Archiv der Kategorie 'Fundstück'

Googla Kahlo

Anlässlich des hundertsten Geburtstages von Frida Kahlo hat Google heute eine Kahlo-Grafik auf der Startseite eingebunden:

Deshalb nochmal ein Verweis auf meinen Text zu Frida Kahlo: lesen.

Es gibt kein gesundes Leben im Kranken #2

Hilferuf aus Weimar

Hier wird dringend Hilfe benötigt:

Sieg über den Tod

Ohne die Vorstellung eines fessellosen, vom Tod befreiten Lebens kann der Gedanke der Utopie nicht gedacht werden.

Theodor W. Adorno, Möglichkeiten der Utopie heute

via

Links zum Thema: Beitrag zu Fedorov in einem Kirchenlexikon | Alexandr A. Bogdanow – Der rote Planet (Roman)

Der Goldene Oktober – Straßenkampf

Gefunden bei agmeer.
Ach leck mich doch am Arsch…

Es gibt kein gesundes Leben im Kranken

a: Aber du kannst doch nicht immer an allem zweifeln.
b: Aber warum denn nicht?
a: Das ist doch nicht gesund.

via

Als ich so 14, 15 Jahre alt war begann ich mich langsam für den Anarchismus zu interessieren und hatte von einem Bekannten dann tatsächlich das Buch „Die Befreiung der Gesellschaft vom Staat. Was ist kommunistischer Anarchismus?1“ von Erich Mühsam bekommen, welches ich mit großem Interesse verschlang. Nachdem ich Blut geleckt hatte besorgte ich mir weitere Bücher von Mühsam – kleine Pamphlete aus den typischen Anarcho-Verlagen, seine Gedichte und die unpolitischen Erinnerungen. Meine Deutschlehrerin, die sehr an meiner Lektüre interessiert war, bemerkte bald, dass ich ein Interesse am Anarchismus hegte. Eines Tages, als sie mich wieder bei meiner Mühsam-Lektüre erwischt hatte, sprach sie mich an und fragte mich, was mich denn ausgerechnet am Anarchismus interessieren würde. Wir begannen eine Diskussion – ich argumentierte gegen den Staat und für die Anarchie, sie mit der Natur des Menschen. Schließlich meinte sie, dass meine Ansichten sicher von edlem Charakter wären, dass eine solche Gegnerschaft zu allen Konventionen aber nur krank machen würde. Ich konterte mit einem Autoritätsargument; auch Schiller sei für das Ende des Staates gewesen und in diesem Sinne wohl als Anarchist zu bezeichnen. „Kein Wunder“ meinte sie, „dass Schiller 1805 an einer Bauchfellentzündung gestorben ist.“

  1. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe eigentlich ein schreckliches Buch – der Staat steckt wie ein Stachel im Fleisch der von sich aus immer schon guten Gesellschaft… [zurück]

Thesen zum Begriff der Geschichte

Die Falken Erfurt haben vor Kurzem eine Broschüre mit dem Titel „»Die Überlieferung von neuem dem Konformismus abzugewinnen…« – Versuche einer materialistischen Geschichtsschreibung – Erfurt in der Frühen Neuzeit“ herausgegeben, in der einige Stationen der Erfurter Stadtgeschichte durchgegangen werden. Im Anhang befindet sich eine sehr lesenswerte Zusammenfassung der materialistischen Geschichtsschreibung von Marx, Benjamin, Agnoli …

Siehe auch

Walter Benjamin: Über den Begriff der Geschichte | Esther Leslie über Walter Benjamin | Audiomaterial zu Walter Benjamin | Marcus Hawel: Walter Benjamins Geschichtsphilosophie | Christoph Hering: Rekonstruktion der Revolution. Walter Benjamins messianischer Materialismus in den Thesen „Über den Begriff der Geschichte“

Schöner reisen

Am Wochenende hat das Trampen wunderbar funktioniert:

Nun bin ich wie eine kleine Spinne mit sehr kleinen Beinen. Müsste sie auf ihren Beinen laufen, würde sie nur langsam vorwärts kommen. Darum spinnt sie einen Faden so lang, dass er sie hochhalten kann, lässt den Faden los und springt aus in freien Fall. Der Wind greift den Faden und trägt die Spinne los. So bin ich nun, ich weiss nicht wo ich landen werde, ich weiss bloss dass meine Beine klein sind, und dass es schneller geht wenn ich trämpe.

(XN28, 2003)

Dabei musste ich an ein Erlebnis denken, das ich neulich in einer Kneipe hatte. Ich wollte nur kurz noch ein Bier trinken und dann schnell nach Hause gehen, doch dann kam ein Typ auf uns zu, der uns einfach die Hand gab und sich vorstellte. Um uns einen Eindruck von sich zu vermitteln erzählte er uns von einer imaginären Situation, die er interessant fand: Es ging um einen Philosophen auf LSD, der auf einer Brücke steht und irgendetwas verzwicktes passiert – ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern. Obwohl das Zeug was er erzählte ziemlich irre war, fand ich es sehr angenehm ihm zuzuhören – er hatte eine sehr angenehme Sprache (einen leicht schwäbischen Dialekt – nur leicht), eine wohlklingende Stimme und seine Mimik war munter und sympathisch. Normalerweise kann ich es nicht ausstehen von Besoffenen zugelabert zu werden – aber dieser Mann redete trotz offensichtlichem Einfluss von Drogen auf eine Weise, die mich irgendwie ansprach. Ich konnte ihm nicht die ganze Zeit folgen – wir diskutierten über Variation als Aufhebung von Dogma und Beliebigkeit, über das Verhältnis in einer Kneipensituation als Beobachter oder als jemand der darin vollkommen aufgeht, über die Schwierigkeit die in der Kommunikation bei einer solchen Situation besteht. Was jetzt wie typisches, langweiliges Kneipen-Philosophentum klingt, war hier doch irgendwie anders, vielleicht war es aber auch wirklich nur die angenehme Art wie dieser Typ redete. Zwischendurch versuchte er uns über seltsame Bewegungen, geradezu ein Schauspiel, begreiflich zu machen was er uns zu sagen hatte. Und dann erzählte er uns das, was mir am besten im Gedächtnis geblieben ist: Er beschrieb uns ein seltsames Zell-Wesen – halb pflanzlich, halb organisch, nierenförmig, in der Größe eines Sitzkissenes, oder eines kleinen Sofas. Ein Wesen, das sich auf rätselhafte Weise in Schwingung befindet und einige Zentimeter über dem Boden schwebt. Dies sei seine Vorstellung von zukünftigem Reisen – du begegnest einem solchen Wesen und es bietet dir an, dich mitzunehmen. Wohin du willst.

Bubizitrone hat gerade ein neues Wort erfunden: Eintagsflucht. Zu bezeichnend für eine Situation, die nicht aufhören will.

Das wahre Leben trainieren

An Zynismus und Sinnlosigkeit nicht zu überbieten:

Training für Hartz-IV-Empfänger
Arbeitslose spielen Kaufmannsladen

Aufblasbarer Plastikkäse, kopiertes Spielgeld, gefärbtes Wasser in Weinflaschen: Das Jobcenter Hamburg finanziert einen kompletten Supermarkt. Hartz-IV-Empfänger sollen dort wieder arbeiten lernen. Die simulierte Einkaufstour kostet Millionen – und hat bislang nur eine magere Erfolgsquote.

Hamburg – Eine Flasche Mirabellenbrand hält den Betrieb auf, die Scannerkasse erkennt sie nicht. Die Frau an der Kasse guckt fragend zu ihrem Ausbilder, dem Herrn Rothe. Die F7-Taste soll sie drücken, den Artikel eingeben, nochmal F7, dann den Preis, irgendwann die Taste F2. Und dann soll es weitergehen. „miraabellenbrand“ wird später auf dem Kassenbon stehen, verkauft für 49,90 Euro. Ein Tippfehler beim Namen, nicht so wichtig, Hauptsache, der Preis stimmt.

Die Flasche ist leer.

Der Kunde heißt heute Markus Repschinski. Der 28-Jährige hat die leere Mirabellenbrandflasche gekauft. In seinem Einkaufswagen liegen außerdem eine leere Flasche Ouzo für 29 Euro und volle Packungen Cornflakes, Reis, Toffifee, Pedigree sowie eine Dose weiße Bohnen. Insgesamt sind es Waren für 129,13 Euro. Repschinski wird noch mehrere dieser Wagen zusammenpacken, wahllos, mal ist Katzenfutter dabei, mal Hundefutter, manchmal beides.

Er wird jeden Wagen vorbeischieben an der Kühltheke mit den aufblasbaren Käselaiben aus Plastik, vorbei an den leeren Plastikschalen „Nordseekrabben Natur“, vorbei an den Weinflaschen mit gefärbtem Wasser. Auch vorbei an 6000 echten und gefüllten Kekspackungen, Konservendosen und Chipstüten, die hier in den Regalen liegen.

„Real Life Training“ steht auf seinem Rücken, deswegen ist er hier: Das wahre Leben trainieren, in einem Übungssupermarkt mit angeschlossenem Lager. Es ist die erste Maßnahme dieser Art deutschlandweit. Arbeitslose sollen lernen, wie es ist, im Lager zu arbeiten, an der Supermarktkasse, im Großhandel. Früh aufstehen, pünktlich erscheinen, die Mütze ab, die Hände sauber, Arbeitszeiten ordentlich dokumentiert auf einer Stempelkarte, das ist die Idee; jede Woche knapp 40 Stunden, für sechs bis neun Monate. Betreut von sechs Sozialpädagogen und fünf Übungsleitern. → weiter lesen

Passend zum Thema sei dabei auf das Interview mit den Neptunianer_innen King und Kodos von der „Außerplanetarischen Opposition“ hingewiesen, die im März nach Erfurt gekommen waren und nicht begreifen konnten, dass auf der Erde Häuser (Arbeitsämter) gebaut werden, die dafür erdacht sind sich vollkommen sinnlose Tätigkeiten für Menschen auszudenken, die eigentlich nicht notwendig arbeiten müssten:

(Siehe Artikel Infoladen Sabotnik)

Um eine Kritik der Arbeit wird es auch am 10. April bei einem einführenden Seminar zur wertkritischen Kapitalismuskritik in Weimar gehen:

SEMINAR
EINFÜHRUNG IN DIE WERTKRITISCHE KAPITALISMUSKRITIK

Das zunehmende Unbehagen im Kapitalismus ist leider noch kein Garant für eine angemessene Kritik und nicht jeder Widerstand ist per se emanzipatorisch zu nennen. Die Gefahr, Bestandteil des Problems zu werden, gegen das sich der Unmut richtet, ist groß genug, wie viele (ex-)linke Biographien beweisen. Um den Kapitalismus kritisieren zu können, muss er auch verstanden werden. Wir wollen Euch die grundlegenden Kategorien der kapitalistischen Gesellschaft näher bringen, wie sie Marx im Kapital entwickelt hat. Entgegen einer traditionsmarxistischen Lesart stehen hier nicht Klassenkampf und Loblieder auf das Proletariat im Vordergrund, sondern die Kritik von Ware, Geld, Kapital und Warenfetischismus.

DATUM: 10. April 2010
BEGINN: 11:00 UHR
ORT: Weimar, Jakobsstraße 22 (Bureau der „Neuen Linken“)
EINTRITT: frei

Das Seminar findet leider parallel zu einer öffentlich angekündigten Hausbesetzung in Erfurt statt (wir vertrösten die Genoss_innen, auf dass die Theorie baldig die Massen ergreift). Diese Aktion wird im Rahmen einer Aktionswoche anlässlich der Jährung der Räumung des Besetzten Hauses in Erfurt ausgerichtet:

EIN JAHR RÄUMUNG – PROGRAMM: 10. – 17. APRIL

Anarchopower Berlin

Ich habe soeben folgendes Video entdeckt, welches ich als sehr gut einschätzen musste:

Während ich das sah (und dabei einfach zugeben musste, dass hier jemand genau den Nerv getroffen hat), überlegte ich ob es sich bei dieser Gruppe wohl um eine Neugründung der Greifswalder Gruppe „Anarchopower“ um Bert Papenfuß handelt, was ich für sehr unwahrscheinlich hielt. Als ich dann aber weiter recherchierte gelangte ich auf eine Seite, auf der man folgendermaßen willkommen geheißen wird:

Auf dieser Homepage, die auf jeden Fall ausgezeichnet gestaltet ist, entdeckte ich dann, dass es sich bei der neuen Anarchopower-Gruppe tatsächlich um einen Nachfolger der Greifswalder Gruppe handelt und sogar, dass Bert Papenfuß selbst daran beteiligt ist. Auf der Seite können die Manifeste von Anarchopower gelesen werden, die auf jeden Fall auch sehr gut sind, bis auf das letzte Traktat zum G8-Gipfel. Das ist wirklich schlecht, das hättet ihr euch wirklich sparen können, das ist ungefähr so wie die Texte des Schwachkopfs Wenzel.

Dafür oder dagegen

Ist zwar schon älter, fehlt aber in Aftershows Original-und-Fäschung-Kategorie:

Original (via Associazione Delle Talpe)

Fälschung (pro capitalism):

Magazin No 5

Soeben ist (mit einem Abstand von zwei Jahren) die fünfte Ausgabe des Magazins erschienen und wie es aussieht soll es leider die letzte Ausgabe sein. Schade – angesichts des ungewöhnlichen, erfrischenden und erkenntnisreichen Gehalts. Vielleicht gibt’s ja bald was neues aus der Richtung – das wäre toll toll toll.

In der fünften Ausgabe u.a. enthalten:

FRANZ HAHN über Musik.
JOSEF SWOBODA über den kommenden Aufstand.
KUNZELMANN, DUTSCHKE u.a. über Taktik.
WIELAND über das Schlaraffenland.
EMIL FUCHS. Der Fungus.
Totengespräch VI.
Sex.

Das sympathische letzte Editorial gibt es hier:

Mit der fünften Ausgabe des Magazins stellen wir dieses Periodikum ein. Das hätte sich bereits nach drei Heften angeboten; Sokrates, die Typologie und der Illuminatenessay enthalten unser Programm vollständig. Dessen ungeachtet ist die vierte Ausgabe erschienen, quasi automatisch – wahrscheinlich erschien uns die Dreizahl zu abgeschmackt, oder wir hatten einfach vergessen, das kleine Projekt formell zu beendigen. In Zeiten, wo Gruppen, Periodika und sogar Parteien zwar schnell gegründet, aber nie freiwillig aufgelöst werden, ist es besser, einmal einen Schlußpunkt zu setzen. Daher also diese fünfte Ausgabe des Magazins, welche sicher einiges Hübsches zu bieten hat. Etliche bisher nur in Ansätzen zu findende Gedanken werden ausgeführt; substantiell Neues jedoch darf nicht erwartet werden. Sicher könnten wir auch fortfahren. Die mystische Siebenzahl streben wir allerdings nicht an, weil sie uns endgültig in die Esoterik geführt hätte. Nicht zu vergessen auch, daß wir unser Studium beendet haben und uns daher momentan die Muße fehlt, die es braucht, um ein Heft herauszugeben, welches keine konkreteren Ziele hatte, als seine Leserinnen ganz allgemein zu ermutigen, mit der Welt, wie sie zufällig auf uns gefallen ist, zu brechen. (mehr…)

Note this

Habe soeben in dem sehr lesens- und sehenswerten Buch Zine Soup das Foto-Zine JSBJ entdeckt, das ich kalt weiter empfehlen kann. Ungewöhnlich, verstörend, reflexiv.



JSBJ
| JSBJ Blog

Vom Schmerz des Übergangs

Warum man an den Unis Luhmann lernen muss:

Gestern gehört…

…und dabei an fubar gedacht – wir sehen uns morgen! Beste Grüße:

Bauhaus ist überall. Nur nicht in Weimar.

In der aktuellen Ausgabe der Jungle World findet sich ein sympathischer Artikel von Roger Behrens über das Bauhaus und Weimar, eine hübsch, aber billig inszenierte Touristenstadt (via):

90 Jahre Bauhaus

Bauhaus ist überall. Nur nicht in Weimar.

VON ROGER BEHRENS

Wer etwas über das Bauhaus wissen will, muss sich auf die museale Kunstgeschichte einlassen und nach Berlin fahren: Im Martin-Gropius-Bau gibt es noch bis 4. Ok­tober »Modell Bauhaus – Die Ausstellung« zu sehen. In Berlin gibt es zwar auch das Bauhaus-Archiv, doch für die stets gemeinte Geschichte der Institution »Bauhaus« ist Berlin nur die kurze Schlussstation: Mies van der Rohe hatte hier im Herbst 1932 die Räume einer leer stehenden Telefonfabrik bezogen; wenige Monate später, am 13. April 1933, wurde das Bauhaus von den Nazis geschlossen. Es kam nach Berlin, nachdem es in Dessau vertrieben worden war; nach Dessau war das Bauhaus gegangen, nachdem es Weimar hatte verlassen müssen.

Weimar, Dessau, Berlin: Das sind die drei Stationen, wenn man das, womit das Bauhaus kunstgeschichtlich identifiziert wird, auf das Bauhaus als faktische Institution bezieht – »Bauhausstil«. Doch damit fängt der Mythos an, der sich schließlich in der absurden Gleichsetzung von Bauhaus = Moderne = Avantgarde kristallisiert. (mehr…)

Glubschaugen und Fangzähne

Habe hier einen Text entdeckt, den ich vor sieben Jahren über einen Besuch der Documenta 11 geschrieben habe…

Als wir nach einer längeren Zugfahrt in Kassel ankamen, wollten wir gleich Karten für die Dokumenta 11 kaufen. Also gingen wir zum nächsten Infostand der deutschen Bahn und fragten, wo man die Eintrittskarten kaufen könne. Die drei Damen starrten uns erst ratlos an, bis eine meinte: „Da vorne rechts“.
Also liefen wir bis zum Ende der Bahnhofshalle, und dann rechts. Doch leider konnten wir nirgends eine Verkaufsstelle für die Karten der großen Kunstausstellung finden. Also gingen wir zurück in die Bahnhofshalle und suchten uns einen anderen Infostand der DB. Hier konnte uns wenigstens gleich eine Frau sagen, dass es die Karten nicht hier, sondern im Hauptbahnhof gebe. Also machten wir uns auf in Richtung Innenstadt und fragten uns zum Hauptbahnhof durch, den wir nach einem längeren Fußmarsch erreichten. Vor dem „Kulturbahnhof“ ragte eine schräge Säule in die Höhe, an der ein Mensch hoch lief, als würde es die Erdanziehungskraft gar nicht geben: Das erste Zeichen der 11. Dokumenta! Doch auch hier war nichts ausgeschildert, wo es denn Karten geben könnte, und erst als wir wieder zu einem Infostand gerannt waren, erfuhren wir, dass es die Tickets am Gleis drei zu kaufen gebe. Endlich sahen wir eine Frau aus dem Fenster einer Verkaufsstelle der Dokumenta gucken. Wir zückten schon unser Geld, als wir durch die Frau erfuhren, dass es die Karten „da drüben“ gibt. Auch meine Ratte, die ich mitgenommen hatte, kotzte das wohl ziemlich an, denn sie verkroch sich schnell in meinem Ärmel. O.k.! Endlich hatten wir die Karten und einen Stadtplan. Wir waren gespannt, ob die Ausstellung auch etwas interessantes für uns bieten würde und betraten den ersten Ausstellungsraum am Bahnhof. (mehr…)

Krause Sause

Während Peter Krause den Wahlkampf beginnt und die Berichterstattung in der Lokalpresse an Blödheit und Unbeholfenheit nicht überboten werden kann (siehe hier), hat es sich der Blog Krause Stoppen zur Aufgabe gemacht die Debatten um den „CDU-Politiker Peter D. Krause aus Weimar und seine Verbindungen zur Neuen Rechten“ zu dokumentieren. Der Blog verlinkt unter anderem ältere Texte von der (inzwischen aufgelösten) Antifagruppe Weimar (aaw) und von mir. Auch wenn das Anliegen ersteinmal grundlegend sympathisch ist, hatte die Auseinandersetzung mit Krause tatsächlich immer etwas reflexhaftes an sich, was schon dadurch deutlich wird, dass die Empörung sich stets an den Wahlkampfdebatten entzündete. Die Gefahr besteht darin Wahlkampf für andere Parteien zu machen, sich an einem Politiker festzubeißen und damit den gesellschaftlichen Zusammenhang und den Normalbetrieb auszuklammern. Eine treffende Kritik Krauses Texte und seiner Äußerungen, die sich nicht nur an seiner Vergangenheit empört, steht noch aus. Ob eine solche Kritik auf dem Blog Krause Stoppen formuliert werden wird, bleibt abzuwarten.

Unser Netz muss sauber bleiben

Ein sehr lesenswerter Artikel von Magnus Klaue ist im Freitag der letzten Woche erschienen:

Unser Netz muss sauber bleiben

Das Internet bietet große Freiheiten, leider auch für Spitzel, Blogwarte und Denunzianten. Da gilt man schnell als Störenfried oder Exzentriker. Eine Polemik

Soziale Netzwerke im Internet wie StudiVZ oder SchülerVZ dienen nicht nur dem Austausch über Haus- und Examensarbeiten. Das dürfte dank der massenwirksamen Berichterstattung über „Pornoskandale“ mit ihren diversen juristischen Nachspielen mittlerweile selbst der Bild-Leser wissen, der sich mit seiner Tagesration nackter Haut zufrieden gibt. Glaubt man den Geschichten, die von Stern über Focus bis zur seriösen bürgerlichen Presse seit etwa einem Jahr verbreitet werden, herrscht in diesen Foren blanke Anarchie: Auch Familienministerin Ursula von der Leyen setzt bei ihrer aktuellen öffentlichkeitswirksamen Kampagne gegen Kinderpornografie populistisch auf das Internet als Schuldigen. Dort, wo Minderjährige sich die besten Pornoseiten empfehlen oder einander Tipps für den täglichen Drogenkonsum geben, Schülerinnen versuchen, sich mit Dessous- und Nacktbildern gegenseitig auszustechen. Eltern, die ihren Söhnen und Töchtern erlauben, im eigenen Zimmer bei verschlossener Tür die Weiten des Netzes zu erkunden, sind demnach selbst schuld, wenn diese sich hoffnungslos darin verstricken.
(mehr…)

Thick as a brick

Ich weiß nicht wer diese bescheuerte Bilder-Show gemacht hat, aber die Musik ist echt der Hammer. Listen part 1 – 5:

Edit: Zur Verteidigung des Prog Rock siehe bei Luxemburger Anarchist hier, hier und hier