Archiv für Juli 2009

Ich schau dir in die Augen, Kleines…

Ein hörenswertes Interview zu einer besuchenswerten Veranstaltungsreihe:

Teil 1 ||
Teil 2 ||

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Thick as a brick

Ich weiß nicht wer diese bescheuerte Bilder-Show gemacht hat, aber die Musik ist echt der Hammer. Listen part 1 – 5:

Edit: Zur Verteidigung des Prog Rock siehe bei Luxemburger Anarchist hier, hier und hier

Jüdischer Friedhof in Weimar geschändet

Gestern wurde der jüdische Friedhof in Weimar geschändet:

Unbekannte – Grabsteine auf Jüdischem Friedhof in Weimar umgestürzt

Weimar (ddp-lth) Unbekannte Täter haben auf dem Jüdischen Friedhof in Weimar zwei Grabsteine umgestürzt Wie ein Stadtsprecher am Freitag mitteilte, hatten Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs bei Pflegearbeiten den Schaden entdeckt.

Unbekannte Täter haben auf dem Jüdischen Friedhof in Weimar zwei Grabsteine umgestürzt. Wie ein Stadtsprecher am Freitag mitteilte, hatten Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs bei Pflegearbeiten den Schaden entdeckt. Eine der beiden Grabsteine sei beim Umstürzen zerbrochen. Dem Sprecher zufolge wurde der Vorfall bei der Polizei angezeigt.

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Time to act!

Es geht los…

Irgendwie unreal kamen mir die Debatten um die aktuellen Gesetzesentwürfe des Bundestages zur Überwachung des Internets vor, die mit dem unwissenschaftlichen Gezeter von Ursula von der Leyen (CDU) zur Kinderpornographie begannen. Wie katastrophal und wahnsinnig die im Juni verabschiedeten Gesetze wirklich sind, wurde mir erst bewusst, als ich auf den Link zu diesem Artikel geklickt habe und glatt auf den Banner der „stopp-Seite“ hereingefallen bin. Ich hatte geschrieben:

Damit ist bewiesen, was viele konstatiert hatten: Die Kinder-Porno-Hysterie ist ein Vorwand um unliebsame Seiten zu zensieren. Das BKA, welches längst eine politische Kraft geworden ist, hat ein Problem mit Street Art und Kapitalismuskritik.

Was mich an vielen KritikerInnen an den durchgesetzten Gesetzesentwürfen stört, ist dass sie immer wieder, geradezu penetrant daraufhinweisen müssen, wer der Feind des Volkes ist: Die Kinderschänder. Denn diejenige Gesellschaft und dieser Staat, die sich beim Stichwort „Kapitalismuskritik“ bedroht sehen sind es, die ihre Perversen brauchen. Leider sind es auch sogenannte AntisexistInnen, die sexuelle Neigungen kategorisieren müssen um sogleich eine naturgewachsen-krankhafte Neigung zu bestimmten Handlungsweisen zu unterstellen:

Auch schon mal gehört? Die schwierige Aussage „Nicht jede sexuelle Handlung mit Kindern ist gleich sexuelle Gewalt!“ begegnet uns auch in der linken Szene immer mal wieder. Der Umgang mit Kindern in der linken Szene ist oft angelehnt das Bild von Kindern / Jugendlichen als gleichberechtigten und selbstbestimmten Wesen. Vor diesem Hintergrund wird nicht selten argumentiert, voll-einvernehmliche Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern sei unter bestimmten Umständen möglich. Im Workshop soll dieser Argumentation widersprochen werden: Jede Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern ist sexuelle Gewalt an Kindern! Eine unkritische Haltung demgegenüber ist (auch ohne gelebte Praxis) gefährlich, weil sie anschluß fähig ist für Pädosexuelle, die sich selbst ähnlicher Rechtfertigungsstrategien bedienen. Für den Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt ist es entscheidend, verantwortliches, grenzwahrendes Handeln einzufordern. In dem Workshop werden Täterstrategien vorgestellt und Argumentationen diskutiert, die auf einer klaren Haltung zu sexueller Gewalt und Verantwortungsübernahme von Erwachsenen beruhen. Ziel des Workshops ist eine Stärkung der Teilnehmer_innen in Auseinandersetzungen rund um sexuelle Gewalt von Erwachsenen gegenüber Kindern… [Quelle]

…, so lautete der Ankündigungstext zu einem Workshop beim „Kongress Antisexistische Praxen III“, welcher vor Kurzem in Berlin stattfand. Pädosexualität, sexualisierte Gewalt und ein Hang zu bestimmten Strategien (Rechtfertigungsstrategien, Täterstrategien) fallen hier in eins. Der Unterschied zur Position von von der Leyen und Konsorten, die behauptet, dass der Konsum von Kinderpornographie automatisch zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder durch die KonsumentInnen führen würde1, ist hier nicht sehr groß.

  1. vgl.: Sebastian Anders: „Tante Uschi zeigt Kinderpornos“, in Gigi – Zeitschrift für sexuelle Emanzipation, Mai/Juni 2009, No. 61 || Anmerkung: Auch wenn die Positionen, die in der Zeitschrift Gigi vertreten werden, nicht alle und ausnahmslos zu übernehmen sind, finden sich hier m.E. einige der wenigen guten Beiträge zum Thema. Siehe die letzten beiden Ausgaben, hier und hier. [zurück]

Stalker

In unregelmäßigen Abständen ab jetzt immer wieder Literaturhinweise von Aergernis. Dieser 80-Pf-Trivial-Scince-Fiction-Roman „Picknick am Wegesrand“ ist die Vorlage für den guten Film „Stalker“.

Schluss mit Farbtupfer!

Alles andere als langweilig und brav ist der diesjährige Aufruf zum CSD in Erfurt und das obwohl er vom Thüringer LSVD unterstützt wird. Mit dem Motto „Wir bleiben Alle!“ solidarisiert sich der CSD, dessen historischer Anlass, die Stonewall Riots, sich dieses Jahr zum vierzigsten mal jährt1, eindeutig mit dem Besetzten Haus, welches im April diesen Jahres geräumt wurde. Neben den „virtuellen rosa Listen“, dem Sexualstrafrecht und anderen sexualpolitischen Problemfeldern wird außerdem die Vertreibung von Punks und Obdachlosen aus der Erfurter Innenstadt kritisiert. Sieht aus nach einem Abschied von der Einpunkt-Bewegung! Auf der Homepage vom CSD ist der Aufruf komischer Weise noch nicht zu finden… Dafür aber hier:

Wir Bleiben Alle!

Auch zum CSD Erfurt 2009…

Der historische Anlass des Christopher Street Day (CSD) jährt sich in diesem Jahr zum 40. Mal. Dieser erinnert an den Beginn der homosexuellen Emanzipationsbewegung im Juni 1969, als es in New York fünf Tage lang zu Aufständen gegen staatliche Repression kam und Menschen, die bis dahin verschiedene Arten von Diskriminierungen erfahren mussten, sich erfolgreich gegen eine legitimierte Kriminalisierung wehrten. Da sich seither die Zustände bei genauer Betrachtung nur wenig verbessert haben, bleiben die Forderungen seitens der sich als alternativ handelnd verstehenden Teile dieser Bewegung bestehen.
Jener Menschen, die sich nicht entmündigen ließen durch das prekäre System von Lohnarbeit, der täglichen Erfahrung von Austauschbarkeit, der Demütigung und Zermürbung innerhalb politischer Strukturen und der Einschränkung der Freiheit durch fortschreitende staatliche Überwachung und Aushöhlung rechtstaatlicher Prinzipien. Jener Menschen, die fordern:

die Aufhebung von Verfolgung, Stigmatisierung und Benachteiligung von Menschen, die sich Strukturen schaffen, die nicht dem heteronormativen Bild entsprechen.

Wie schon in den vergangenen beiden Jahren solidarisieren wir uns mit den sozialpolitischen Bewegungen innerhalb des Bündnisses zum „Tag der Einheit der Menschen“. Und all jenen Projekten und Menschen, denen nicht zugehört wird und deren Interessen nicht durch parlamentarische Strukturen durchgesetzt werden. Dies ist angesichts der akuten Bedrohung und fortwährenden Zerstörung soziokultureller Räume und Projekte nötiger denn je!

Jüngstes Beispiel ist die gewaltsame Räumung des Besetzten Hauses in Erfurt im April diesen Jahres. Ein Projekt, dass es eben auch Nicht-Heterosexuellen ermöglichte, sich in einem geschützten Raum zu bewegen. In dem es möglich war, angstfrei mit sexistischen Diskriminierungs- und Anmachversuchen umzugehen und auf homophoben und machistischen Dumpfsinn zu reagieren und sich abseits des heterosexistischen Mainstream auszuprobieren. Im Gegensatz zu den sonst vorhanden Nischen für sexuelle Minderheiten wurden dieses und andere damit zusammenhängende Projekte frei von Reduzierungen auf sexuelle Präferenzen gestaltet. Die Räumung des Besetzten Hauses war ein Ereignis, das sich einreiht in die lange Tradition deutschen Spießbürgertums, Ansätze alternativer Lebenskonzepte jenseits kapitalistischer Verwertungslogik anzugreifen.

Doch wir bleiben Alle!
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Again…

Nach fast einem halben Jahr ohne Beitrag wird es hier in unregelmäßigen Abständen wieder weiter gehen. Bevor ich richtig losstarte werde ich erst einmal versuchen das Design dieses Blogs zu erneuern – eventuelle Scherben beim Umbau bitte ich zu entschuldigen. Bis dahin – herzliche Grüße, Aergernis!

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