Blog-Freiheit

Aftershow hat mich gefragt, warum ich nur noch über meine Träume schreibe. Nun, es stimmt nicht.

Heute ein Beitrag, den jede_r kritische_r Blogger_in interessieren durfte. Aus der Taz vom 7. März:

Wer als Blogger im Nahen Osten seine Meinung veröffentlicht, riskiert nicht nur böse Kommentare, sondern auch seine Freiheit – so wie der ägyptische Student Abd al-Karim Mabil Suleiman … Suleiman wurde vor wenigen Tagen wegen Beleidigung des Islam und Verleumdung von Präsident Mubarak zu vier Jahren Haft verurteilt. Ein Fall, der sich beliebig in die Reihe inhaftierter Kritiker des ägyptischen Regimes einordnen ließe. Hier handelt es sich um mehr: Erstmals wurde ein Blogger für regierungskritische Äußerungen weggesperrt. Seine persönlichen Ansichten, im Internet publik gemacht unter dem Pseudonym Kareem Amer, vernichteten binnen Wochen die Existenz des 22jährigen. In seinem Webblog hatte der ehemalige Jurastudent der sunnitischen Al-Azhar-Universität vorgeworfen, sie vermittle „extremistisches Gedankengut“, zudem nannte er Mubarak ein „Symbol der Diktatur“. Anfang 2006 flog er für seine Ansichten von Al-Azhar, der ältesten und meistgeachteten Bildungseinrichtung der muslimischen Welt. Wenig später folgte die Verhaftung, darauf vermutlich Folter und nun die Verurteilung. Proteste von Menschenrechtsorganisationen blieben erfolglos. Suleimans Anwalt ist in Berufung gegangen. Experten sehen geringe Chancen … Ägypten ist kein Einzelfall. Reporter ohne Grenzen veröffentlichen jährlich eine Liste der „größten Internetfeinde“, also jener Staaten, die eine feine Meinungsäußerung im Netz am heftigsten überwachen und unterdrücken. Fünf der 13 Länder liegen im Nahen Osten. Neben Ägypten und Saudi Arabien ist vor allem der Iran in den Fokus der Medien geraten. Hier besteht seit Jahren eine vitale Bloggerszene, Schätzungen gehen von bis zu 700.000 Internettagebüchern aus. Entsprechend repressiv ist das Vorgehen der Regierung Ahmadinejad. 2003 wurde mit Sina Motallebi weltweit die erste Bloggerin verurteilt. 2005 landeten 20 Blogger im Gefängnis, einer davon, Ahmad Reza Shiri, wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Omid Sheikan erhielt für seine satirischen Cartoons ein Jahr Gefängnis und 124 Peitschenhiebe. Etwa 10 Millionen Webseiten, die sich kritisch mit Frauenrechten, dem Islam und Politik beschäftigen, sind gesperrt, Internetprovider unter Druck gesetzt.

Kampf dem politischen Islam!

Zentralrat der Exmuslime


3 Antworten auf “Blog-Freiheit”


  1. 1 strangeboy 18. April 2007 um 18:39 Uhr

    Dass ist natürlich krass, hatte das gar nicht mitbekommen, kommt es ja nicht selten vor, das wir die selbe oder gar die gleiche Zeitung lesen…
    Auf jeden Fall ist das der Hammer, hätte nicht gedacht, dass das zu erst in Ägypten passiert, sondern eher in anderen islamistischen Ländern. So ist Ägypten ja das erste und bisher einzige Land, welches in der arabischen Liga das Existenzrecht Israels annerkennt.
    Die Seite der Ex-Muslime gefällz mir, werde sie gleich verlinken…
    Strangy

  2. 2 Geburtstagsgeschenke 15. September 2007 um 15:53 Uhr

    unglaubliche Geschichte, wäre nie drauf gekommen, dass sowas möglich ist.

  1. 1 Das Höhlengleichnis oder ein guter Tip für Aftershow | Provinzblog Pingback am 27. August 2007 um 21:06 Uhr
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