Unique Peng

Ich hatte mich schon Anfang des Jahres zu den Debatten um die Jenaer Studenten-Zeitschrift Unique geäußert. Schon damals hatte ich die Vermutung angestellt, dass der Skandal nicht die Inhalte von Unique sind, die einem schon seit längerer Zeit unangenehm hätten aufstoßen müssen. Auslöser des Gezeters war ein Interview des Chef-Redakteurs mit einem Jenaer Neonazi. Dem Interview folgte keine Kritik am Gesagten, die wohl bedeutet hätte eigene linksradikale bis linksliberale Gewissheiten anzukratzen, sondern der keiner weiteren Worte mehr bedürftige Fingerzeig: Nazi!!! Und weil man eigene Positionen aus Nazis Mund gelesen hatte schrie man noch hinterher: Demagogen!!!

Die Debatte um Unique ist seit einigen Tagen wieder voll im Gange. Auslöser der erneuten Entrüstung ist eine Homepage, auf der ein Teil des Emailverkehrs des Jenaer Neonazis Nico Schneider öffentlich gemacht wird. Der Hack des Postfachs offenbarte das, was die Hüter der Moral von Anfang an gewusst hatten: Nico Schneider (der interviewte Nazi) hatte im Zeitraum des Skandal-Interviews persönlichen Emailkontakt zu Fabian Köhler, dem Chefredakteur der Unique. Natürlich bleibt nur eine Schlussfolgerung: Fabian Köhler selbst ist ein Neonazi.

Damit hat die Antifa der Zivilgesellschaft Jenas nun endlich den entscheidenden Grund geliefert, die Unique richtig scheiße zu finden. Wie es aussieht, könnte dies nun zur Folge haben, dass der Unique die Fördergelder gestrichen werden. Nicht, dass es schade um die Unique wäre, nur: Eine Kritik an dem was Fabian Köhler von sich gegeben hat geht im kleinstädtischen Gezeter völlig unter. Närrisch ist, wer glaubt dass eine Mehrheit für die Streichung der Mittel stimmen wird, weil sie ein Problem mit den unter den Stichworten Interkulturalismus und Antirassismus in der Unique verbreiteten Widerlichkeiten hat – Widerlichkeiten, bei denen es des Nazi-Beweises nicht bedarf, Widerlichkeiten die sich eines breiten Konsens‘ erfreuen.


1 Antwort auf “Unique Peng”


  1. 1 Sternstunden des studentischen Elends « ärgernis Pingback am 13. November 2009 um 22:17 Uhr
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