Ist Musik eine Ware wie Fischmehl oder Schrauben?

Ja!

In der aktuellen Ausgabe der Spex weiß der Vorstandsvorsitzende des „Bundesverband Musikindustrie“, Dieter Gorny, Adorno für sich in seinem Kampf für das Urheberrecht zu gebrauchen:

[…] Kunst ist immer eine Leistung von Individuen. Also gehören die Individuen auch entlohnt. Ganz im Sinne Adornos übrigens, der ja ebenfalls gesagt hat, dass die Künstler Individuen sind, die spüren, dass sie die Kunst weitertreiben müssen. […]

Und vorher sagte er:

[…] Es mag also paradox erscheinen, dass Inhalte, die unser gesellschaftliches Leben reflektieren und mitgestalten, auch Wirtschaftsgüter sind. Aber so ist es nun einmal. […]

Naturgesetz eben. Er hat aber nicht nur von Adorno gelernt, sondern auch von der RAF. Einer wird getroffen, alle sind gemeint:

[…] Wichtig jedoch ist, dass die Botschaft [von Gerichtsverfahren gegen Raubkopierer, Anm. ae] ankommt und die lautet: „Tu’s nicht!“ […]

Und zum Schluss:

[…] Da wird die Industrie pauschal kritisiert – und übersehen, dass der Großteil der Industrie aus Mittelstand, gefährdeten Arbeitsplätzen und entgegen aller Vorurteile aus inhaltlicher Vielfalt besteht. Die ganze Debatte ist eine Katastrophe! […]

Das stimmt. Und zwar weil in dieser Debatte keine_r den Kapitalismus abschaffen will.


1 Antwort auf “Ist Musik eine Ware wie Fischmehl oder Schrauben?”


  1. 1 pablo 18. Januar 2009 um 15:22 Uhr

    Das erste Zitat allein ist schon haarsträubend.

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