Aspekte des Fußballs

Alle reden vom Wetter. Ich nicht. Und als die Fußball-EM in Frankreich vorbei war – da habe ich angefangen über Fußball zu sprechen und mich in einem dreistündigen Magazin auf Radio Corax ganz dem Rasensport gewidmet. Es ging um innenpolitische Maßnahmen während der Fußball-EM in Frankreich, um Fußball-Diskurse im deutschen Kaiserreich, antifaschistischen Fußball, um die Kritik der Fußball-Ideologie und um die Rolle der Ultras in den Revolten der letzten Zeit. Untenstehend stelle ich alle Beiträge und Interviews zur Verfügung, die ich im Rahmen dieses Magazins gesendet habe.

1. Fußballgeschichten

Ich habe zunächst aus dem Umfeld von Radio Corax einige Fußball-Geschichten gesammelt. In der Collage kommen eigentlich die meisten Aspekte schon zur Sprache, die ich dann im Folgenden bearbeitet habe.

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2. Die innenpolitischen Folgen der Fußball-EM in Frankreich 2016

Anschließend habe ich mit dem Frankreich-Korrespondenten nahezu aller deutschsprachigen linken Medien, Bernhard Schmid, gesprochen und ihn nach den innenpolitischen Folgen der Fußball-EM in Frankreich gefragt. Ausgangspunkt des Gesprächs war ein Foto, das ich bei Facebook entdeckt hatte: Zu sehen war das Public Viewing des EM-Finales in Paris vor dem Eiffelturm. Auf der einen Seite des Eiffelturms die Zuschauer-Mengen vor der riesigen Leinwand – auf der anderen Seite eine riesige Tränengaswolke. Davon ausgehend haben wir darüber gesprochen, wie sich die Bewegung gegen die Arbeitsrechtsreform während der EM entwickelt hat, über Verdrängung und Gentrifizierung angesichts dieses Großereignisses und die Situation von Geflüchteten während der EM.

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3. Das Subjekt des Fußballs

Ende des letzten Jahres ist im Transcript-Verlag ein Buch erschienen, das sich mit der Geschichte der Fußball-Diskurse im deutschen Kaiserreich beschäftigt: „Das Subjekt des Fußballs – Eine geschichte bewegter Körper im Kaiserreich“ von Jörn Eiben. Er untersucht die Akzeptabilitätsbedingungen des Fußballs im Kaiserreich anhand folgender Problemachsen: Gesundheit, Männlichkeit, Militärtauglichkeit. Ein Kapitel widmet sich dem Verhältnis von Fußball und Nation. Ich habe mit Jörn Eiben gesprochen und ihn zunächst danach gefragt, warum er für seine Forschung den Zeitraum von 1874 bis 1918 ausgewählt hat.

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4. Linker, antifaschistischer Fußball – der Rote Stern Leipzig

Der Rote Stern Leipzig versteht sich als ein linker, politischer Fußballverein und wirkt in diesem Sinne in die sächsische Fußballlandschaft hinein. Ich habe mit Jens Frohburg, dem Stadionsprecher des Roten Sterns, über das Selbstverständnis des Vereins gesprochen. Zunächst habe ich gefragt, wie es im Jahr 1999 zur Gründung des Roten Sterns kam.

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5. Zur Kritik des Fußballnationalismus

Anhand der Fußball-Europa- oder Weltmeisterschaften wird immer wieder auch über das Selbstverständnis der deutschen Nation diskutiert. Seit 2006 sind in Deutschland wieder Fahnenmeere angesagt – und man versichert sich gegenseitig, völlig unverkrampft zu sein und nichts mit Nazis zu tun zu haben. Der Fußballnationalismus unterscheidet sich auch tatsächlich vom Nationalismus der Nazis. Zur Kritik des Fußballnationalismus hier ein Ausschnitt aus einem Vortrag von Jonas Köper (Redaktion Gegenstandpunkt) aus dem Jahr 2014 (hier geht’s zum ganzen Mitschnitt).

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6. Fußball als Ideologie

Im Jahr 1970 ist ein Buch erschienen, das den schmissigen Titel „Fußball als Ideologie“ trägt. Sein Autor, Gerhard Vinnai, ist Sportsoziologe und er ist 1970 dazu angetreten, den Fußball einer grundlegenden Kritik zu unterziehen. Insbesondere geht er der Frage nach, warum es ausgerechnet dem Fußball gelingt, noch Massen zu mobilisieren und welche ideologische Funktion die Fußballanhängerschaft im Kapitalismus einnimmt. Auch nach der Veröffentlichung seines Buches hat er mehrere Aufsätze über Sport im Allgemeinen und Fußball im Besonderen geschrieben (zu empfehlen etwa „Eigentore – Zur ideologischen Funktion des Fußballsports“). Ich habe ihn zunächst gefragt, unter welchen Bedingungen und Eindrücken damals sein Buch entstanden ist.

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7. Zwischen Aufstand und Eigentor

In der letzten Ausgabe der Zeitschrift „Kosmoprolet“ ist ein Text erschienen, der sich mit der Rolle der Ultras in den Aufständen der letzten Jahre beschäftigt. Der Artikel ist sehr lesenswert – insbesondere auch, weil er einen Überblick über die Geschichte der Hooligans und Ultras gibt. Im zweiten Teil werden sich dann exemplarisch drei Revolten genauer angeschaut: In Ägypten, in der Türkei und in der Ukraine. Insbesondere der letzte Fall zeigt die Ambivalenz der Ultra-Bewegung, die immer wieder auch nach rechts offen ist. Ich habe mit dem Autoren des Textes, Ralf Heck, telefoniert und ihn zunächst gefragt, wer die Ultras sind und wo sie herkommen.

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