Archiv der Kategorie 'Fundstück'

Thick as a brick

Ich weiß nicht wer diese bescheuerte Bilder-Show gemacht hat, aber die Musik ist echt der Hammer. Listen part 1 – 5:

Edit: Zur Verteidigung des Prog Rock siehe bei Luxemburger Anarchist hier, hier und hier

Nieder mit dem Schweihnachtsmann!

[Aus einem anti-pädagogischen Spucki-Katalog aus den 80ern]

Fick deine Kunst!

Ich würde lachen…

Diesen Text habe ich neulich in einem Hardcore-Punk-Zine von 1988 entdeckt, welches bei mir zu Hause rumflog und ich musste dabei ein wenig schmunzeln:

HATEMAIL
oder: Zwölf gute Gründe, EA80 zu hassen.

Guten Tag liebe Mitpunker, hier spricht weder Armin über Fußball, noch Uncle Lee über bessere Zeiten, sondern Major Ryan. Wie ihr seht, habe ich mein Gewissen nicht von euch blödem Volk kaufen lassen, und ich will euch jetzt mal was sagen, nämlich… (Allgemeines oh und ah!, Gemurmel, Verwirrung)
Ja, da staunt ihr, die Wahrheit, das hat man euch schon lange nicht mehr versprochen!

Nun, ich habe die traurige Mitteilung, daß eure Heilige Kuh beim Schlachten längst schon überfällig ist. Sie muss weg, kapiert, da ist kein Platz mehr für sie. Welche heilige Kuh? Na, tut doch nicht so scheinheilig. Ich rede nicht von Converse, auch nicht von Starving Missle, nicht von Thrasher (falls dieses Teil überhaupt jemand liest, immerhin ist es auf Englisch, einer Sprache, die ihr Blödel eh nicht rafft), nein meine ungeliebten Freunde, ich rede von EA80.

EA80, ja, da geht ein Raunen und Aufstöhnen durch eure Reihen, diese Uraltpunx, diese wundervollen, erfrischend „anderen“ Punker, diese lederjackenlosen Pogo-Westentaschenphilosophen.
Gebt zu, ihr liebt sie, ihr verehrt sie, ihr findet diese Blase toll, stimmts?

Ich nicht.
Aus gutem Grund.

(mehr…)

Hallo Halle

Ich habe am Wochenende mit einigen Freund:innen am Wochenende einen Ausflug nach Halle unternommen. Ich finde diese Stadt auf eine gewisse Weise beeindruckend und das Wandern durch die Straßen löst in mir ein seltsames Gefühl aus. Ich glaube, dass Halle einen Schnittpunkt zwischen Provinz und Großstadt darstellt – man stößt auf grundlegende Elemente beider Seiten. Auf der einen Seite sich gegenseitig ergänzende „Hochkultur“ und Sub-/Alternativkultur (Theater, Uni, Kneipen, Szene, Radio), auf der anderen Seite die Gewalt der ostdeutschen Provinz (Plattensiedlung, Weihnachtsmarkt, Neonazis).

In einem Bio-Restaurant habe ich einen Flyer für eine sehr interessante Filmreihe entdeckt, die unter anderem von der Antifagruppe an der Uni Halle organisiert wurde:

German Images
Filme zum postfaschistischen Alltag

Als Vertreter der Kritischen Theorie in den 1950er Jahren vor dem Nachleben des Nationalsozialismus warnten, steckte hinter dieser Warnung nicht nur das Wissen darüber, dass der Nationalsozialismus durchaus demokratische Elemente und die Legitimation der Massen besaß. Die Warnung beinhaltete auch die Erkenntnis, dass die nationalsozialistische Ideologie keineswegs mit der vielbeschworenen „Stunde Null“ sang- und klanglos aus den Köpfen der Menschen verschwand. Vielmehr leben ihre Versatzstücke in den Menschen fort.

Die Beispiele für jene Fragmente der deutschen Ideologie sind zahlreich. Es ist hierbei vor allem der scheinbar allgegenwärtige Ruf nach einfachen Verhältnissen, der die Zwänge vermittelter Herrschaft abstreifen und an ihre Stelle die direkte Herrschaft des Mobs setzen will. Da der Staat jedoch auf seiner Souveränität beharrt, offenbart sich die Rohheit und Brutalität der atomisierten Volksgenossen in deutschen Wohnzimmern, Kneipen und auf den Straßen.

Diesen Zuständen widmet sich die Filmreihe. In ihr soll es aber keineswegs darum gehen, die hundertste Dokumentation über Stiefelnazis zu zeigen, um in mahnendem Duktus die Gefahr des sogenannten Rechtsextremismus für die Demokratie anzuprangern. Vielmehr soll der Frage nachgegangen werden, wie der Alltag jener Menschen aussieht, die nicht nur sich, sondern auch anderen regelmäßig das Leben zur Hölle machen. Die Filmreihe zeigt Dokumentationen, die (oftmals unfreiwillig und in alles anderer als kritischer Absicht) die Widerwärtigkeiten eines Alltags entlarven, in dem Stumpfsinn, Langeweile und Tristesse auf der Tagesordnung stehen. Es werden Menschen gezeigt, die die Schuld am Elend nicht in den Verhältnissen suchen, die es tagtäglich hervorbringen. Es geht um Jene, die sich stattdessen im Elend häuslich eingerichtet und mit der vermeintlichen Unüberwindbarkeit dieser Verhältnisse schon längst abgefunden haben.

In dieser Reihe: Herr Wichmann von der CDU | Bellaria | Stau

Mehr Infos: http://www.kinolabim.de | http://antifa.uni-halle.de/

Auf der Rückreise sind wir mit den Fahrrädern an der Saale von Halle bis nach Merseburg gefahren um dort in den Zug zu steigen. In Merseburg schlug die andere Seite wieder krachend ins Gehirn. Grau, kaputt, trostlos. Ich wurde Zeuge eines Relikts aus vergangenen Zeiten: Hier dient die Bahnhofshalle noch als Treffpunkt der allgemeinen Jugend.

Seltsame Seilschaften

Eine schöne Street Art (siehe Bild) und eine gute Nachicht: Ja König Ja haben ein neues Album herausgebracht, welches sich Die Seilschaft der Verflixten nennt. Ein Lied davon könnt ihr hier hören. Wunderbar!

Antifaschistische Aktion!

[Deutsche Zustände Angreifen!]

Ton und Nicht Ton

Eine der schönsten Seiten im Netz ist das „Raster Noton“ – Archiv für Ton und Nichtton. Besonders zu empfehlen ist der Künstler „Bender“. Wieder mal danke an Schroeter fürs zeigen…

Inerventionen

Die Broschüre „Interventionen“ ist jetzt online und in Papier-Format erhältlich. Es handelt sich um eine kostenlose Broschüre aus Leipzig zu Ideologiekritik, insbesondere zum Antisemitismus und zum Rassismus. Üblichen Verdächtigen: Adorno, Postone.

Ne travaillez jamais

Ein auf Guy Debord zurückgreifendeGraffiti auf einer Mauer in der rue de Seine von 1952 (Paris) : « Ne travaillez jamais» Bild-Quelle: Ostblog
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Schon die Situationist_innen beschmierten Wände. Dass Street-Art (oder auch Anti-Street-Art oder, äh, Street-Anti-Art) und Kapitalismus aber nicht notwendigerweise gegeneinander stehen ist Thema eines Vortrages, der in Just’s neuer Theory-Ecke zu finden ist. Anhand einer Kritik der prosituationistischen bzw. „postsituationistischen“ Gruppe Splasher redet Christian Psaar über Kunstproduktion im Kapitalismus, über Kunstzerstörung, Plagiarismus und radikale Gesellschaftskritik.

Einen Bericht über die Gruppe Splasher, Fotos von ihren Bildzerstörungen und ihr komplettes Manifest gibt es auf dem Rebel-Art-Blog: hier. Einen ausführlichen Artikel über Splasher und „Street Art zwischen Rekuperation und subversivem Potential“ von Christian Psaar gibt es hier.

Wer sich unabhängig vom aktuellen Szene-Hype mit der Situationistischen Internationalen auseinandersetzen möchte, dem sei Rober Ohrts „Phantom Avantgarde – Eine Geschichte der Situationostischen Internationale und der modernen Kunst“ ans Herz gelegt. Dieses Buch, welches bei Edition Nautilus erschienen ist bietet nicht nur einen guten Überblick über die Geschichte von den Lettristen bis zum Selbstmord von Guy Debord, sondern es liefert auch eine kritische Auseinandersetzung mit der S.I..

Das Buch von Zwi Negator und Biene Baumeister kennt warscheinlich eh schon jede_r…

Nachtrag zum deutschen Herbst

Eben diese sehr interessante Gruppe entdeckt, die sich da nennt „Selstamer Zusammenschluss“. Zum Schmunzeln gebracht hat mich dieses Plakat zur „negativen Party“:

Michael Ende, du hast mein Leben zerstört

Sehr interessanten Blog gefunden, von einer Gruppe, über die es nicht mehr Infos gibt, als dass es eine neue Gruppe aus Berlin ist: paeris. Mein Interesse hat der Ankündigungstext zur Veranstaltung „Desire less. Welcome to the Pleasuredome“ geweckt, ein Tagesseminar über Bedürfniskritik und das Unechte, Künstliche und Oberflächliche am 23. Februar 2008 in Berlin:

Hatte Michael Ende Recht, wenn er meinte, dass Sprechpuppen die Phantasie zerstören, oder hat doch eher Michael Ende unser Leben zerstört? Hat das Halbbildungsbürgertum recht, wenn es sagt, Fernsehen mache dumm? Haben Grüne recht, wenn sie meinen, ein Wollpullover sei besser als die aktuelle Roberto-Cavalli-Kollektion von H&M? Und haben die Linken recht, wenn sie sagen, ein Döner sei besser als ein BigMac? Wir wollen jetzt natürlich nicht Stiftung Warentest ersetzen und in die Produktanalyse einsteigen, sondern unter Mithilfe von Bourdieu und Adorno genauer hinsehen, was eigentlich an Produkten, ihrem Konsum und besonders dem Verhältnis der Konsumierenden zu ihren Wünschen so schlecht sein soll oder ist. Uns scheinen dabei immer wieder Begriffe wie „Echtheit“, „Natürlichkeit“ und „Tiefe“ die Ideale zu sein, an denen Produkte und Konsumverhalten gemessen werden. Wir werden also diese Begriffe durchleuchten, viel Schlechtes, aber auch ein bisschen Richtiges in diesen Idealen finden, und darüber hinaus feststellen, dass diese Ideale weder reine Wahrheit noch einfach nur individuelle Meinung sind, sondern selbst durchaus wesentlich mit der Gesellschaft zu tun haben, in der wir leben müssen.

Ganzen Text lesen

2 x Umherschweifen pro Quadratmeter

Diese Zeitschrift scheint die von den Situationisten begründete Psychogeografie und den Unitären Urbanismus auf hohem wissenschaftlichen Niveau und ohne nostalgische Hampeleien oder prosituationistische Romanzen fortzusetzen. Aus dem Impressum:

dérive – Zeitschrift für Stadtforschung erscheint seit Sommer 2000 vierteljährlich in Wien und versteht sich als interdisziplinäre Plattform zum Thema Stadtforschung. Die behandelten Felder reichen von Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung, Raumordnung und Bildender Kunst bis zu Geographie, Soziologie, Politik- und Medienwissenschaften und Philosophie. Thematisiert werden globale Problemstellungen, die im lokalen Rahmen behandelt werden und Aufschlüsse über die gegenwärtige Stadtentwicklung geben sollen.

Gefunden habe ich die Zeitschrift (dérive=franz. umherschweifen), als ich auf einer Bücherladentour durch Berlin auf das pro qm stieß, ein Buchladen zu Stadt, Politik, Pop, Ökonomiekritik, Architektur, Design, Kunst & Theorie, der alles Moderne von Relevanz gesammelt zu haben scheint, seien es Zeitschriften, Bücher und Magazine, seien es Musik und Design. Wer die Gelegenheit dazu hat, sollte dort unbedingt mal vorbeischauen (Almstadtstrasse 48-50, geöffnet: Montag – Freitag 12-20 Uhr, Samstag 12-18 Uhr).

Aus der taz Berlin (lokal Nr. 8195 vom 7.2.2007, Seite 25) zum pro qm:

Almstadtstraße am Sonntagabend in unserer Möchtegernmetropole – leise, lichtarm, leergefegt. Die Straße im Scheunenviertel hat noch diesen dörflichen Charakter und hält, oberflächlich betrachtet, noch der Gentrifikationsdampfwalzenentwicklung des dritten Jahrtausends stand. Doch plötzlich durchzucken weiße Lichtblitze am Ende der verschlafenen Straße rhythmisch die Dunkelheit. Die umliegenden Hauswände werfen Reflexe. Im Näherkommen dann eine Menschengruppe vor zwei großen Schaufenstern. Ihre Unterkörper verschwinden in den dicken Rauchschwaden eines fleischbeladenen Grills.

Gefeiert wird die Neueröffnung der Buchhandlung Pro qm in den ehemaligen Räumen eines Obdachlosenvereins. Die Grilleinheit auf dem Trottoir gibt nur einen schwachen Vorgeschmack von dem, was einen im Inneren erwartet. Stroboskopblitze zucken durch den proppevollen Laden, ein weißes Lauflicht tanzt über 200 Köpfe. Es duftet nach Grill. Der Laptop-DJ spielt laute Münchner Discomucke von 2006. Sie klingt wie Münchner Discomucke von 1976. Plappernd und dichtgedrängt steht die Menge zwischen deckenhohen weißen Bücherregalen, selig von Rostbratwurstkonsum und gesponsertem Freibier. Es besteht nicht die geringste Chance, das umfangreiche Bücherangebot zu begutachten. Ist ja auch egal, wenn’s dafür jede Menge Szenevolk mit Berlin-90er-Background aus Kunst, Kultur und Musik gibt. In einer dunklen Ecke im hintersten Teil des Ladens kniet Pro-qm-Mitmacher Jesko Fezer und startet die Nebelmaschine. Jetzt verschwinden auch die Leute drinnen in weißen Schwaden. Ich frage: „Jesko, wird das ‚n Club oder ’ne Buchhandlung?“ Er sagt: „Weiß noch nicht.“

Egal ob Club oder Buchladen, die taz gibt’s dort glücklicherweise nicht zu kaufen…

Der Größte Schmach den ich je gesehen habe

sind diese Münzen. Ich finde das ist eine bodenlose Frechheit.

Gefunden hier

New Wave Country

New Wave muss sein – Das redet sie mir ein
Die ganze Szen‘ ist tierisch drauf – das muss das schärfste sein!

Märchenprinz

Oder: Gefundenes weiterschenken

Heute habe ich ein Geschenk bekommen. Ein Buch, dass die Person, die es mir geschenkt hat, am Nachmittag in der Fußgängerzone gefunden hat.

Märchenprinz

Es ist sehr nützlich gefundene Dinge weiterzuverschenken, denn es macht viele Leute weise. Ich bin z.B. weise geworden von diesem Buch. Eine der Weisheiten, die in diesem Wälzer enthalten sind, ist z.B.:

Weisheit

Ich habe auch etwas neues über Punks gelernt:

Punks

Ich habe beim Nachhauseweg auch etwas gefunden was ich weiterverschenken werde (ist aber leer):

Fund

Und jetzt soll mal noch einer behaupten, ich hätte das Bloggen nicht verstanden.. Liebe Grüße an S., der Abend war wunderschön. Danke für das Buch!!!
Zum Schluss noch ein Buchtip für alle die es wissen wollen:

Buchtip

Noch einen absolut allerliebsten Geburtstagsgruß an Lexi!!!

Flog-Tour

Es gibt ein anderes Universum. Neben dem Blogsport-Universum wurde kürzlich das Foto-Log -(kurz Flog)-Universum (von aergernis) entdeckt. Das Flog-Prinzip funktioniert so: Jeden Tag kann der User ein Foto hochloaden. Darüber lacht der Blogsportler, denn er weiß, dass er so viele Bilder und Fotos pro Tag veröffentlichen kann wie er will.
Dennoch habe ich mich aufgemacht und eine kleine Tour durch das Flog-Universum gemacht und habe dabei doch einige interssante Entdeckungen gemacht. Hier die besten Fundstücke (die Bilder sind mit den jeweiligen Flogs verlinkt):

Eroné

specio

mmepoubelle

tristan_manco

ores

jeanclode

jdero

ardzn

fefe_talavera

theteddybearshow

xn28

Meine Tour war noch viel länger und es gab noch viel mehr tolles zu sehen. Ich empfehle jedem/jeder ebenfalls eine Tour durch dieses fremde Universum zu wagen.

Im Zuge des Erbrechens, können wir auch lachen…

Habe auf dem Blog von Gehwegplatte ein sehr cooles Lied entdeckt. Es handelt sich um „Kinder des Verbrechens“ von der Gruppe Sandow.

Schade, dass es solche Bands heute nicht mehr gibt. Die meisten dieser Art haben sich selbst kaputt gemacht, oder sind (wie z.B. Sandow) in die Eso-Ecke abgewandert. Gehwegpaltte, ich hab dich gleich verlinkt.