Archiv für Februar 2018

Ich möcht‘ einmal am Sender steh‘n

Am 27.03.2018 wird im Medienpädagogik Zentrum Hamburg der Film „Ich möcht‘ einmal am Sender steh’n ! – Die Arbeiter-Radio-Bewegung in den zwanziger Jahren“ von Gerd Roscher und Jutta Herrcher gezeigt. Neben den beiden Filmemacher/innen sind danach zu einem Podiumsgespräch Aktivist/innen vom FSK und von Radio Corax und Jan Bönkost vom Archiv der sozialen Bewegungen Bremen geladen. Aus Anlass dieser Veranstaltung habe ich mit Gerd Roscher und Jan Bönkost ein Interview geführt. Es geht darin um die Geschichte der Bewegung für ein Arbeiterradio, die Geschichte der Piratenradios und um die heutige Rolle von freien Radios. Es sind doch ein paar gute Gedanken dabei. Weitere Interviews zur Geschichte der Arbeiterbewegung gibts hier.

Ein längeres Gespräch mit Gerd Roscher gibt es hier. Viele weitere Gespräche zur Geschichte (freier) Radios finden sich im Audioarchiv der „Radio-Revolten“. Passend zum Thema erscheint übrigens bald ein Buch über die Radio-Revolten, für das ich auch einen Beitrag zum Verhältnis von Kunst, Avantgarde und gesellschaftskritischem Radio geschrieben habe. Damit der Druck dieses Buches finanziert werden kann fährt Corax zur Zeit eine Startnext-Kampagne, die ihr hier unterstützen könnt. Weitere Interviews zur Geschichte der Arbeiterbewegung gibts hier.

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Wutpilger Streifzüge 02-2018

In der Februar-Ausgabe der Sendereihe Wutpilger-Streifzüge habe ich ein ausführliches Interview mit Charlotte Mohs, Marco Bonavena und Johannes Hauer geführt. Es ging im Interview um das linke Sprechen über die Klasse und den Formenwandel der Klassengesellschaft. Anlass für das Interview war der Text „Abschied von der Klassenmetaphysik. Formwandel der Klassengesellschaft, Paralyse der Kritik“, den die drei in der letzten Ausgabe der Zeitschrift Phase 2 veröffentlicht haben. Der Text kann hier nachgelesen werden.

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Mythos ‚Mitte‘

Im letzten Jahr ist im Verlag Bertz+Fischer (in dem immer wieder sehr interessante Bücher erscheinen, oft auch im kleineren Format) ein Buch mit dem Titel „Mythos ‚Mitte‘ – Oder: Die Entsorgung der Klassenfrage“ erschienen. Der Autor Ulf Kadritzke kritisiert darin einerseits eine gesellschaftliche Selbstwahrnehmung als „Mittelstandsgesellschaft“ und weist andererseits Widersprüche in gängigen soziologischen Theorien zum Mittelstand nach. Vor dem Hintergrund von Forschungen zum Angestellten-Milieu in der Weimarer Republik (u.a. von Theodor Geiger, Carl Dreyfuss, Siegfried Kracauer) skizziert er, was eine Analyse der Klassengesellschaft heute leisten müsste. Dabei beharrt Kaditzke auf dem Klassencharakter der bestehenden Gesellschaft, wobei er sich auch gegen einen „Klassenreduktionismus“ wendet: Eine kritische Gesellschaftstheorie, die nicht jenseits der Klassen denkt, hätte auch zu erklären, warum sich so viele Lohnabhängige als „Mittelstand“ begreifen. Das Buch ist m.E. als Anregung zu lesen – es ist mehr eine methodische Vorüberlegung als eine gegenwärtige Zuwendung zur Klassengesellschaft selbst. Nimmt man es als solche, enthält es auch einige Argumente gegen linke/linksradikale Theorien, die sich von der Klasse verabschiedet haben.

Die weitere Arbeit an einer Klassenanalyse, die der Marx’schen Theorie verpflichtet bleibt, wäre ein notwendiger Schritt im Versuch, die Rolle der modernen lohnabhängigen Mittelklassen zu klären. Gegenüber klassenreduktionistischen Vorstellungen ist daran zu erinnern, dass im Verhältnis von Arbeit und Kapital die gemeinsame ökonomische Klassenlage zwar den Raum der objektiven Interessen konstituiert, aber ‚nicht unmittelbar‘ das gesellschaftliche Bewusstsein oder gar das politische Handeln bestimmt. (73)

Machte sich die Phrase von der Mitte zur Tat auf, könnte sie wieder leicht bei der ‚Volksgemeinschaft‘ anlangen.“ (84)

Ich habe ein Interview mit Ulf Kadritzke geführt, wobei ich ihn zunächst gefragt habe, wie er das öffentliche Sprechen über die Mitte wahrnimmt und was der Anlass zur Veröffentlichung seines Buches gewesen ist:

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AfD und Neoliberalismus

Björn Oellers hat bei Kritiknetz einen Text veröffentlicht, in dem er die neoliberalen Elemente in den Programmen der AfD herausgearbeitet hat. Auf Basis seines Textes habe ich ein Interview mit ihm geführt:

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