Dexter: Der postmoderne Dandy in Gestalt eines serienmordenden Polizisten

Mit Dexter ist es mir passiert, dass mich seit Twin Peaks zum ersten mal eine Serie (ein Format, mit dem ich sonst eigentlich recht wenig anfangen kann) wieder gefesselt hat. Nachdem ich nun die ersten drei Staffeln durchgesehen habe, wollte ich hier fragmentarisch ein paar Reflexionen zu dieser Serie niederschreiben, die vor Allem auf einen Vergleich hinauslaufen: Die Figur Dexters entspricht in wesentlichen Zügen der das Dandys des Ästhetizismus. Die entscheidenden Unterschiede verweisen hingegen auf einige spezifische Merkmale postmoderner Subjektivität.

Dexter Morgan arbeitet in der Spurensicherung der Polizei von Miami und hat als Bulle etwas zu verbergen: Seitdem er als Kind traumatisiert wurde, da er die blutige Ermordung seiner Mutter mit ansehen musste, verspürt er in sich einen unstillbaren Drang zu töten. Sein Adoptivvater, seinerzeit ebenfalls Polizist, hat die mordlüsterne Neigung seines Ziehsohns jedoch früh erkannt und hat ihm beigebracht seinen Trieb zu kanalisieren: zunächst auf Tiere, später auf Schwerverbrecher, die ungestraft durch Gesetzeslücken entschlüpfen konnten. Dexter lernt wie er seine Opfer töten kann ohne Spuren zu hinterlassen und folgt dabei den strengen Anweisungen seines Vaters: niemals einen unschuldigen Menschen zu töten und niemals irgend einen Menschen von seinem düsteren Inneren erfahren zu lassen. Letzteres ist für Dexter die einzige Möglichkeit zu überleben. So dem Kodex seines Vaters folgend, lebt Dexter ein ganzes Leben als Fassade. Er muss selbst vor seinen nahsten Menschen sein wahres Ich ständig und immer wieder verbergen, ist als das Monster, das in seinem Innersten lauert, immer von allen Menschen um ihn herum entrückt und muss ob seiner inneren Leere, die er nur durch das Morden für eine kurze Zeit füllen kann, alle gesellschaftlichen Konventionen und Bräuche , die er nicht nachvollziehen kann, vortäuschen.

Um keine Zweifel aufkommen zu lassen: Damit trägt die Serie zum Teil stockreaktionäre Züge. Die ständig präsente Stimme der Vaterfigur wird als gerechte immer wieder geadelt, es gibt keine Möglichkeit für Dexter sich von seinem Familienschicksal zu emanzipieren, das unentrinnbare Band der Familie erscheint zudem oft als einzig mögliche Rettung, das Mörder-Morden ist als korrigierende Aufrechterhaltung einer bürgerlichen Ordnung letztlich okay, Triebverzicht und absolute Selbstkontrolle werden propagiert. Schließlich manifestiert sich in Dexters Freundin Rita – ein Vergewaltigungsopfer, das ohne Dexters Hilfe kaum zurecht kommt, sich weinerlich-hilflos auf dessen starke Schulter stützt und ohne ihn, ihrem kriminellen Ex-Mann hilflos ausgeliefert ist – eine ziemlich sexistische Projektion.

Dennoch gibt es neben diesen Tendenzen eine Ambivalenz in der Serie, die es zu untersuchen lohnt. Gerade das Verhältnis zu seinem Vater und zu seinen Trieben wird gegen Ende der ersten Staffel nicht mehr zu einer eindeutigen Angelegenheit. Dexter entdeckt, dass sein Vater ihm einige wichtige Details über seine Vergangenheit vorenthalten hat und als sein Bruder, von dem er nichts gewusst hatte, plötzlich auftaucht, beginnt er an der Richtigkeit des Codex von Morgan Senior zu zweifeln. Ist es richtig, ständig von sich selbst absehen zu müssen? Dass sich Dexter schließlich doch für sein gespieltes Ich entscheidet, das sich ständig gegen sein ‚wahres Ich‘ richten muss, ist nicht in erster Linie eine Entscheidung für seinen Vater, sondern dafür überhaupt bestehen – ergo überleben – zu können. Damit gibt der Verlauf der Serie möglicherweise einen Verweis darauf, dass Dexters Qualen nicht lediglich dem Schicksal seiner Kindheit entspringen, sondern etwas mit einer Gesellschaft zu tun haben, die alles andere als in Ordnung ist. Nicht nur dass sich während der ersten zwölf Folgen immer wieder Konstellationen entfalten, die von einem gestörten Miteinander erzählen. Dexter begegnet immer wieder Menschen, die ebenfalls mit einer Kraft zu kämpfen haben, die tief in ihrem Inneren lauert. Es ist eigentlich verdammt witzig, wie so ganz nebenbei, sich die Mordlust auch in anderen Mitmenschen zu erkennen gibt, denen Dexter begegnet. Und auch wenn Dexter am Ende allein seinen aufrechten Gang als Fassade geht – hier wird gegenüber den deutschen Fernsehproduktionen eine spezifische Qualität des amerikanischen Fernsehens sichtbar: Könnte es in Deutschland jemals einen Polizisten als Helden geben, der neben seinem Berufsalltag serienweise Menschen um die Strecke bringt, der aus einem Rachemotiv kein verquirlt moralisches Ding macht, sondern es einfach für sich tut? In Deutschland ist die Welt am Ende meistens so heile wie sie vorher war – Dexter hingegen hinterlässt nichts als Verstörung, die von einer verstörten Welt herkommt.

Was hat das ganze mit den Dandys zu tun? Die Dandys des 19. Jahrhunderts, wie sie unter anderem als Figuren in der Literatur Baudelaires und Oscar Wildes auftauchen, waren Leute, die auf spezifische Art und Weise mit der neuen Lebenswelt der Stadt – dem Schock, der Masse – umzugehen versuchten. Walter Benjamin charakterisiert Baudelaire selbst als einen Menschen, der versuchte sein Ich gegen die Verdinglichung der Welt abzupanzern – Baudelaire kennzeichnet den historischen Niedergang des Dichters als Genie und macht im Kampf mit sich selbst und seinem eigenen künstlerischen Material das Fragment zu einer spezifischen Form der Reflexion einer fragmentierten Realität. Für den mehr oder weniger verzweifelten Versuch dem Schockerlebnis der Städte doch Erfahrung abzugewinnen und in der erdrückenden Allgemeinheit der Masse als Individuum bestehen zu können, stehen dem Dandy mehrere Hilfsmittel zur Verfügung: Das Rollenspiel, das perfekt modifizierte Äußere, die Maske. Die Selbstverobjektivierung in der Stilisierung ermöglicht es dem Dandy sich im Blick auf sich selbst greifen zu können, nachdem die Entfremdung von sich selbst die zentrale Erfahrung wurde. Die Maskerade ist die Möglichkeit den Blicken der Anderen nicht ausgeliefert sein zu müssen. So versteckt der Dandy eine innere Verletzung hinter einer kühlen Fassade, eine Verletzung die damit jedoch nicht verschwindet oder stillgestellt wird, sondern aufbewahrt ist und Gegenstand einer ständigen Auseinandersetzung bleibt.

Vor Allem im letzteren Wesenszug gleicht Dexter dem Dandy. Als ein Bewohner der Großstadt Miami ist er im Grunde ein schüchterner, unsicherer Typ, der sich selbst in einer gewissen Kühlheit stilisieren muss, um sich nicht auszuliefern. Hinter seiner Maske versteckt er einen ständig schwelenden Konflikt mit sich selbst, der um keinen Preis auffliegen darf. Während für den Dandy Baudelaire das Schockerlebnis etwas ist, das im Alltag stattfindet, steht der Schock (der den Reizschutz ein für allemal durchstoßen und auf unversöhnliche Weise etwas in der Architektur der Psyche verschoben hat, vgl. Walter Benjamin: Über einige Motive bei Baudelaire, Kpt. III u. IV) bei Dexter als das Urerlebnis seiner Persönlichkeit. Die Erfahrung der Selbstentfremdung und der Fragmentierung nach Innen ist für Dexter zentral.

Zudem ist die Serie eine Wiederbearbeitung jener Motive, die sich schon in den Schriften der dunklen und obszönen Literatur des späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, der schwarzen Romantik, der „dunklen Seite der Aufklärung“ finden. Bei de Sade, Lautréamont und später bei Georges Bataille entpuppt sich die eigene Natur oder Neigung unter dem Druck der Moral, dem verlogenen Charakter des „Guten“ und dem Formalismus der kategorischen Imperative als das absolut Böse, das sich mit einem unweigerlichen Drang Geltung verschaffen muss. Eine Erfüllung, Schönheit, so etwas wie Glück oder Genuss finden die Subjekte dieser Schriften, deren Ich in einem zerreißenden Konflikt zwischen dem äußerlichen Guten und dem Inneren Bösen befindet, nur, indem sie ihrem dunklen Drang nachgehen und sich der Grausamkeit, dem Laster, der Ausschweifung, sogar dem Tod selbst hingeben. So ist Dexter nur in der Lage etwas zu spüren, wenn er seinen Opfern den Todesstoß versetzt.

So augenfällig wie die Gemeinsamkeiten zwischen Dandy und dunkler Literatur auf der einen und Dexter auf der anderen Seite sind, so entscheidend sind ihre offensichtlichen Differenzen. Während der Dandy tatsächlich etwas zu verbergen und einzuschließen hat, das es zu retten gilt, herrscht in Dexter absolute Leere als ein Grundgefühl seiner Existenz. Während dem Dandy die äußere Fassade nicht nur Schutz bedeutet, sondern ein unbedingtes Streben zur Extravaganz ermöglicht, der Konflikt zwischen Allgemeinheit und Individualität also auch auf dieser Ebene ausgetragen wird, ist der größte Wunsch Dexters ein normales Leben zu führen. Während in der dunklen Literatur mit der Erscheinung des Bösen, die der herrschenden Moral entsprechende Unterscheidung zwischen Gut und Böse zweifelhaft wird, gewissermaßen die Dialektik der Aufklärung sichtbar wird und nebst aller Grausamkeit dennoch eine Möglichkeit der Kritik aufscheint (dies ist ein Moment, das freilich erst von der Kritikerin an diese Schriften herangetragen, bzw. aus ihnen herausgesprengt werden muss), endet die dritte Staffel von Dexter, nach allen Zweifeln am handlungs-moralischen Erbe des Vaters, doch mit einer Versöhnung mit dem Vaterprinzip.

An diesen Differenzen ließe sich eine Zeitdiagnose entwickeln: Der Konflikt zwischen Einzelnem und Ganzem, Innerem und Äußeren droht sich dahingehend zu entscheiden, dass die vormaligen Entgegensetzungen kaum noch unterscheidbar sind. Da wo früher einmal ein Raum gewesen sein mag, der als Privatheit, wenn auch immer schon im Modus einer verkehrten Trennung, gegen einen gesellschaftlichen Zugriff, wie prekär auch immer, verteidigt werden konnte, da bleibt heute kaum noch etwas übrig, das es zu verteidigen gilt: das verbergenswerte ist die Leere. Während das Böse als eine Ausgeburt der Moral in der Literatur einmal als eine Sprengkraft erschien und von den Aposteln der Moral auch als Bedrohung wahrgenommen wurde, hat die Figur des die Moral repräsentierenden Vaters heute Verständnis: den Ursprung dessen, was als ein dunkler, innerer Drang erscheint verschleiernd, reicht der Vater dem Prinzip des Bösen die Hand und bietet seinen moralischen Kodex, der also erst im Nachhinein hinzutritt und gewissermaßen notwendig wird, als eine Möglichkeit zu überleben an. Der Konflikt mündet in einer verkehrten Versöhnung. Dies scheint mir all zu gut zu einer Zeit zu passen, in der so etwas wie Normalität und Sicherheit nicht mehr Ausgangspunkte der Repression sind, sondern in der den Einzelnen absolute Flexibilität abverlangt wird und die Selbstkritik zu einer Voraussetzung im Existenzkampf geworden ist. Unter diesen Bedingungen erscheinen heute Rückbesinnung auf Familie, Normalität und Biederkeit geradezu als Opposition.


21 Antworten auf “Dexter: Der postmoderne Dandy in Gestalt eines serienmordenden Polizisten”


  1. 1 Robert 22. Oktober 2010 um 19:39 Uhr

    Liebe dein Symptom wie dich selbst.

  2. 2 Robert 22. Oktober 2010 um 20:43 Uhr

    Hab jetzt mal die erste Folge gesehen und es war ganz cool. Allerdings ist mir schleierhaft, wieso Du 3 verdammte Staffeln gesehen hast. Bezeichnend finde ich, dass Dexters kaputte Seele durch einen inneren Monolog erklärt wird á „ich denke jetzt das“ statt durch schauspielerisches Können / Filmtricks (die es zur Genüge gibt) / Musik. Das einzige, was sie die ganze Zeit einsetzen ist diese „Blitzblende“ mit dem entsprechenden dumpfen Geräusch, was ich aber leider schon millionenmal gesehen hab, was also bei mir auch keine „Spannung“ erzeugt. Also chocking fand ich das Ganze überhaupt nicht, was bei dem Thema durchaus verwunderlich ist.

    Serie der letzten Zeit, die ich empfehlen kann: „Lost“!

    Guter Artikel btw.

  3. 3 Administrator 22. Oktober 2010 um 21:32 Uhr

    @ Robert: Danke für die Tribute. Nachdem ich den Artikel gepostet habe, kam ich übrigens nicht umhin, noch einmal euren Lautréamont-Vortrag nachzuhören, der einige Aspekte wirklich treffend auf den Punkt bringt. Die vorläufige schriftliche Version sei hiermit noch einmal ausdrücklich empfohlen: R.G. Dupius feat Zwi – Lautreamont & Detournement

    Bin dann noch über eine passende Stelle bei Marcuse gestoßen, die selbstverständlich einer kritischen Aktualisierung bedarf, aber ziemlich gut die Rolle der obszönen und dunklen Literatur erfasst:

    „Die Phantasie spielt nicht nur eine wesentliche Rolle in den perversen Manifestationen der Sexualität, als künstlerische Vorstellungskraft verknüpft sie die Perversionen mit den Urbildern völliger Freiheit und Erfüllung. In einer verdrängenden Sozialordnung, die die Gleichsetzung von normal, gesellschaftlich nützlich und gut fordert, müssen die Manifestationen der Lust um ihrer selbst willen als »Blumen des Bösen« erscheinen. In Herausforderung einer Gesellschaftsordnung, der die Sexualität als Mittel zu einem nützlichen Zweck dient, verteidigen die Perversionen die Sexualität als Zweck an sich; sie stellen sich damit außerhalb des Herrschaftsgebietes des Leistungsprinzips und bedrohen es in seinen Grundfesten. […] Sie sind das Symbol dessen, was unterdrückt werden mußte, damit die Verdrängung siegen und die immer wirksamere Beherrschung von Mensch und Natur durchsetzen konnte – ein Symbol der zerstörerischen Identität von Freiheit und Glück.“ [Gesellschaft und Triebstruktur, Frankfurt aM 1987, S.54f]

  4. 4 lol 23. Oktober 2010 um 12:21 Uhr

    ziemlich empfehlenswert ist übringens auch die serie sherlock :)

  5. 5 Robert 23. Oktober 2010 um 16:05 Uhr

    @lol: Allerdings! Das ist ja wohl sowas von der postmoderne Dandy. Noch besser IMO ist die Serie „Sherlock Holmes“ mit Jeremy Brett. Lies mal auf Wikipedia über diesen wirklich grandiosen Schauspieler: http://en.wikipedia.org/wiki/Jeremy_Brett Er war ein Genie. Auf serienjunkies.org gibt es übrigens alle Staffeln.

    @admin: Danke für das Zitat, werden wir glaube auf jeden Fall in die finale Version einbauen.

  6. 6 Lol 24. Oktober 2010 um 11:26 Uhr

    Danke für den Tipp, klingt vielversprechend :)

  7. 7 jcdentonj 27. Oktober 2010 um 3:21 Uhr

    „Mit Dexter ist es mir passiert, dass mich seit Twin Peaks zum ersten mal eine Serie (ein Format, mit dem ich sonst eigentlich recht wenig anfangen kann) wieder gefesselt hat.“

  8. 8 Administrator 27. Oktober 2010 um 18:24 Uhr

    Was meinen Sie, jcdentonj?

  9. 9 Cyrano 28. Oktober 2010 um 1:18 Uhr

    Der Dandy wäre wirklich das letzte, was mir zu Dexter eingefallen wäre. Damit möchte ich nicht sagen, dass die Ausführungen keinen Sinn machen. Aber mal abgesehen von den im vorletzten Absatz aufgezeigten Differenzen bleibt für mich der Unterschied ums Ganze (jep, erstmal ist das ne Phrase), doch darin bestehen, dass der Dandy aus der Sinnlosigkeit heraus das Leben bejaht (Sex-Positiv Dandyism?), der Psychopath, als der Dexter auftritt, im Besten Fall die Ordnung. Ob Genuss ihm eher im Exzess (Mord) oder im Aufrecht erhalten der Ordnung erfahrbar wird, vermag ich noch nicht zu beantworten, da ich nach knapp 2 Staffeln wirklich nicht beurteilen mag, wohin die Reise geht.
    Eine Möglichkeit wäre (das war mein erster Eindruck), dass, durchaus mit dem, was sonst auf Showtime so läuft, eine Libertäre Form der Autorität nach Ayn Rand (The Question is now, what may I do, the question is, who will stop me) propagiert wird, also dass es um das zusammenfallen von Richtig (nicht Recht) und individueller Moral gehen könnte. Allerdings wird immer fragwürdiger, ob Dexter die Figur der Indentifiaktion sein/bleiben soll, oder eher ein Köder für den Autoritären Charakter ist.
    Die Paralelisierung von (Drogen-) Sucht und Dexters Bedürfnissen kommt mir zu kurz. Auch hier habe ich aber nicht das Gefühl schon ein Urteil fällen zu können. Die serie läuft noch, hat sie, was bei einem kleinen Sender wie Showtime nicht unüblich ist, eine klare Richtung, oder geht es allein um den Effekt von Folge zu Folge?
    „den Ursprung dessen, was als ein dunkler, innerer Drang erscheint verschleiernd, reicht der Vater dem Prinzip des Bösen die Hand und bietet seinen moralischen Kodex, der also erst im Nachhinein hinzutritt und gewissermaßen notwendig wird, als eine Möglichkeit zu überleben an. Der Konflikt mündet in einer verkehrten Versöhnung.“
    --> Da würde ich zur Zeit (du hast auch noch nicht alle Staffeln gesehen?) darauf warten wie es weiter geht… Ich bin da zur Zeit Ratlos, und erwarte eigentlich eine rechtsstaatlich-bürgerliche Wende… ich kann mich auch mit der Charakterisierung der Bezihung zu Rita als „sexistische Projektion“ nicht so richtig anfreunden. Wird nicht gerade darauf abgezielt, dass dieser Typ (der ja doch in vielem das naheliegende Alter Ego des Bürgers, der seinen „Gerechtigkeitsinn“ endlich mal ausleben darf, zu sein scheint), eben so eine Frau braucht? Also sucht nicht Dexter gerade so eine Frau, die „beschädigt“ ist, und eben nicht eine wie seine Schwester, die für sich selbst sorgen kann, weil er eben die Leere in sich mit einer eigenen „Ordnung“ füllen will? Sprich: Ist Rita nicht viel mehr Dexters Phantasie in Real als eine Seyistische Projektion die die Serie propagiert?
    Naja, ich stelle absichtlich Fragen, weil ich mir bei alldem wirklich noch nicht sicher bin, aber ich kam bisher zu nix, was eben solch klare Aussagen (derer Freund ich sonst durchaus bin) zu rechtfertigen vermag.
    @Robert: Was ist so schwer daran sich drei Staffeln von fast allem anzugucken? Da brauchts nur 2-3 Tage von „kein Bock auf die Welt“ ;-)

  10. 10 Administrator 28. Oktober 2010 um 18:19 Uhr

    Ich war mir beim Schreiben schon darüber bewusst, dass ich den beiden Gegenständen (Dandy und Dexter) im Vergleich etwas Gewalt antue, finde aber genau das legitim: Dadurch, dass man zwei Gegenstände aus ihrem Zusammenhang heraus reißt und dann gegenüberstellt, treten ja Aspekte hervor, die einem dann gewisse Zusammenhänge eröffnen, die ohne Vergleich nicht zustande gekommen wären. Die zentrale Gemeinsamkeit zwischen Dexter und Dandy, die mir auffiehl, war die Kultivierung der Fassade und das unbedingte verstecken-Müssen etwas Innerlichen. Gerade die Unterschiede führen dann ja zu einer Zeitdiagnose (die in meinem Text freilich nicht sonderlich ausgereift ist). Die Differenz von Lebens-Bejahung und Überleben-Können passt dann auch voll in meine Andeutungen.

    Bei Texter fand ich es gerade gut, dass es nicht allein um den Effekt von Folge zu Folge geht (den gibt es natürlich auch, wie ich finde aber als ein gelungener Aufbau von Spannung), sondern dass die Handlung über die einzelnen Folgen hinweg entwickelt wird. Was ich geschrieben habe, beschränkt sich erstmal auf die ersten drei Staffeln. Weiß noch nicht ob ich weiter schaue und dann vielleicht noch etwas dazu schreibe.

    ich kann mich auch mit der Charakterisierung der Bezihung zu Rita als „sexistische Projektion“ nicht so richtig anfreunden. Wird nicht gerade darauf abgezielt, dass dieser Typ (der ja doch in vielem das naheliegende Alter Ego des Bürgers, der seinen „Gerechtigkeitsinn“ endlich mal ausleben darf, zu sein scheint), eben so eine Frau braucht? Also sucht nicht Dexter gerade so eine Frau, die „beschädigt“ ist, und eben nicht eine wie seine Schwester, die für sich selbst sorgen kann, weil er eben die Leere in sich mit einer eigenen „Ordnung“ füllen will? Sprich: Ist Rita nicht viel mehr Dexters Phantasie in Real als eine Seyistische Projektion die die Serie propagiert?

    Die Frage verstehe ich zugegebenermaßen nicht ganz (Ist dann Dexters Phantasie ok? Ist sie real, was würde es bedeuten wenn sie nicht real wäre? Ist sie okay wenn sie real ist? Und wenn sie in der Fiktion der Serie real ist, was bedeutet das im Bezug zur außerpoetischen Realität, was wird dadurch für ein Frauenbild transportiert?). Ich fand es in den ersten Folgen ganz sympathisch, dass sich ein beschädigter Typ eine beschädigte Partnerin sucht und es dabei vor Allem auch erstmal gerade nicht um Sex geht. Das ganze kippt m.E. dann aber um, wenn Rita als sensibles Opfer auf Dexters starke Schulter angewiesen ist und ab dem Zeitpunkt, als sie sich von ihrer Traumatisierung emanzipiert, als das ganz Andere zu Dexter erscheint. Dann kann das männliche Publikum wohlwissend und sich verstanden fühlend nicken, wenn die Frau als das Andere, Unverständliche erscheint, das dem Mann zuweilen Unmögliches abverlangt, worauf man sich aber einlässt, weil man das Andere halt doch braucht. Das ist doch klassisch…

    Sehr interessant, im Übrigen, was ihr da so bei der Sonntagsgesellschaft macht…

  11. 11 Cyrano 28. Oktober 2010 um 21:07 Uhr

    Ich fand ja den Bezug zum Dandy nun nicht unnachvollziehbar, es wäre nur eben mir kaum so eingefallen. Daher fand ich den Gedanken auch sehr interessant, und wollte eher assoziativ noch einige Dinge hinzufügen.

    Zur, wie die Genossen früher sagten, Frauenfrage ;-)

    „Ist dann Dexters Phantasie ok? Ist sie real, was würde es bedeuten wenn sie nicht real wäre? Ist sie okay wenn sie real ist? Und wenn sie in der Fiktion der Serie real ist, was bedeutet das im Bezug zur außerpoetischen Realität, was wird dadurch für ein Frauenbild transportiert?“

    Das kommt für mich eben sehr stark darauf an, ob Dexters Perspektive die Perspektive des Zuschauers sein soll, und mir kommen da immer mehr Zweifel. Ich denke die Projektion kann erstmal „realistisch“ gelesen werden, den Beschädigten, den im wahrsten Sinne des Wortes Ich-Schwachen Psychopathen zieht es zu jemandem hin, an dem er, d.h. Dexter, sich aufbauen kann, zu jemandem, dessen Schwäche die eigene Schwäche, die ja im Konflikt mit der gesellschaftlichen Normalität erfahren wird, ertragbarer macht. Co-dependency, maybe, immerhin wird Dexter ja auch als „Abhängiger“ dargestellt.
    Nicht OK wäre diese Art von „Beziehungsideal“ (in dem zusammenhang ein schlimmes Wort), würde das Ganze als Ideal im Kontext des gesamten Werkes affirmiert, aber das sehe ich im Moment nicht so. Dexter selbst legt ja seine Motivationen offen, kennt sie, erkennt sie in lichten Momenten als Teil seines Traumas, ist aber nicht bereit, bzw. eben fähig, auszubrechen. Ich finde da steckt erstmal sehr viel Treffendes zur Bedeutung der „Beziehung“ in der bürgerlichen Gesellschaft drinne, da wird recht schonungslos offengelegt, wie man sich das beschädigte Leben als unbeschädigt zurechtbiegt. Und auch die Rolle Ritas ist dahingehend ambivalent. Einerseits weiß sie sich zu wehren, hat sich gegen den letzten Typen gewehrt, der sie schlecht behandelt hat und ahnt ja auch bei Dexter dass „da was nicht stimmt“. Und dann bleibt ihr doch nur die Wahl zwischen der autoritären Mutter und dem Serienkiller. Dass sie an sich andere Optionen hätte fällt zwar nicht unter den Tisch, erscheint aber aufgrund äußerer und innerer Zwänge als beinahe undenkbar…
    Während also unstreitig ist, dass Dexter, dessen Ich zwischen totaler Kontrolle und völliger Hilflosigkeit osziliert seine Partnerin nach Kriterien wählt, die als sexistisch zu bezeichnen sind finde ich nicht dass damit ein sexistisches Rollenbild aufgrund von Handlung und Personenkonstellation propagiert wird, vielmehr wird die ganze Erbärmlichkeit des Pärchenlebens in einer feindseligen Welt serziert. Wie offensichtlich das ist, oder ob darüber hinwegsieht, wer nicht sehen will, ob nicht Dexter etwa dem „Durchschnittszuschauer“ ein ähnliches Rollenmodell sein kann wie Batman und ähnliche Vigilanten, das wage ich nicht zu beurteilen. Im Zweifel möchte ich aber noch ins Feld führen, dass Showtime ein recht illsutres Publikum, eine gewisse (liberal/ertäre) Linie zu haben scheint (Pen&Teller, Californication, und eben Dexter), und dass es durchaus möglich ist dass, was ja auch die fortlaufende Struktur nahelegt, auf die Dauer ein Konzept verfolgt wird, dass ein passives sich berieseln lassen erschwert. In diesem Fall würde ich für meine Lesart votieren ;-)

    „Sehr interessant, im Übrigen, was ihr da so bei der Sonntagsgesellschaft macht…“ Ja, das finde ich auch immerwieder interessant, vor allem weil man das kaum noch Gesellschaft nennen kann… ;-)

  12. 12 Administrator 28. Oktober 2010 um 23:21 Uhr

    Jup, hatte deine Anmerkungen auch so empfunden. Diskutierenswert auch deine letzte Anmerkung. Ich antworte die Tage nochmal, fühle mich bloß aufgrund meiner momentanen Müdigkeit gerade nicht in der Lage der Geschwindigkeit zu entsprechen, die solche Blogdiskussionen meistens verlangen…

  13. 13 Cyrano 02. November 2010 um 21:16 Uhr

    Noch zwei drei Gedanken:
    @ Robert: „Bezeichnend finde ich, dass Dexters kaputte Seele durch einen inneren Monolog erklärt wird á „ich denke jetzt das“ statt durch schauspielerisches Können / Filmtricks (die es zur Genüge gibt)“
    Und das sagt was aus, außer dass du dem Prinzip „show, don´t tell“, einiges abgewinnen kannst, dass nicht von ungefähr seit es etwa in den sechziger Jahren als Lehrstoff in Schreinkursen etc… massenweise gelehrt wird dazu beiträgt den Werken jede Differenz zueinander auszutreiben, indem Kunst auf eine Oberfläche reduziert wird, die möglichst viel Tiefe suggerieren soll, ohne sie zu enthüllen. „Schauspielerisches Können … Filmtricks… “ sind sicher eine Möglichkeit, Emotionen u.ä. darzustellen, ähnlich wie die Filmmusik sind sie allerdings auch eine Sphäre, in der die Identifikation dem Zuschauer sehr leicht gemacht wird, während das Voiceover die Künstlichkeit betonen kann, sozusagen zur homogenen Welt der Bilder einen Kontrapunkt setzt. Zudem übersiehst du eines: Dexter hat keine tieferen Emotionen, der Modus operanti des Psychopathen kann durchaus das „Voiceover“ sein (er nähert sich dadurch auch dem Autoren an, der emotionslos mit seinen Figuren umspringt, ein Bild, dass ich in Dexter durchaus wiederfinde)
    Zum Thema Identifikation: Mir ging es in Bezug auf Leela (?) häufig so, dass ich mir dachte „Dexter, halt dich doch von der Verrückten fern“, nur um dann innezuhalten und festzustellen, dass die Erzählerposition, die Dexter innehat mich mal wieder darüber hinweggetäuscht hat, dass er mal zumindest mit gleichem recht mit einem Begriff wie „verrückt“ belegt werden kann. Ich halte es für wirklich schwer, sich diesem sporadischen aufwallen von Erkenntniss zu entziehen, so sehr das beim zuschauen gewünscht sein mag. Daher festigt sich in mir die Überzeugung, dass die Techniken mittels derer die Serie dem Zuschauer Identifikation & Entspannung;-) verweigert, durchaus funktionieren…

  14. 14 Administrator 02. November 2010 um 23:29 Uhr

    Jep, ich finde auch, dass durch den Monolog eine Selbstentfremdung stilistisch gut deutlich gemacht wird.

    Nochmal zu Rita: Ich glaube auch, dass die Konstellation Dexter-Rita erstmal so aufgebaut ist, dass man sich als Zuschauer denkt – okay, diese Konstruktion des Familienlebens verdeckt was ganz schön Kaputtes. Das Problem ist aber doch, dass die Identifikationsfigur Dexter diese ganze Konstruiertheit durchschaut (bloß mit dem emotionalen Klimbim etwas Schwierigkeiten hat) und mit diesem Wissen sich die Beziehung zu Rita sehr rational zurechtbastelt. Während der Checker Dexter also alles checkt, verbleibt Rita als einfältiges Mädchen in ihren naiven Wünschen nach der heilen Welt mit Heim, Herd und Kindern. Während Dexter sich das Verkehrte zu Nutzen zu machen weiß, kommt Rita gar nicht dazu irgend etwas anderes zu wollen. Und das ist doch mal eine sehr klassische, sexistische Rollenverteilung, oder nicht? Ähnliches ist mir bei Leila aufefallen – eine aufdringliche Künstler-Hexe, deren Wahnsinn eigentlich gar nicht so ernst ist wie Dexters, ihn dafür aber droht ins Verderben zu ziehen. Hinter jeder Frau könnte eine Hexe, ähm, Leila lauern. Zu dem Thema nochmal der sehr lesenswerte Text „Das Bürgerliche Subjekt und sein Anderes“ von Andrea Trumann.

    Bin aber trotzdem nochmal auf deine Gegenargumente gespannt, vor Allem weil ich denke, dass die Serie gerade dadurch einiges an Konventionen in Frage stellt, indem sie sie bestehen lässt. Im Bezug auf die geschlechtsspezifische Rollenverteilung kam es mir jedoch nicht so vor.

  15. 15 Administrator 02. November 2010 um 23:46 Uhr

    Ups, ich habe glaub‘ ich gerade in der Warteschleife aus Versehen den letzten, neusten Kommentar von jemandem gelöscht, im Glauben es wäre ein unabgeschlossener Entwurf von mir gewesen. Sorry – das war keine Absicht. Bitte nochmal schreiben…

  16. 16 Cyrano 03. November 2010 um 0:12 Uhr

    „Während der Checker Dexter also alles checkt, verbleibt Rita als einfältiges Mädchen in ihren naiven Wünschen nach der heilen Welt mit Heim, Herd und Kindern.“
    Aber der Checker ist ja nun die Personifizierte Entfremdung… und der Wunsch nach der heilen Welt ihm trotzdem nicht ganz fremd. Und der „naive Wunsch“ bleibt ja auch auf Ritas seite als Selbstverleugnung markiert, zumindest scheint es mir so als ob sich die Frage „warum nicht Mutter, Ex & Dex sitzenlassen“ aus Zuschauerperspektive geradezu aufdrängt…
    Das Ganze steht und fällt einmal mit Bezug auf die Frage, wie denn der Charakter Dexter auf lange Sicht wegkommen wird, und könnte zweitens vielleicht darüber beantwortet werden, dass man sich fragt ob ein „weiblicher Dexter“ mit Entsprechendem Partner auch noch funktionieren würde… Aber da würde glaube ich die Darstellung schnell an ihre Grenzen stoßen, denn es würden sich neue Probleme ergeben, etwa: Wird das Manipulative auf die Frau ausgelagert, etc…

    Die Serie bewegt sich natürlich insgesamt immer in einem Rahmen, innerhalb dessen es höchstens gelingt durch Überzeichnung bzw. pathologisierende Konkretisierung gesellschaftliche Verhältnisse kenntlich zu machen (wie heißt es noch: zur Kenntlichkeit entstellen), und dabei wird wohl zwangsläufig einiges auch affirmiert. Immerhin sollten wir uns bei den Frauenrollen nicht zu sehr auf Rita konzentrieren, und neben Leela (da teile ich deine Auffassung, ich habe oben nur ihre Wirkung als („gleiche“) Antipode Dexters ins Auge gefasst) existieren mit dem Lieutennant und Debra ja noch zwei recht zielstrebige weibliche Charaktere… (die natürlich trotdem ihren Rollenmodellen mit Abstrichen genügen)
    Ich sehe das Dilemma darin, dass mir (als ideale/r revolutionäre/r Autor/in), kaum eine andere Wahl bleibt als entweder die verhältnisse in ihrer Erbärmlichkeit abzubilden, oder eben positive Identifikationsfiguren zu schaffen, die selten etwas über die Gegebenheiten aussagen, und im besten Fall auf irgend einem Aufkleber enden…
    Kurz: Die Darstellung von Geschlechterverhältnissen ist für mich als Darstellung des negativen „Ist“ eher denkbar denn als Darstellung eines von heute aus kaum vorzustellenden „Soll“. Dabei sage ich nicht, dass das ausgerechnet in Dexter wirklich gelingt. Ansätze sind da, aber sicher auch die Tendenz, Frauen in Nebenrollen zu besetzen, „traditionelle“ Rollen als das einzig mögliche zu präsentieren, usw.

    Zuletzt:
    Ich möchte auch nicht aus den Augen verlieren dass letztlich die Rolle Dexters als moralisch jenseits aller Moral bestätigt werden könnte, das würde auf alles bisher diskutierte nochmal ein ganz anderes Licht werfen. Wie weiter oben schon angemerkt glaube ich dass bei Showtime der „Libertarianism“ als Kapitalismus ohne Staat eine gewisse Achtung genießt. Und dieser braucht solche Dexters, die ihre Moral in sich tragen, und Ayn Rands „Who can stop me“ als Private unternehmer immer mal wieder das „Who“ vorspiegeln, die Privatarmee soll ja aus libertärer Sicht alle Konflikte humaner und effektiver lösen, als der Staat das kann. Und da auch libertäre wissen, dass sowas ohne Tradierte „Moral“ vielleicht in Irak, aber nicht in Sudan oder Ruanda funktioniert: voilá, Dexter, der „Neue Mensch“

  17. 17 Robert 09. November 2010 um 3:08 Uhr

    @Cyrano

    „Und das sagt was aus, außer dass du dem Prinzip „show, don´t tell“, einiges abgewinnen kannst, dass nicht von ungefähr seit es etwa in den sechziger Jahren als Lehrstoff in Schreinkursen etc… massenweise gelehrt wird dazu beiträgt den Werken jede Differenz zueinander auszutreiben, indem Kunst auf eine Oberfläche reduziert wird, die möglichst viel Tiefe suggerieren soll, ohne sie zu enthüllen. „Schauspielerisches Können … Filmtricks… “ sind sicher eine Möglichkeit, Emotionen u.ä. darzustellen, ähnlich wie die Filmmusik sind sie allerdings auch eine Sphäre, in der die Identifikation dem Zuschauer sehr leicht gemacht wird, während das Voiceover die Künstlichkeit betonen kann, sozusagen zur homogenen Welt der Bilder einen Kontrapunkt setzt. Zudem übersiehst du eines: Dexter hat keine tieferen Emotionen, der Modus operanti des Psychopathen kann durchaus das „Voiceover“ sein (er nähert sich dadurch auch dem Autoren an, der emotionslos mit seinen Figuren umspringt, ein Bild, dass ich in Dexter durchaus wiederfinde)“

    Nur kurze Anmerkung, bin grade zu faul mehr zu schreiben: So ein Quatsch! Beim Film geht es gerade um die Oberfläche. Siehe Siegfried Kracauer. Mehr dazu bald auf meinem Blog, da werde ich auch zu begründen versuchen warum sogar die Faszination von Lars von Triers scheinbar theaterhaftem „Dogville“ auf seiner „Filmhaftigkeit“(Kracauer), also Oberflächlichkeit beruht. Ich empfehle euch Dexterfans mal Spike Lees „Summer of Sam“ als Vergleich. So muss man einen Psychokiller darstellen imo.

    Den Vergleich mit dem Autoren kann ich auch nicht so recht nachvollziehen.

    @Admin: Du solltest mal das Plugin anschalten, mit dem man Kommentare per Mail abonnieren kann („Subscribe To Comments“-Plugin).

  18. 18 Cyrano 27. November 2010 um 21:16 Uhr

    @ Robert:
    Ich sehe wirklich nicht, wie das Ergebnis einer Analyse, die lautet, dass „Filmhaftigkeit… auf Oberflächlichkeit“ beruhe, den Schluss erlaubt, es sei normativ festzusetzen dass das der Film die Tiefe mittels der Oberfläche (ich verkürze, aber darauf läuft es ja hinaus) anzudeuten / zu zeichnen hätte. War ist: Benutze ich ein Voiceover, laufen zwei Oberflächlichkeiten (denn auch Sprache hat ja nun nicht einen inhärenten Tiefencharakter) nebeneinander her. Gegen das Voiceover spricht das aber nicht notwendig, sondern höchstens gegen eine je gesondert zu betrachtende Verwendung des selben. Dass dexter da nicht wirklich der Weisheit letzter Schluss ist, und filmisch sicherlich nicht das innovativste Werk, das möchte ich gar nicht betsreiten. Nur dieses „so muss man es machen“ / „Voiceover wird dem dargestellten nicht gerecht“, das wäre eben zu belegen (es sei denn man sieht den Gegenstand als zu belanglos an, um sich intensiv damit zu beschäftigen, was kaum zu kritisieren wäre, mein Hauptinteresse bzgl. Dexter galt ja dem Problem, dass ich wirklich nicht wusste/noch immer nicht weiß, ob diese Serie auf etwas bestimmtes abziehlt (s.o.), und wenn auf was…
    Ich warte aber gespannt auf den Beitrag zum Film auf deinem Blog.
    @Admin: Ich stimme Robert zu, dass dieses „Abonnement“-Plugin es leichter machen würde, die Diskussion zeitnah weiter zu verfolgen…

  19. 19 Administrator 28. November 2010 um 5:36 Uhr

    Hmm, ich hab das Plugin eigentlich aktiviert. Hab aber keine Ahnung davon…

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