Archiv für August 2009

Das Leben des Sid Vicious

Danke, Schröter!

Beuys Beuys Beuys

… der alte Nazi-Unteroffizier:

Bauhaus ist überall. Nur nicht in Weimar.

In der aktuellen Ausgabe der Jungle World findet sich ein sympathischer Artikel von Roger Behrens über das Bauhaus und Weimar, eine hübsch, aber billig inszenierte Touristenstadt (via):

90 Jahre Bauhaus

Bauhaus ist überall. Nur nicht in Weimar.

VON ROGER BEHRENS

Wer etwas über das Bauhaus wissen will, muss sich auf die museale Kunstgeschichte einlassen und nach Berlin fahren: Im Martin-Gropius-Bau gibt es noch bis 4. Ok­tober »Modell Bauhaus – Die Ausstellung« zu sehen. In Berlin gibt es zwar auch das Bauhaus-Archiv, doch für die stets gemeinte Geschichte der Institution »Bauhaus« ist Berlin nur die kurze Schlussstation: Mies van der Rohe hatte hier im Herbst 1932 die Räume einer leer stehenden Telefonfabrik bezogen; wenige Monate später, am 13. April 1933, wurde das Bauhaus von den Nazis geschlossen. Es kam nach Berlin, nachdem es in Dessau vertrieben worden war; nach Dessau war das Bauhaus gegangen, nachdem es Weimar hatte verlassen müssen.

Weimar, Dessau, Berlin: Das sind die drei Stationen, wenn man das, womit das Bauhaus kunstgeschichtlich identifiziert wird, auf das Bauhaus als faktische Institution bezieht – »Bauhausstil«. Doch damit fängt der Mythos an, der sich schließlich in der absurden Gleichsetzung von Bauhaus = Moderne = Avantgarde kristallisiert. (mehr…)

Love Bausewein

Glubschaugen und Fangzähne

Habe hier einen Text entdeckt, den ich vor sieben Jahren über einen Besuch der Documenta 11 geschrieben habe…

Als wir nach einer längeren Zugfahrt in Kassel ankamen, wollten wir gleich Karten für die Dokumenta 11 kaufen. Also gingen wir zum nächsten Infostand der deutschen Bahn und fragten, wo man die Eintrittskarten kaufen könne. Die drei Damen starrten uns erst ratlos an, bis eine meinte: „Da vorne rechts“.
Also liefen wir bis zum Ende der Bahnhofshalle, und dann rechts. Doch leider konnten wir nirgends eine Verkaufsstelle für die Karten der großen Kunstausstellung finden. Also gingen wir zurück in die Bahnhofshalle und suchten uns einen anderen Infostand der DB. Hier konnte uns wenigstens gleich eine Frau sagen, dass es die Karten nicht hier, sondern im Hauptbahnhof gebe. Also machten wir uns auf in Richtung Innenstadt und fragten uns zum Hauptbahnhof durch, den wir nach einem längeren Fußmarsch erreichten. Vor dem „Kulturbahnhof“ ragte eine schräge Säule in die Höhe, an der ein Mensch hoch lief, als würde es die Erdanziehungskraft gar nicht geben: Das erste Zeichen der 11. Dokumenta! Doch auch hier war nichts ausgeschildert, wo es denn Karten geben könnte, und erst als wir wieder zu einem Infostand gerannt waren, erfuhren wir, dass es die Tickets am Gleis drei zu kaufen gebe. Endlich sahen wir eine Frau aus dem Fenster einer Verkaufsstelle der Dokumenta gucken. Wir zückten schon unser Geld, als wir durch die Frau erfuhren, dass es die Karten „da drüben“ gibt. Auch meine Ratte, die ich mitgenommen hatte, kotzte das wohl ziemlich an, denn sie verkroch sich schnell in meinem Ärmel. O.k.! Endlich hatten wir die Karten und einen Stadtplan. Wir waren gespannt, ob die Ausstellung auch etwas interessantes für uns bieten würde und betraten den ersten Ausstellungsraum am Bahnhof. (mehr…)

FUCK Musée du Louvre

Alle, die eine Verachtung für sterile Museums-Räume verspüren, sollten schleunigst einen Psychologen aufsuchen:

Anschlag auf „Mona Lisa“

Leonardo da Vincis Meisterwerk „Mona Lisa“ hat schon oft für Schlagzeilen gesorgt. Nun ist eine russische Touristin der berühmten Dame im Pariser Louvre mit Porzellan zu Leibe gerückt.

Sie lächelt versonnen wie immer – der Wurf mit einer Teetasse hat der „Mona Lisa“ nichts anhaben können. Das weltberühmte Gemälde von Leonard da Vinci ist durch Panzerglas geschützt und stark bewacht. So blieb die Mona Lisa völlig unversehrt, als eine russische Touristin vor einer Woche die leere Tasse nach ihr schleuderte.

Die Gründe für den Angriff seien unklar, berichtete die Zeitung „Le Parisien“ am Dienstag. Die Frau wurde festgenommen und psychologisch untersucht. Das Museum reichte Klage ein. Möglicherweise leidet die Frau am sogenannten Stendhal-Syndrom, das Menschen zwingt, sich an Kunstwerken zu vergehen.


via

Peace or Annihilation

Welt verstehen

Wenn man die Welt verstehen will, braucht man Karl Marx, Sigmund Freud und James Bond: das Äußere des Systems, das Innere des Menschen und den kaputten Zynismus, mit dem sich beides immer wieder verbindet.

[Aus einem ganz netten Artikel von Georg Seeßlen über die Kurras-Debatte in der Konkret 7/2009 | klick]

Krause Sause

Während Peter Krause den Wahlkampf beginnt und die Berichterstattung in der Lokalpresse an Blödheit und Unbeholfenheit nicht überboten werden kann (siehe hier), hat es sich der Blog Krause Stoppen zur Aufgabe gemacht die Debatten um den „CDU-Politiker Peter D. Krause aus Weimar und seine Verbindungen zur Neuen Rechten“ zu dokumentieren. Der Blog verlinkt unter anderem ältere Texte von der (inzwischen aufgelösten) Antifagruppe Weimar (aaw) und von mir. Auch wenn das Anliegen ersteinmal grundlegend sympathisch ist, hatte die Auseinandersetzung mit Krause tatsächlich immer etwas reflexhaftes an sich, was schon dadurch deutlich wird, dass die Empörung sich stets an den Wahlkampfdebatten entzündete. Die Gefahr besteht darin Wahlkampf für andere Parteien zu machen, sich an einem Politiker festzubeißen und damit den gesellschaftlichen Zusammenhang und den Normalbetrieb auszuklammern. Eine treffende Kritik Krauses Texte und seiner Äußerungen, die sich nicht nur an seiner Vergangenheit empört, steht noch aus. Ob eine solche Kritik auf dem Blog Krause Stoppen formuliert werden wird, bleibt abzuwarten.

Unser Netz muss sauber bleiben

Ein sehr lesenswerter Artikel von Magnus Klaue ist im Freitag der letzten Woche erschienen:

Unser Netz muss sauber bleiben

Das Internet bietet große Freiheiten, leider auch für Spitzel, Blogwarte und Denunzianten. Da gilt man schnell als Störenfried oder Exzentriker. Eine Polemik

Soziale Netzwerke im Internet wie StudiVZ oder SchülerVZ dienen nicht nur dem Austausch über Haus- und Examensarbeiten. Das dürfte dank der massenwirksamen Berichterstattung über „Pornoskandale“ mit ihren diversen juristischen Nachspielen mittlerweile selbst der Bild-Leser wissen, der sich mit seiner Tagesration nackter Haut zufrieden gibt. Glaubt man den Geschichten, die von Stern über Focus bis zur seriösen bürgerlichen Presse seit etwa einem Jahr verbreitet werden, herrscht in diesen Foren blanke Anarchie: Auch Familienministerin Ursula von der Leyen setzt bei ihrer aktuellen öffentlichkeitswirksamen Kampagne gegen Kinderpornografie populistisch auf das Internet als Schuldigen. Dort, wo Minderjährige sich die besten Pornoseiten empfehlen oder einander Tipps für den täglichen Drogenkonsum geben, Schülerinnen versuchen, sich mit Dessous- und Nacktbildern gegenseitig auszustechen. Eltern, die ihren Söhnen und Töchtern erlauben, im eigenen Zimmer bei verschlossener Tür die Weiten des Netzes zu erkunden, sind demnach selbst schuld, wenn diese sich hoffnungslos darin verstricken.
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Local Offences

@aftershow: Sowas gibts nur hier bei uns!