußballereignisse übertragbar sein, wenn es sich hier auch nochmal etwas anders äußert:

Ich würde gern mit einer Überlegung zum Männertag einsteigen, den wir vor wenigen Tagen wieder erlebt haben und ich würde mich gern fragen – was passiert eigentlich am Männertag? Ich denke, dass man grundsätzlich sagen kann, dass es dabei irgendwie darum geht, dass sich an einem solchen Tag Männer gegenseitig darin bestätigen, Mann zu sein. Man schließt an so einem Tag bewusst das andere Geschlecht aus und widmet sich zusammen mit anderen Männern explizit männlichen Tätigkeiten. Ich meine, dass der Männertag für ganz viele Männer tatsächlich sehr wichtig ist – gerade weil wir zur Zeit eine Entwicklung erleben, in der das Geschlechterverhältnis überhaupt nicht mehr starr zu bleiben scheint. Es gibt in einem gewissen Sinne ein Verschwimmen der Geschlechtergrenzen – die Homo-Ehe ist anerkannt, viele vormals geschlechtsspezifische Tätigkeiten können inzwischen von beiden Geschlechtern getätigt werden, ohne dass das zu irgend einem Skandal führen würde. Ich denke, dass gerade diese Entwicklung (auf die ich später noch einmal eingehen werde) für viele Männer eine enorme Verunsicherung bedeutet und dass nun solche Anlässe wie der Männertag für viele Männer die Funktion haben, sich in dieser Zeit der Verunsicherung doch ihres Männlichseins zu vergewissern. Sieht man sich solche Sachen wie den Männertag genauer an, dann kann man feststellen, dass da sehr einfache Dinge passieren: Männer rotten sich zu Horden zusammen, gehen Wandern, grölen dabei rum und besaufen sich. Ich würde sagen, dass dieses Rauschhafte, das in den kollektiven Alkoholexszessen liegt, etwas ganz wichtiges für die männlichen Subjekte ist – nämlich aus einem ganz bestimmten Grund; weil dieser Rausch es den männlichen Subjekten erlaubt, sich auf eine körperliche Nähe zu den anderen männlichen Subjekten einzulassen. Es lässt sich immer wieder beobachten – nicht nur beim Männertag, sondern auch bei Fußballspielen, beim Junggesellenabschied, bei Kneipentouren oder bei Rockkonzerten –, dass bei solchen Anlässen ein Rahmen dafür geschaffen wird, dass sich Männer gegenseitig berühren können. Es handelt sich zum Teil um innige, kameradschaftliche Umarmungen oder dass man sich gegenseitig im Arm liegt – auf jeden Fall scheint es bei solchen Anlässen wichtig zu sein, sich gegenseitig zu spüren. Leider ist es so, dass das männliche Subjekt in solchen Momenten eine gewisse Ahnung davon hat, dass es hier um eine verdrängte homosexuelle Neigung geht und das ist eine Ahnung, die das männliche Subjekt nicht zulassen darf. Deshalb gibt es verschiedene Riten, die es verhindern, dass sich die männlichen Subjekte ihrer Homosexualität bewusst werden und diese Riten enden immer wieder in einem Ausbruch von Gewalt. Die Körperlichkeit darf also nur dann zugelassen werden, wenn es sich um eine harte Körperlichkeit handelt. Die Umarmung endet oftmals in einer Kopfnuss, Körperlichkeit auf dem Rockkonzert besteht oftmals im Pogo, der bald vielmehr einer massenhaften Prügelei gleicht. Im letzten Jahr gab es zum Männertag Schlagzeilen, als sich in mehreren Städten aus den Männertagsumzügen Straßenschlachten entwickelt hatten. Letztendlich entlädt sich die nichteingestandene Homosexualität in Übergriffen gegenüber Frauen. Die Gewalt, die sich Männer täglich antun müssen, weil sie nicht passiv, sinnlich und zärtlich sein dürfen und die ganz offenbar wird, wenn tatsächlich eine Nähe zwischen Männern entsteht, wird am Ende den Anderen angetan.

Die Transkription des vollständigen Vortrages erscheint in Kürze bei Wider Die Natur.

■ Auf die Körperlichleit zwischen Männern hat Johannes Paul Raether in seiner sehr gelungen Fotoreihe von der Fanmeile der WM 2006 in Berlin einen Fokus gelegt:

Sehr zu empfehlen hier auch das Kotz-Video über Deutschland, das Land der Ideen …, es lohnt sich auf der Seite zu stöbern.

■ Bubizitrone weist auf den besonderen Service eines Cafés in Jena hin und ist ebenfalls von zwecklosen Diskussionen frustriert.

■ Anselm Gramschnabels (Gruppe Surpasser) Überlegungen zum Charakter von Massenevents anlässlich des Weimarer Zwiebelmarkts (der uns in Bälde leider wieder auf die Pelle rücken wird) könnten ebenso Aufschluss über den Charakter des Fußballspektakels geben.

■ Der Blog „Im Kopf Lokalisationweist auf ein Buch zur Kritik des Fußballsports hin, das mir nach dem Lesen der Einleitung zumindest als lesenswert erscheint, auch wenn hier mit der klassischen Manipulationsthese aufgewartet wird (Fußball ist Droge fürs Volk, damit das seine Interessen nicht erkennt). Lesen.

■ Im Audioarchiv befindet sich ein Vortrag von Freek Huisken über Fußball und Deutschlandwahn, der unter anderem auch die Manipulationsthese zurückweist:

Die neu­es­te Sen­dung Sach­zwang FM be­inhal­tet einen am 08.​06.​2010 in Ber­lin ge­hal­te­nen Vor­trag von Freek Huis­ken (GSP) über den ak­tu­el­len Deutsch­land­wahn und die Funk­tio­nen der Welt­meis­ter­schaft des Män­n­er­fuß­balls und ähn­li­cher Ver­an­stal­tun­gen für die Staa­ten­kon­kur­ren­zen.

In dem Vortrag sind einige gute Gedanken formuliert, das hören macht trotzdem keinen Spaß – „Das war der erste Punkt, jetzt komme ich zum zweiten Punkt.“ – „Wieso das ganze?“ – „Wozu die ganze Veranstaltung?“ – „Was haben die jetzt davon?“ – „Zu welchem Zweck machen die das jetzt?“ usw. – anstatt mal eine Argumentationsfolge stringent auszuführen, scheint der Referent die Höhrer_innen hier an die Hand des gesunden Menschenverstands nehmen zu wollen, was extrem nervt.

■ Und abschließend ein Zitat von einem Freund: „Wer ein Problem damit hat, wenn ich ‚Scheißdeutsche‘ sage, soll gefälligst wo anders hinziehen.“

Deutschland und Ich

„Warum faltest du die Hände – ist es Angst oder Dankbarkeit?“
(Bierbeben)

I.

Ereignisse wie die Fußballweltmeisterschaft verwandeln einen großen Teil der deutschen Bevölkerung regelmäßig in einen Haufen von penetranten Barbaren, der es jenen Menschen, die für Fußball, Massenaufläufe, unmusikalische Chorgesänge, dilettantisches Fachgesimpel und feucht-warmes Wir-Gefühl nichts übrig haben, kaum möglich macht sich dieser Belästigung der Sinne zu entziehen. Das anti-musikalische Tröten mit Fußballtrompeten aus Plastik, das heisere Geschrei von artikulationsunfähigen Deutschlandfans, das orgiastische Aufschreien, das sich nach jedem Tor der Nationalmannschaft über die ganze Stadt erhebt und die penetrante Eindringlichkeit der laut aufgedrehten Sportmoderatorenstimmen macht vor keiner Haustür halt, dringt in jedes Schlafzimmer und in jedes heimliche Versteck ein, als wäre die kollektive Anspannung zu einer all-anwesenden Stimme geworden, die jedem Einzelnen den Imperativ einträufeln will: sei gefälligst unverkrampft und ausgelassen fröhlich mit uns, denn Wir sind Wir und du gehörst dazu. Jegliche Bestimmungen über Lärmbelästigung, Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen, sowie die Straßenverkehrsordnung werden bei Anlässen wie den sogenannten „Public Viewings“ und den anschließenden Auto-Konvois faktisch außer Kraft gesetzt und es scheint niemanden zu geben, der daran Anstoß nimmt. Auffällig ist, dass hier nicht nur ordnungsbehördliche Regelungen kollektiv überschritten werden (die Polizei übernimmt sogar die Koordination und Sicherung der Auto-Konvois), sondern dass auch sonst wirksame soziale Abgrenzungsmechanismen einfach verschwinden. In den Fußball-Kneipen sitzen Bauarbeiter, Universitätsprofessoren, Hartz-Vier-Empfänger und Großunternehmer nebeineinander und unterhalten sich auf einmal in der selben Sprache über das selbe Thema. Was die Möglichkeit dafür wäre, sich endlich einmal über die gesellschaftlichen Trennungen hinweg zu verständigen, ist in dieser Form der „Kommunikation“ jedoch von Anfang an liqudiert. Der Gegenstand des Gesprächs ist auf das Fachgesimpel über die Konkurrenz der Nationalmannschaften beschränkt, die gleichen auf den Sport konzentrierten Banalitäten werden bis zum erbrechen wiedergekäut, Sätze verkommen zu Parolen und Worte verschleißen zum Gestammel. Am Abend der Spiele verwandelt sich ein Teil der Fans in zombie-artige Zusammenrottungen, die sich amöbenhaft durch die Stadt bewegen, sich wahlweise vereinigen oder wieder in kleinere Gruppen zerfließen und von jedem Passanten erwarten, dass er die primitive Begeisterung teilt. Bleibt die erwartete Reaktion aus – üblicherweise das Erwidern der Fangesänge oder einfach nur die Wiederholung des gleichen Gestammels und Gestöhnes – reagieren die berauschten, zu fließenden Einheiten Verschmolzenen mit begriffsstutzigem Unverständnis, das mitunter in Aggressivität und Gewalt umschlägt. Selbst wenn die Übergriffigkeit der beflaggten Deutschen ausbleibt – dann bleibt es eine Frage des guten Geschmacks, diese widerliche Unkultur abzulehnen und die damit verbundenen Zumutungen, denen man sich dieser Tage kaum entziehen kann, zurückzuweisen.

II.

Wenn man seinen Unmut gegenüber diesen Belästigungen äußert, begegnet einem immer wieder Unverständnis – oft selbst von Menschen, die man bisher für intelligentere und einfühlsamere Zeitgenossen gehalten hat. Man bekommt Phrasen zu hören, – „Was ist denn so schlimm daran für seine eigene Nationalmannschaft zu sein?“ – „Man muss doch Nationalismus und gesunden Patriotismus voneinander unterscheiden können.“ – „Was ist denn verkehrt an so ein bisschen Gemeinschaftsgefühl?“ – „Du bist doch selber deutsch.“ – „Es ist doch total verkrampft, bei solchen unverkrampften Anlässen immer wieder mit der deutschen Vergangenheit anzukommen.“ – denen man kaum etwas erwidern kann, weil ihnen jede gemeinsame Diskussionsbasis entbehrt. Was solche Diskussionen stets durchdringt, ist die Überzeugung, dass man – ob freiwillig durch das Bekenntnis, oder zufällig qua Geburt – einem (nationalen) Kollektiv angehört. Diese Angehörigkeit ist stets positiv besetzt, hat man ihr doch eine institutionalisierte Infra- und Kommunikationsstruktur, eine gemeinsame Sprache und Kultur zu verdanken. Es gibt ein Bedürfnis, dieser Gemeinsamkeit mit den auf einem staatlichen Territorium lebenden Menschen, freudig Ausdruck zu verleihen. In diesem Bedürfnis entpuppt sich der politische Charakter von Events, in denen die „eigene Mannschaft“ gegen jene anderer Nationen antritt, Events die doch immer als so unpolitisch gelten, wo es doch angeblich nur um den Sport geht. Nicht nur, dass die am Event beteiligten Sportler nicht einfach als Sportler, sondern stets als Vertreter jenes Staats zum Wettkampf antreten, dessen Pass sie haben; die Verteidigung dieser kulturindustriellen Stumpfsinnigkeit entpuppt sich als ein Bedürfnis, sich selbst als Einzelnen einem übergeordneten – in diesem Fall dem nationalen – Kollektiv unterzuordnen. Es bedarf hier keiner Manipluation, etwa einer nationalen Bourgeoisie, die dem Volk Spiele liefern wöllte, damit das Volk von seinen eigenen Interessen abgelenkt wird, sondern es ist das Bedürfnis der Vereinzelten selbst, die es kaum noch denken können, dass das Allgemeinwohl nichts mit dem Wohl der Individuen zu tun hat. In Verhältnissen, die immer mehr dazu tendieren Individualität oder Besonderheit zu liquidieren und die die Einzelnen in der Konkurrenz stetig mit sozialem Abstieg und Entwertung bedrohen, bemerken die Einzelnen ihre eigene Bedeutungslosigkeit. Aber anstatt gegen diese Verhältnisse aufzubegehren und eigene, individuelle Wünsche und Bedürfnisse gegen die Allgemeinheit geltend zu machen, wirft man sich einer übergeordneten, abstrakten Einheit an den Hals – vielleicht um selbst an etwas teil haben zu können, das im Gegensatz zur eigenen Person offensichtlich Bedeutung hat. So gefolgert, hängen sich die Bewohner des deutschen Territoriums die Nationalfahne an`s Auto, an`s Haus und an den Körper, um das Gefühl der eigenen Nichtigkeit zu kompensieren. Das Partialinteresse war den Deutschen stets etwas Fremdes – hatte Freud den Prozess des Bewusstwerdens mit dem Satz beschrieben „Wo Es war soll Ich werden“, kann der nationale Taumel, der sich nicht nur in Fußballevents immer wieder Bahn bricht, als eine regressive Bewusstlosigkeit beschrieben werden: Wo Ich war, soll Wir werden. Dem gilt es einen Individualismus, individuelle Interessen entgegenzusetzen, ein Misstrauen gegen alles Vereinheitlichende und ein Bewusstsein darüber, dass die real hergestellte Einheit der Nation ein Zwang ist. Meine Nationalmannschaft, wäre nicht national, weil ich keine Lust darauf habe diese Form der Vergesellschaftung zu akzeptieren und mich dieser Form der Repräsentation unterzuordnen und sie wäre keine Mannschaft, weil mir Sportsgeist, körperliche Ertüchtigung und Geschlechtersegregation zuwider sind. Vielleicht würde diese nicht-nationale Nicht-Mann-Schaft sich im Versteckspiel in den Ruinen des Stadtrands ereifern oder im Wettbewerb um das Zubereiten der besten Reisplatte gegen andere solche „Schaften“ antreten, um anschließend diese Zubereitungen gemeinsam zu verzehren.

Wenn es um Ehre geht…

… dann fließt auch schnell mal Blut:

Deutscher Fan schießt Italiener nieder

Von Julia Jüttner

Wie oft hat Italien die Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen? Darüber sollen ein Deutscher und zwei Italiener in einer Kneipe in Hannovers Rotlichtviertel in Streit geraten sein. Am Ende schoss der Deutsche beiden in den Kopf. Einer von ihnen starb, der andere schwebt in Lebensgefahr.

Hamburg – Tageslicht ist im Columbus unerwünscht. Über den Schaufenstern einer der ältesten Kneipen Hannovers, am Rande des Rotlichtviertels gelegen, prangt in knallroten Lettern der Name. Hinter den großen Scheiben hängen schwere, blickdichte Vorhänge. Rund um die Uhr hat das Lokal mit der langen Holztheke geöffnet. Wer hier reingeht, braucht kein Licht.

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Wenn ich nicht hier bin…

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Genuss – Gift – Geist

Drogen, Rausch, Sucht, Genuss sind Erscheinungen, die uns in allen Bereichen der Gesellschaft begegnen. Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung stellen sie keine Randphänomene dar, sondern sind tagtäglich präsent und gehören zum Wesen des Menschen. Mit einer Veranstaltungswoche wollen wir ausgewählte Teilbereiche analysieren, zu Diskussionen anregen und Erfahrungen austauschen. Mit Vorträgen, Diskussionsrunden, einer Ausstellung, Filmvorführungen und Freiraum zur Entwicklung eigener Ideen oder Projekte soll eine Plattform geschaffen werden auf deren Basis ein Diskurs entstehen kann. Dabei verzichten wir ganz bewusst auf eine Unterscheidung zwischen legalen und illegalen Drogen und Genussmitteln. Die Themen und die Herangehensweise provozieren und das ist auch gewünscht, denn eine intensive Auseinandersetzung tut Not.

Zentraler Ort der Veranstaltungswoche ist das Zeughaus (Am Zeughof 1 Weimar, am Spielplatz unterhalb des Theaterplatz)

Sa 5. Juni

14:00 Uhr: Austellungseröffnung im Zeughaus
18:00 Uhr: Eröffnungsreferat von Andreas Heimler (Heinrich Böll Stiftung Thüringen)
20:00 Uhr: Musikalischer Ausklang

Die Ausstellung „Drogenkultur-Kulturdrogen“ ist täglich von 14:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Abweichende Besichtigungstermine für Gruppen können gerne vereinbart werden.

Di 8. Juni

20:00 Uhr: „Healthy Body – Sick Mind“ Vortrag zu Drogenpolitik und Gesundheitswahn von Lars Quadfasel im Zeughaus

Mi 9. Juni

20:00 Uhr: Podiumsdiskussion „Drogen in öffentlichen Raum oder Wem gehört die Innenstadt? “ im Zeughaus

Do 10. Juni

20:00 Uhr: „Leistungsdrogen und Leistungsgesellschaft“ Vortrag von Drugscouts Leipzig im Zeughaus

Spätestens seit dem Ende des 2.Weltkrieges sind Amphetamine aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken: sei es zur Medikation, als Rauschmittel oder als Mittel, dem Druck am Arbeitsplatz standzuhalten. Entwicklungen, Zukunftsprognosen und Folgen einer „Gesellschaft auf Droge“ möchten wir vorstellen, mit euch erarbeiten, diskutieren und dieses immer im geschichtlichen Kontext.

Fr 11. Juni

16:00 Uhr: „Gute Droge – Böse Droge?“ Vortrag von Drugscouts Leipzig im Zeughaus

Hustenmittel Heroin und Teufelsdroge Schokolade – der Blick zurück zeigt: Der Legalitätsstatus von Drogen ist veränderbar. Wer bestimmt, welche Substanzen erlaubt und welche verboten sind? Auf welcher Grundlage werden Drogen in legal und illegal eingeteilt? Was erwartet uns in Zukunft? Wie beeinflusst die rechtliche Einordnung den öffentlichen und privaten Diskurs über Drogen?

20:00 Uhr: „Drug Checking now!“ Vortrag von Drugscouts Leipzig im Zeughaus

Denn sie wissen nicht, was sie tun. In der Bundesrepublik Deutschland sind KonsumentInnen von illegalisierten Stoffen aufgrund der hier geltenden Gesetze einem zusätzlichen Risiko ausgeliefert, da sie keine Möglichkeit haben zu überprüfen, was sie eigentlich konsumieren. So müssen sie bei Fragen nach Qualität und der genauen Zusammensetzung der Substanzen den AkteurInnen des Schwarzmarkts vertrauen. Mit dem Referat soll aufgezeigt werden, wie unterschiedlich in verschiedenen europäischen Ländern mit diesen Risiken umgegangen wird und welche Schritte nötig wären, um den Schutz der Gesundheit und des Lebens von DrogenkonsumentInnen in der Bundesrepublik effektiver zu gewährleisten.

Di 15. Juni

22:00 Uhr: Literarische Lesung mit Christian Klichat im Zeughaus

Weitere Infos zur Reihe: genussgiftgeist.blogsport.de

Links zum Thema: Lars Quadfasel: No Dope, no Hope | Texte der Jungen Linken zu Gesundheits- und Drogenpolitik | Flugblatt und Linksammlung von SOMOST zu Sucht und Sehnsucht | Paeris – Alles für die Volksgesundheit

Es gibt kein gesundes Leben im Kranken #2

International Day Against Homophobia

Jena:

“Speaking about silence – Homophobie im Sport”

Organisiert vom IDAHO-Jena, So, 16. Mai, 17 Uhr im Kassablanca, Podiumsdiskussion mit

* Tanja Walther-Ahrens (ehem. Bundesligaspielerin bei Turbine Potsdam, heute Projektleiterin bei der European Gay And Lesbian Sport Foundation),
* Karolin Heckemeyer (Soziologin an der Uni Freiburg mit Arbeitsschwerpunkten “Soziologie des Sports und des Körpers” sowie “Geschlechterforschung und feministische Theorie”)
* Marcus Urban (ehem. DDR-Jugendnationalfußballspieler bei FC Rot-Weiß Erfurt)

Vortrag zu Verfolgung Homosexueller um Dritten Reich

Am Mittwoch den 19. Mai, 19Uhr (SR 208, Carl-Zeiß-Str.) findet ein Vortrag über die Verfolgung Homosexueller zu Zeit des Nationalsozialismus statt. Dr. Gottfried Lorenz aus Glinde (Schleswig Holstein) wird zu diesem Thema einen Vortrag und eine anschließende Diskussion anbieten. Organisiert vom “Referat gegen Rechtsextremismus”.

via bubizitrone: this is where iadho begins

Weimar:

Bürgerliche Subjektivität und Homophobie
Montag 17. Mai – 20:00 Uhr – Radio Lotte Weimar

Diskriminierung und Toleranz gegenüber Homo- und Bisexuellen – Warum überhaupt?
Dr. Gerhard Reese
Dienstag 18. Mai - 20:00 Uhr – Radio Lotte Weimar

Queer – eine Idee zur Auflösung der Geschlechterbilder
Mittwoch 19. Mai – 20:00 Uhr – Radio Lotte Weimar

Interessant, dass der Internationale Tag gegen Homophobie doch Anlass für so viele Veranstaltungen ist. Dieser Tag wurde ausgerufen, nachdem die WHO 1990 (!) beschlossen hatte Homosexualität aus der Liste der psychischen Krankheiten zu streichen. Auch wenn am idaho immer wieder darauf hingewiesen wird, dass damit nicht automatisch die Homophobie verschwunden ist, ist die Liste dieser ominösen psychischen Krankheiten selbst eigentlich nie ein Thema. Wie sieht es aber aus mit Krankheitsbildern wie Transsexualismus, Transvestitismus, Störung der Geschlechtsidentität, Fetischismus, Fetischistischer Transvestitismus, Exhibitionismus, Voyeurismus, Pädophilie, Sadomasochismus, Störungen der Sexualpräferenz, Sexuelle Reifungskrise, Ichdystone Sexualorientierung und Sexuelle Beziehungsstörung? Das alles sind nach der deutschen Version der „Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ der WHO: „Psychische und Verhaltensstörungen“. Und zwar heute. Gestört. Alles nachzulesen hier.

Mai, o Mai

Der Infoladen Sabotnik schreibt wissenswertes über den 1. Mai und gibt strategische Tips in negativer Form für den 1. Mai in Erfurt. Die Gruppe AG17 hofft, dass es am 1. Mai in Erfurt knallt und schrammt vor lauter Knallern in ihrem Aufruf knapp am Begriff der abstrakten Arbeit vorbei. Aftershow hat (bis jetzt) erfolglos versucht eine Debatte über Sinn und Unsinn der Aktivitäten am 1. Mai in Erfurt anzuzetteln. Ich kam aus dem Lachen nicht mehr raus, als ich meinen Bericht über den 1. Mai vor zwei Jahren einem Freund für’s Radio vorgelesen habe. Die wirklich sehr unheimliche Gruppe Public Movement erklärt den 1. Mai in Berlin (- wir haben alle darauf gewartet -) zur Performance:

Edit: Es gab eine erfreuliche Reaktion (bis auf die Berufung auf den gesunden Menschenverstand) von Rosa Perutz:

Sehr geehrte Künstler x,

hiermit untersagen wir Ihnen aus Gründen des gesunden politischen Menschenverstandes/grundlos/unter religiös-moralischem Vorbehalt Ihre für den 1. Mai 2010 geplante Micky-Mausierung des öffentlichen Protestes/der universellen Emanzipation … usw..

Wir weisen Sie darauf hin, dass sie sich des Verrats an der Kunst schuldig machen, sofern Sie Ihre Anliegen unter den Primat der performativen Beliebigkeit und des performance-lifestyles stellen (denn alles ist ja irgendwie performativ in den letzten Jahren, von der Politik zur Spielzeugeisenbahn) und somit eine Art politischen Tourismus betreiben, der zur allgemeinen Verblödung beiträgt … usw..

Sie haben bis zum 30. April 2010 die Möglichkeit Beschwerde gegen diese Auflage/dieses Verbot/ästhetische Urteil einzulegen unter: mail@rosaperutz.com

Gez. Allgemeine Deutsche Zensurbehörde (die sich natürlich auch schon selbst verboten hat), aufgegangen in der

Zensurbehörde von Rosa Perutz
Dieses Schreiben wurde automatisch erstellt.

via

Kopfstoss.fm – live aus Mügeln

Der braune Mob hat sich wieder in der sächsischen Pampa von seiner besten Seite gezeigt, wieder mal in Mügeln. Die Fussballsendung Kopfstoss vom freien Radio Halle, Radio Corax war mit dabei. Der Sport ist mir latte, aber die O-Töne sind ziemlich gruselig.

[via besserscheitern]



Edit
: besserscheitern weist noch auf einen Beitrag von tatort branids hin, wo ausführliche Berichte von den Vorfällen in Brandis und Mügeln zu lesen sind.

Das wahre Leben trainieren

An Zynismus und Sinnlosigkeit nicht zu überbieten:

Training für Hartz-IV-Empfänger
Arbeitslose spielen Kaufmannsladen

Aufblasbarer Plastikkäse, kopiertes Spielgeld, gefärbtes Wasser in Weinflaschen: Das Jobcenter Hamburg finanziert einen kompletten Supermarkt. Hartz-IV-Empfänger sollen dort wieder arbeiten lernen. Die simulierte Einkaufstour kostet Millionen – und hat bislang nur eine magere Erfolgsquote.

Hamburg – Eine Flasche Mirabellenbrand hält den Betrieb auf, die Scannerkasse erkennt sie nicht. Die Frau an der Kasse guckt fragend zu ihrem Ausbilder, dem Herrn Rothe. Die F7-Taste soll sie drücken, den Artikel eingeben, nochmal F7, dann den Preis, irgendwann die Taste F2. Und dann soll es weitergehen. „miraabellenbrand“ wird später auf dem Kassenbon stehen, verkauft für 49,90 Euro. Ein Tippfehler beim Namen, nicht so wichtig, Hauptsache, der Preis stimmt.

Die Flasche ist leer.

Der Kunde heißt heute Markus Repschinski. Der 28-Jährige hat die leere Mirabellenbrandflasche gekauft. In seinem Einkaufswagen liegen außerdem eine leere Flasche Ouzo für 29 Euro und volle Packungen Cornflakes, Reis, Toffifee, Pedigree sowie eine Dose weiße Bohnen. Insgesamt sind es Waren für 129,13 Euro. Repschinski wird noch mehrere dieser Wagen zusammenpacken, wahllos, mal ist Katzenfutter dabei, mal Hundefutter, manchmal beides.

Er wird jeden Wagen vorbeischieben an der Kühltheke mit den aufblasbaren Käselaiben aus Plastik, vorbei an den leeren Plastikschalen „Nordseekrabben Natur“, vorbei an den Weinflaschen mit gefärbtem Wasser. Auch vorbei an 6000 echten und gefüllten Kekspackungen, Konservendosen und Chipstüten, die hier in den Regalen liegen.

„Real Life Training“ steht auf seinem Rücken, deswegen ist er hier: Das wahre Leben trainieren, in einem Übungssupermarkt mit angeschlossenem Lager. Es ist die erste Maßnahme dieser Art deutschlandweit. Arbeitslose sollen lernen, wie es ist, im Lager zu arbeiten, an der Supermarktkasse, im Großhandel. Früh aufstehen, pünktlich erscheinen, die Mütze ab, die Hände sauber, Arbeitszeiten ordentlich dokumentiert auf einer Stempelkarte, das ist die Idee; jede Woche knapp 40 Stunden, für sechs bis neun Monate. Betreut von sechs Sozialpädagogen und fünf Übungsleitern. → weiter lesen

Passend zum Thema sei dabei auf das Interview mit den Neptunianer_innen King und Kodos von der „Außerplanetarischen Opposition“ hingewiesen, die im März nach Erfurt gekommen waren und nicht begreifen konnten, dass auf der Erde Häuser (Arbeitsämter) gebaut werden, die dafür erdacht sind sich vollkommen sinnlose Tätigkeiten für Menschen auszudenken, die eigentlich nicht notwendig arbeiten müssten:

(Siehe Artikel Infoladen Sabotnik)

Um eine Kritik der Arbeit wird es auch am 10. April bei einem einführenden Seminar zur wertkritischen Kapitalismuskritik in Weimar gehen:

SEMINAR
EINFÜHRUNG IN DIE WERTKRITISCHE KAPITALISMUSKRITIK

Das zunehmende Unbehagen im Kapitalismus ist leider noch kein Garant für eine angemessene Kritik und nicht jeder Widerstand ist per se emanzipatorisch zu nennen. Die Gefahr, Bestandteil des Problems zu werden, gegen das sich der Unmut richtet, ist groß genug, wie viele (ex-)linke Biographien beweisen. Um den Kapitalismus kritisieren zu können, muss er auch verstanden werden. Wir wollen Euch die grundlegenden Kategorien der kapitalistischen Gesellschaft näher bringen, wie sie Marx im Kapital entwickelt hat. Entgegen einer traditionsmarxistischen Lesart stehen hier nicht Klassenkampf und Loblieder auf das Proletariat im Vordergrund, sondern die Kritik von Ware, Geld, Kapital und Warenfetischismus.

DATUM: 10. April 2010
BEGINN: 11:00 UHR
ORT: Weimar, Jakobsstraße 22 (Bureau der „Neuen Linken“)
EINTRITT: frei

Das Seminar findet leider parallel zu einer öffentlich angekündigten Hausbesetzung in Erfurt statt (wir vertrösten die Genoss_innen, auf dass die Theorie baldig die Massen ergreift). Diese Aktion wird im Rahmen einer Aktionswoche anlässlich der Jährung der Räumung des Besetzten Hauses in Erfurt ausgerichtet:

EIN JAHR RÄUMUNG – PROGRAMM: 10. – 17. APRIL