Archiv für Mai 2018

Brigitte Reimann: Franziska Linkerhand

Später erst habe ich begriffen, daß in einer Gesellschaft, die den Frauen gleichen Lohn für gleiche Arbeit zahlt (darüber gibt es nichts zu reden), daß bei uns noch andere ungeschriebene Gesetze walten, die in einer von Männern beherrschten Welt gemacht worden sind, – die werden mitgeschleppt, zäh und dumm und als ein Joch, unter das man unseren Nacken beugt, nicht anders als das verfluchte Man-tut-das-nicht meiner Eltern …

Soll das heißen: sie stellt die Prinzipien des sozialistischen Städtebaus in Frage? Die Dogmen – ja, sagte sie. Schafheutlin stemmte die Fersen gegen den Boden. Die Komplexe zum Beispiel? – Ein Haufen Angerdörfer. – Aber die ökonomisch günstigste Lösung. – Aber Mord an der Stadt. – Für sie spielt Ökonomie natürlich keine Rolle. – Und Sie denken nur in Wohnungseinheiten …

Mit diesen Zitaten sind zwei zentrale Stränge des Romans „Franziska Linkerhand“ von Brigitte Reimann hervorgekehrt: Die Emanzipation der Frau und die Frage des Städtebaus in der DDR. Was „Franziska Linkerhand“ – ebenso wie die Literaturverfilmung „Unser kurzes Leben“ von Lothar Warneke – gegenüber den meisten heutigen Literaturerzeugnissen auszeichnet, ist, dass das Alltags- und Berufsleben und die damit verbundenen Konflikte zum Sujet erhoben werden, ohne dass der Inhalt dadurch banal würde. Ich habe den Roman gemeinsam mit meiner Kollegin Christina im Morgenmagazin von Radio Corax vorgestellt:

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Wutpilger Streifzüge 05-2018

In der Mai-Ausgabe von Wutpilger-Streifzüge habe ich ein ausführliches Interview gesendet, das ich mit Kazimir und Negator geführt habe. Es geht darin um den Pariser Mai 1968 und die Rolle der Situationisten darin. Das Interview fand im Vorfeld eines Vortrags und eines Workshops im Rahmen der Reihe Kunst, Spektakel & Revolution statt. Das Interview war außerdem Teil einer Sendereihe über 1968, die hier (fortlaufend ergänzt) dokumentiert wird.

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Besuchen Sie Freiburg im Breisgau

Denn es ist eine sehr schöne Stadt. Hier gibt es Schwarzwaldberge, eine schöne Altstadt mit Münster, Ochsenbrust in Meerrettichsoße und: die Säule der Toleranz. Die Säule und die Probleme auf dem Augustinerplatz waren erst kürzlich wieder eine Schlagzeile wert. Hören Sie, was es damit auf sich hat:

Besuchen Sie Halle an der Saale

Denn es ist eine sehr schöne Stadt. Hier gibt es Leberbrötchen, Halorenschnecken, einen 24-Stunden-Edeka, eine Rotlicht-Ralley, einen großen Boulevard und: das Denkmal des wilden Mannes. All das kann untenstehend angehört oder hier nachgelesen werden.

Guten Appetit!

An dem ein oder anderen Punkt haben sie Recht

Ein gewisser Quextrott Feeper hat ein Flugblatt der Halle’schen AG No Tears for Krauts kommentiert, das Halle’sche Debattenmagazin „Transit“ hat den Kommentar veröffentlicht. Ein immer noch sehr lesenswerter Text zu einigen Ausfällen der AG ist hier veröffentlicht. Ansonsten sollte man sich eher den Gegenständen der Debatte selbst zuwenden, als sich an der AG abzuarbeiten – diese Herren haben sowieso kein Interesse an einer Diskussion.

Anmerkungen zu einem Flugblatt der AG No Tears for Krauts

Ein Flugblatt der AG No Tears for Krauts pöbelt gegen eine Antifa-Demo, die es sich vorgenommen hat, die Kampagne gegen das Hausprojekt der Identitären in Halle mit einer dezidiert feministischen Willensbekundung zu verbinden. Der Schwerpunkt eines solchen Flugblatts lässt sich denken: Da die Demonstranten nicht die Kritik des Islamismus ins Zentrum rücken, ist ihr gesamtes Anliegen verkehrt, gar „Appeasement gegenüber dem Islam“. Der Vorwurf der AG an die Antifa-Demo geht dabei einen kleinen psychologischen Umweg: Der Aufwand, den die Organisatoren der Kampagne und der Demonstration betreiben, resultiert für die AG nicht aus bestimmter Weltsicht, Argumenten, politischer Motivation – die unzureichend, verkehrt, kritisierenswert sein können – sondern es handelt sich um eine Vermeidungsstrategie. All das Organisieren, Argumentieren, Demonstrieren der geschmähten Antifas geschieht nur aus einem einzigen Grund, der sich hinter ihren offiziellen Verlautbarungen verbirgt: Um nicht über den Islam sprechen zu müssen. (mehr…)