Archiv der Kategorie 'Melodie'

Ton und Nicht Ton

Eine der schönsten Seiten im Netz ist das „Raster Noton“ – Archiv für Ton und Nichtton. Besonders zu empfehlen ist der Künstler „Bender“. Wieder mal danke an Schroeter fürs zeigen…

Listen to this:

Glen or Glenda – Maigre Muraille

Marvin – Vocomurder

Diese Musik gefällt mir so sehr, dass ich übelst schreien möchte! Die kompletten Alben kann mensch sich auf der Seite des Labels „Les Potagers Natures“ runterladen.

Viel zu viel…

[…find ich auch!] Aus dem kleinen Schnipsel-Zine „Geschriebenes gegen die Normalität“ aus Hamburg. Zugeschickt bekommen in einer netten Post (Danke, Purzel!).

Erinnerungen an wilde Party mit harmloser Musik, nackte Hedonisten-Menschen mit Bier beschmiert, Kater. Nicht so harmlose Musik:

Unterwegs auf der Aschebahn

Sehr nette Musik entdeckt, die sich da nennt „Apparat Hase“. Anhören!

Gute Musik feat Schlechte Ideologie

Es gibt einige (linke) Bands deren Musik ich toll finde, bei denen aber beim näheren Hinsehen klar wird, dass es sich um schlechtes Klischee handelt und der blödeste Antiimperialismus/Antiamerikanismus bedient wird. Schlimmer ist es wenn mensch sich für die Musik einer Band geradezu begeistert und dann feststellen muss, dass das Weltbild dieser Musiker von verkorkster Ideologie bestimmt ist. Sollte die Bahamas doch Recht behalten, dass Punk, der alle künstlerischen Bereiche in einer feindlichen Ästhetik vereinen wollte um den letzten Großangriff gegen den Kapitalismus zu fahren, nicht nur kläglich gescheitert ist, sondern dass Punk zum Lautsprecher der Mehrheit geworden ist?

Es gab sicherlich mehr, doch ich erinnere mich an drei Fälle in denen ich mich für eine Musik begeisterte und dann schmerzlich erwachte.

1. Autoritär

Autoritär spielen wundervollen Oldschool-Düster-Knüppel-Crust (die Musik die bei mir die Herbsttage musikalisch unterlegen) und mensch hört der Musik ein wütendes Aufbegeheren. Dass es sich bei dieser Wut aber um stumpfes Ressentiment handelt merkt mensch spätestens, wenn einem auf der Homepage der Band das Gewehr des palituchvermummten Intifada-Kämpfer ins Auge giekelt.

Dennoch eine Kostprobe:

2. Children of Fall

Musikalisch versierter war es dann bei Children of Fall. Sie spielen melancholischen Screamo/Emocore und sind nicht nur musikalisch sympatisch. Ich lernte einen der Musiker bei einem meiner Besuche in Kopenhagen kennen und ich habe selten so ein nettes Gespräch geführt. Irgendwann habe ich einen Aufnäher auf seiner Tasche entdeckt: „Antizionism is not Antisemitism“. Bei ihrer Tour durch Deutschland bekamen sie Absagen von vielen Clubs, da einer der Members zuvor mit einem T-Shirt aufgetreten war auf dem „Burn Israel Burn!“ zu lesen war.

3. Leftöver Crack

Am schlimmsten war es für mich als ich rausfand was für eine Politik die Band Leftöver Crack macht. Der experimentelle Mix aus Blackmetal, Crust, Punk, Ska, Doom und nochmehr hatte mich in seinen Bann gezogen und mich begeistert. Außerdem bekam die Band meine Sympathie durch Lieder wie „Gay Rude Boy“, die sich gegen Homophobie richten. Besucht mensch die Band-Homepage, bekommt mensch als erstes sowas zu sehen:

Fazit? Punk is dead, Punk is dead!
Oder?
Immerhin gibt es angenehme Ausnahmen. Eine davon ist die freche Band Amen81, deren Wut es krachen lässt, aber nicht den Verstand besiegt. Dieser wird beispielsweise in einem Lied gegen Palitücher bewiesen. Ein anderes Lied hier als Kostprobe:

Angenehm ebenfalls die Kellerasseln, die erkennen was das Problem ist, nämlich das Punk zu Rock geworden ist:

Ein Lob dem Tourismus

Ich habe bereits von meinen Problemen erzählt, die ich habe weil ich in einer Kulturstadt lebe. Doch so sehr einen die dämlichen Touristen auch nerven, die bis zum erbrechen „Herder und Wieland“ schreien aber nichts vom „Kongress der Konstruktivisten und Dadaisten“ wissen, so eignen sie sich doch als hervorragendes Ziel mancher Späße.
Als ich also am letzten Wochenende in Geldnot war und den örtlichen Brunnen nach Geld abgetaucht war, konnte ich nicht anders als nass und nackt durch die Touristengruppe durchzurennen, die sich gerade in der Nähe aufhielt.

Eitentlich wollte ich nur dieses Lied hier posten:

Verlasse die Stadt im Krieg

Ob Dadaisten, Konstruktivisten, Lettristen, Situationisten, Futuristen, die Russichen Avantgardisten oder das Bauhaus, in einem waren sich die meisten Avantgarden des 20. Jahrhunderts einig (und wenn sie sich auch noch so verbittert gegenseitig zu widerlegen versuchten): Es liegt eine unheimliche Wichtigkeit in der Konstruktion der oder des Buchstaben.

Doch was wenn die Ordnung der Buchstaben zum System wird und eine bestimmende Macht sie verfremdet?

Und was wäre, wenn die Buchstaben gar selbst miteinander im Krieg lägen?

Ich weiß es nicht. Und ich weiß nicht einmal wie dieser Mensch heißt, der dieses zweite Lied geschrieben hat. Ich werde es in Leipzig herausfinden. So hebe ich fragend meinen Hut und grüße die Stadt – Bis zum nächsten mal!

Anders leben?!

Eine meiner Lieblingsplatten ist das Album „Anders leben“ von Yage. Am meisten berührte mich immer die Textzeile How and why is this potential Agression in our heads? aus dem Lied We lost beauty .

Ein Gruß an andersleben! Ein Aufruf anders zu leben! Mehr Gefühl, bitte!

anders leben?!

New Telepathics

Es wird Zeit mal eine Band vorzustellen, die sich seit einiger Zeit in meinem Bekanntenkreis bewegt. Sie heißt New Telepathics und der Haupt-Akteur heißt Darrin Darkness. Gemeinsam mit seiner Freundin, die Bass spielt, verstehen sie sich wohl eher als Gesamtkunstwerk, denn als Band. Neben selbstgemachten Musikinstrumenten, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keybord, Synthy und tonnenweise Effektgeräten, die die beiden bedienen, haben sie sich für ihre LP eine Reihe von befreundeten Musikern herangeholt, unter Anderem den Bassisten, der in der Kapelle meiner Wenigkeit den Puls angibt. Die Band ist auch Skulptur, denn das was die beiden auf der Bühne aufbauen kann nicht nur Equipment genannt werden. Die Kuh ist das Lieblingstier der beiden, ihre Texte sind verwunderlich (beispielsweise wenn Darryn aus der Sicht einer schwanzlosen, depressiven Katze die Menschen betrachtet).

Genug gefaselt, hier drei Videos (ja, sie sind auch Film-Künstler, bei keinem Kontzert fehlt die Projetktion):

New Telepathics – Hold your Fire

New Telepathics – Nine

New Telepathics – Our Frog

Im Zuge des Erbrechens, können wir auch lachen…

Habe auf dem Blog von Gehwegplatte ein sehr cooles Lied entdeckt. Es handelt sich um „Kinder des Verbrechens“ von der Gruppe Sandow.

Schade, dass es solche Bands heute nicht mehr gibt. Die meisten dieser Art haben sich selbst kaputt gemacht, oder sind (wie z.B. Sandow) in die Eso-Ecke abgewandert. Gehwegpaltte, ich hab dich gleich verlinkt.

Galerie, Galerie

Abgesehen von der Tatsache, dass in der gestrigen Tatort-Folge auf eine extrem kleinbürgerliche Weise inhaltslose Kleinkunst abgefeiert wurde (die Galerie ist tot), ist es doch erfreulich, dass die Macher während ihrer Dreharbeiten anscheinend eines unverzerrt wahrgenommen haben: Dass die Weimarer Kriminalpolizei nichts gebacken kriegt.

Wer nach dem Schock ein bisschen 1999 gebraucht hat, ist dann hier hin gefahren, hat Disco Dancing defendet und vom Hype profitiert.

Galerie 3000

Die Galerie ist tot – es lebe die Galerie?

Industry

Galerie 3000 – Baggern

Galerie 3000 – Vier Wände