Archiv für April 2007

Wer lehrt an der Bauhaus-Uni?

mister krause

Wenn mensch auf der Homepage der Bauhaus-Universität Weimar nachschaut welche externen Lehrkräfte in der Fakultät Gestaltung aktiv sind, so stößt mensch auch auf folgenden Namen: Dr. Peter D. Krause. Dieser gewisse Herr Krause bietet unter dem Titel „Verführen, Inszenieren, Überzeugen“ ein Rhetorik-Seminar an. In der Beschreibung des Seminar heißt es, mensch wolle mit der Rhetorik eine Form der Kommunikation analysieren, die „die wirkungsorientiert, also auf die Überzeugung oder Überredung des Adressaten hin ausgerichtet ist.“

Das alles mag noch nicht sonderlich fragwürdig erscheinen, wenn mensch beachtet, dass in der Fakultät Gestaltung auch die Gestaltung von Werbung gelehrt wird und dabei die Rhetorik wie sie in der Seminarbeschreibung geschildert ist, durchaus von Nützen sein könnte. Weiß mensch jedoch wer dieser Dr. Peter D. Krause ist, dann dürfte einem recht mulmig werden. Dieser Peter Krause sitzt seit 2004 für die CDU im Weimarer Stadtparlament und ist dem neokonservativem/neurechten Spektrum zuzuordnen. Er schrieb mindestens drei Jahre für die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ und einige Zeitung bei der nicht weniger schlimmen „Preußischen Allgemeine – Ostpreußenblatt“. Im Nachhinein hat sich Krause nie von der Jungen Freiheit distanziert und beschreibt die JF als „spannendes Projekt“ und „völlig offenes Debattenblatt.“ Auch durch seine Äußerungen wird immer wieder klar, dass er die Nähe zu dem Spektrum, welches durch die JF vertreten wird, nie verloren hat. So hetzte er in einem Interview im Weimarer Lokal Sender „Radio Lotte“ gegen das alternative Jugendzentrum „Gerberstraße“ und inszenierte am 9. Februar eine Gedenkstunde für die Opfer des allierten Luftangriffes auf Weimar 1945. Daraufhin folgte ein Zeitungsartikel im Anzeigenblatt „Hallo Weimar + Apolda“, der vor Geschichtsrevisionismus und Opfermythen nur so strotzte.

Sollte es eigentlich reichen, dass er Mitglied einer Partei ist und somit nichts als Lehrkraft in einer Uni nichts verloren hat, so reicht in diesem Fall nicht einmal seine fragwürdigeVergangenheit. Doch es ist nicht nur seine Vergangenheit, die augenblicklich für einen Skandal sorgen sollte, sondern es ist seine gesamte ideologische Ausrichtung. Er bezieht sich nicht nur (typisch für Konservative) positiv auf Friedrich Schlegel, der in seiner Anfangszeit zwar durchaus dem emanzipatorischen Bürgertum zuzordnen war, aber später in reaktionäre Gefilde abgerutsch ist, sondern beispielsweise auch auf den Soziolohen Arnold Gehlen. Arnold Gehlen war ein Philosoph und Soziologe, der in seinen Veröffentlichungen während der Nazizeit die nationalsozialistische Ideologie vertrat (beispielsweise wollte er in einer Publikation von 1940 „die Überlegenheit der arischen Rasse am Beispiel der SS“ belegen). Nach 1945 wurden Gehlens Werke jedoch wieder veröffentlicht und in manches Lehrprogramm aufgenommen, die entsprechenden Stellen wurden einfach herausgenommen. Ähnlich bezieht sich Krause auf den Dichter Gottfried Benn, der im Dritten Reich zwar Schreibverbot bekam, aber nie gegen die Nazis geschrieben hat. Im Gegenteil: Er schrieb für die nationalsozialistische Ideologie und war 1934 Viezepresident der „Union Nationaler Schriftsteller“. 1935 bemühte sich Benn erfolgreich um den Eintritt in die Wehrmacht. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Benn zunächst für seine Haltung im Nationalsozialismus kritisiert, dann aber wohlwollend in die deutsche Mitte aufgenommen. Für das Sommersemester an der Bauhaus-Universität in Weimar hat Krause angekündigt unter anderem die Rhetorik von „Mein Kampf“ zu untersuchen.

Für Weimar, die Vorreiter-Stadt im Nationalsozialismus aus der das Bauhaus vertrieben wurde, sind solche Vorfälle wohl typisch. Auch für die Bauhaus-Uni, die sich 2001 von der ursprünglichen Bauhaus-Bewegung distanziert hat, scheint so etwas nun zur Normalität gehören. Hoffentlich sind auch die Studenten noch nicht ganz verloren… Zumindest wurden auf der Pinnwand, dem Forum der Uni-Homepage einige kritische Beiträge gepostet. Doch diese sind nun verschwunden. Ein letzter Beitrag im Forum:

Wo sind die Beiträge hin???

Seltsam, gestern Abend konnte man noch einige sehr interessante Beiträge zum Rhetorikproblem an dieser Stelle finden, doch heute ist alles bereinigt!
Die Universität beruft sich auf Meinungsfreiheit und löscht gleichzeitig unbequeme, im Sinne der Studierenden verfasste, Artikel einfach von der Pinnwand.
Wo sind Sebastians, Jans und meine Kommentare verblieben?
Auf Anfrage bei Frau Billing wird die Sache einfach totgeschwiegen…

Vielen Dank für die imaginäre Pluralität die hier vorherrscht!

In diesem Sinne…

Veranstaltungshinweis

Vortrag:

„Es ist die Aufgabe der Ästhetik Aufruhr anzuzetteln.“

CoBrA, Bauhaus Imaginiste, Lettristen und
DIE SITUATIONISTISCHE INTERNATIONALE

25. April 19:00 Uhr in der Schulkantine des Goethegymnasiums Weimar

Blog-Freiheit

Aftershow hat mich gefragt, warum ich nur noch über meine Träume schreibe. Nun, es stimmt nicht.

Heute ein Beitrag, den jede_r kritische_r Blogger_in interessieren durfte. Aus der Taz vom 7. März:

Wer als Blogger im Nahen Osten seine Meinung veröffentlicht, riskiert nicht nur böse Kommentare, sondern auch seine Freiheit – so wie der ägyptische Student Abd al-Karim Mabil Suleiman … Suleiman wurde vor wenigen Tagen wegen Beleidigung des Islam und Verleumdung von Präsident Mubarak zu vier Jahren Haft verurteilt. Ein Fall, der sich beliebig in die Reihe inhaftierter Kritiker des ägyptischen Regimes einordnen ließe. Hier handelt es sich um mehr: Erstmals wurde ein Blogger für regierungskritische Äußerungen weggesperrt. Seine persönlichen Ansichten, im Internet publik gemacht unter dem Pseudonym Kareem Amer, vernichteten binnen Wochen die Existenz des 22jährigen. In seinem Webblog hatte der ehemalige Jurastudent der sunnitischen Al-Azhar-Universität vorgeworfen, sie vermittle „extremistisches Gedankengut“, zudem nannte er Mubarak ein „Symbol der Diktatur“. Anfang 2006 flog er für seine Ansichten von Al-Azhar, der ältesten und meistgeachteten Bildungseinrichtung der muslimischen Welt. Wenig später folgte die Verhaftung, darauf vermutlich Folter und nun die Verurteilung. Proteste von Menschenrechtsorganisationen blieben erfolglos. Suleimans Anwalt ist in Berufung gegangen. Experten sehen geringe Chancen … Ägypten ist kein Einzelfall. Reporter ohne Grenzen veröffentlichen jährlich eine Liste der „größten Internetfeinde“, also jener Staaten, die eine feine Meinungsäußerung im Netz am heftigsten überwachen und unterdrücken. Fünf der 13 Länder liegen im Nahen Osten. Neben Ägypten und Saudi Arabien ist vor allem der Iran in den Fokus der Medien geraten. Hier besteht seit Jahren eine vitale Bloggerszene, Schätzungen gehen von bis zu 700.000 Internettagebüchern aus. Entsprechend repressiv ist das Vorgehen der Regierung Ahmadinejad. 2003 wurde mit Sina Motallebi weltweit die erste Bloggerin verurteilt. 2005 landeten 20 Blogger im Gefängnis, einer davon, Ahmad Reza Shiri, wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Omid Sheikan erhielt für seine satirischen Cartoons ein Jahr Gefängnis und 124 Peitschenhiebe. Etwa 10 Millionen Webseiten, die sich kritisch mit Frauenrechten, dem Islam und Politik beschäftigen, sind gesperrt, Internetprovider unter Druck gesetzt.

Kampf dem politischen Islam!

Zentralrat der Exmuslime

Flog-Tour

Es gibt ein anderes Universum. Neben dem Blogsport-Universum wurde kürzlich das Foto-Log -(kurz Flog)-Universum (von aergernis) entdeckt. Das Flog-Prinzip funktioniert so: Jeden Tag kann der User ein Foto hochloaden. Darüber lacht der Blogsportler, denn er weiß, dass er so viele Bilder und Fotos pro Tag veröffentlichen kann wie er will.
Dennoch habe ich mich aufgemacht und eine kleine Tour durch das Flog-Universum gemacht und habe dabei doch einige interssante Entdeckungen gemacht. Hier die besten Fundstücke (die Bilder sind mit den jeweiligen Flogs verlinkt):

Eroné

specio

mmepoubelle

tristan_manco

ores

jeanclode

jdero

ardzn

fefe_talavera

theteddybearshow

xn28

Meine Tour war noch viel länger und es gab noch viel mehr tolles zu sehen. Ich empfehle jedem/jeder ebenfalls eine Tour durch dieses fremde Universum zu wagen.

Kopenhagen #5

Nun befinden wir uns also wieder daheim und ich weiß nicht, ob ich froh darüber sein soll.

Auf jeden Fall haben wir aber einen Rekord geschafft: Wir haben es innerhalb von weniger als 12 Stunden von Kopenhagen nach Home-Town geschafft! Von Kopenhagen nach Berlin wieder mit dem Graahundbus, am ZOB haben wir uns dann gleich an die Autobahnauffahrt in Richtung Leipzig gestellt, wo wir fast verzweifelt sind, bis uns ein Chirurg mitgenommen hat, der meinte, dass er 1987 ab der selben Stelle 6 Stunden lang stehen musste. Er war dann recht erstaunt, wie weit wir an diesem Abend noch kommen wollen und sehr entsetzt, dass wir NULL Geld haben. Also hat er uns dann in Halle am Bahnhof abgesetzt und uns zwanzig Euro in die Hand gedrückt (nicht für uns, sondern für seinen Seelenfrieden), damit wir mit dem Zug weiter können. Ein Sachsen-Anhalt-Ticket, die billigste Möglichkeit nach Hause, kostet aber 26 Euro. Also hat Panther in kürzester Zeit 6 Euro zusammengeschnorrt, wärend ich am Bahnsteig auf der Bank saß und laut Dada-Gedichte vorgelesen habe. Dann in der letzten Sekunde in den Zug gesprungen und auf gings nach Hause.

Zu Hause gleich wieder über die Ois geärgert, aber egal.

Die Erinnerungen und Gefühle meiner Reise nach Kopenhagen haben sich an folgende Sinneseindrücke gebunden:

Der Rauch von Kings-Zigaretten

Der Geschmack von Knusper-Müsli aus dem Bioladen (stolen food atstes better)

Dieses Lied:

Und die Titel-Melodie von Twin Peaks:

Folgende Bands haben sich nach dieser Mystery-Krimi-Serie benannt:

Madeleine Ferguson
Madam Germen
The Scarlet Letter

Ich grüße xn28 und Linus. Ohne euch ist Twin Peaks langweilig!

Kopenhagen #4

Es ist wirklich ein Aergernis wie wenig mensch in dieser Stadt von CoBrA finden kann.

Nachdem ich heute mit Muskelkater aufgewacht bin (Panther hat das heterosexuell und mænnlich weggesteckt), wir wieder im Freien Gymnasium fruehstuecken waren, uns dort ein paar feine Mode-Stuecke aus der Freebox mitgenommen haben, einklauen waren und zu Hause ein zweites Fruehstueck eingenommen haben, haben wir uns auf den Weg ins Statens Museum for Kunst gemacht. Dort angekommen, haben wir gleich an der Theke nach CoBrA gefragt und waren erfreut darueber zu erfahren dass es gleich einen ganzen Raum mit Bildern der Kuenstlergruppe gibt, die einen Schwerpunkt in Kopenhagen gehabt hat und wesentlich die spæteren Situationisten beeinflusst hat. Als wir dann in dem kleinen Raum angekommen sind, war ich persønlich etwas enttæuscht. Es war der Fall was ich schon vorher hætte wissen kønnen: Die Bilder wirken nicht in einem grossen staatlichen Kunstmuseum, aufgehængt auf engsten Raum. Die Erklærungen zu den Bildern haben sich auch darauf beschrenkt das Prinzip der Spontaneitæt in der Malerei zu benennen; kein Wort von radikaler Kapitalismuskritik, kein Wort Kritik der herrschenden Æsthetik, kein Wort von marxistischem Moment. Schliesslich wirkten die Bilder nicht als besondere Werke, so zusammenhangslos zwischen all der anderen modernen Kunst. Von Aufruhr nichts zu spueren.
Spannender wurde es dann im Book-Shop des Museums, wo es ein ganzes Buch mit Skizzen von Asger Jorn zu kaufen gab. Allerdings kostete es 600 Kronen. Ich war so kurz davor ohne zu bezahlen mit dem Buch rauszugehen, habe dann aber doch Muffensausen bekommen (wære Kojack doch nur da gewesen). Wer mir also eine Freude machen will kann mir dieses Buch ja schenken. Anstatt des Buches habe ich dann eine Postkarte mit diesem Motiv geklaut:

asger jorn - the weel of life

Angesprochen und tatsæchlich beruehrt, tief im Herzen und in der Seele, im Gehirn und im Gedærm, hat mich auch ein Bild von Carl Henning Pedersen. Dieses gibt es nicht im Internet, dafuer ein anderes:

carl henning pedersen - helhesten

Erinnert mich sehr an die Malerei von Xn28.
Ansonsten ist in Kopenhagen nicht viel zu finden. Der næchste Ort wære Lusienna, wo es ein paar CoBrA-Bilder in einem Museum gibt, dies ist nur mit dem Zug zu erreichen und ein richtiges CoBrA-Museum gibt es erst in Juetland, 300 km von Kopenhagen, ein paar Orte weiter soll es dort auch ein Asger-Jorn-Museum geben (vielleicht Ziel fuer eine andere Reise).

Zur Zeit befinden sich auch einige Bilder in Kopenhagen im Privatbesitz. Ein netter Typ aus Christiania hat uns erzæhlt, dass einige Kunstwerke demnæchst zerstørt werden sollen oder bereits zerstørt sind, da der Sinn der CoBrA-Kunst nicht in der Aufbewahrung liegt und mit dem Akt der Zerstørung gerettet werden soll. Auf jeden Fall besser, als die Bilder in einem Museum zu konservieren.

Ich schliesse mit einem Zitat von Asger Jorn: „Die Aufgabe der Æsthetik ist Aufruhr anzuzetteln.“

Copenhagen #3

Ok, wir kommen gerade vom Kampfsport und ich bin fertig, aber gluecklich. Das Training hat im freien Gymnasium stattgefunden und eine Aktivistin filmte das Training fuer eine Dokumentation ueber schwul/lesbische Aktivitæten in Kopenhagen. Das bedeutet, dass wir jetzt richtige Filmstars sind. Wir haben verschiedene kicks and punches gelernt und ich meinerseits glaube, dass ich um etliches weiter gekommen bin, was Selbstverteidigung betrifft. Besonders lehrreich war die Uebung zu dritt. Dies war auch die realistischste Uebung: Zwei Leute liefen Hand in Hand (die Stunde hatte den Abwehr von gay bashing als Schwerpunkt, also ein schwules Paar) und ein homophobes Arschloch greift die beiden an. Der Angreifer wird sich einen von beiden aussuchen um ihn anzugreifen. Die Konzentration des Angreifers liegt also hauptsæchlich auf eine Person des Pærchens. Das bedeutet, dass der Partner, der nicht Opfer der Hauptaggression ist, hinter den Ruecken des Angreifers gelangen kann. Der Angreifer ist nun in einer schwierigen Lage und wird dementsprechend verwirrt sein. In der Mitte stehend muss er sich nun entgueltig fuer einen der beiden als Haupt-Konflikt-Partner entscheiden. Wenn er diesen angreift, kann derjenige der hinter dem Ruecken des Angreifers steht einen der Tricks anwenden die wir zuvor gelernt hatten. Er hat KEINE CHANCE! Hahaha.
Panther musste hin und wieder lachen als er meine Uebungen sah. Jaja, es wohnt wohl ein Vogel in mir. Flattter. (S., du muesstest das kennen (-; )

Bekæmp Homophobi

Nach dem Kampfsport sind wir zuerst ins Folkets Huset gegangen und haben Faxe Kondi getrunken, die leckerste Limo der Welt und anschliessend sind wir in ein Lesecafé gegangen wo es lecker und billig Volxkueche gab. Dieses Lesecafé kenne ich bereits von meinem ersten Besuch in Kopenhagen. Hier hatte Xn28 mit einer Freundin ein dadaistisches Theaterstueck mit Duft-Show vorgefuehrt. Anschliessend haben wir drei Lieder vorgespielt die wir zufor in Xn28 WG aufgenommen hatten (ich habe Geige und Fløte gespielt). Anschliessend wurden Gedichte vorgetragen (ich sprach ein selbstgeschriebenes – es ist sehr kurz: der speisentrunk ertrinkt im tank). Anschliessend wurde ausgiebig und unter Neonlicht zu Dænemarks erster Punkband getanzt. Eine der geilsten Partys meines Lebens, die ich niemals vergessen habe.
Doch zurueck zum heutigen Tag. In dem Lesecafé habe ich viele Bekannte getroffen. Das wiedersehen war herzhaft. Jakob, der Gitarrist von Tungsind hat mir erzæhlt, dass die Zerstørung des Ungdomshuset nicht nur ein schwerer Schlag fuer die linke Szene in Kopenhagen war, er fuerchtet sogar dass sie sich nicht erholen kønnte. Die Stadt versucht derzeitig mit allen Mitteln zu verhindern, dass ein neues Jugendhaus entsteht. Auf der letzten Torsdagsdemo (jeden Donnerstag findet eine grosse Demo statt, die eine Aufarbeitung der Geschehnisse fordert) haben die Bullen einem Aktivisten den Arm gebrochen. Die Bullen gehen auf show force. Ein 16-Jæhriger Aktivist sitzt seit der Ræumung im Knast. Er darf nicht besucht werden und Briefe werden ihm nicht zugestellt. Er ist nicht der einzige der sitzt.

Anschliessend haben wir uns mit anderen leuten unterhalten, die ebenfalls beim Training gewesen waren. Sehr nett. Wir haben neue Freunde. Als Panther dann auf Dænisch Solidaritæt mit Israel fluesterte, kam es dann wie zu erwarten zu einer Diskussion ueber Palæstina und Israel. Ich denke wir konnten einigermassen unseren Standpunkt zum Thema verteidigen. Natuerlich haben wir nicht nur darueber geredet, es gab viele Dinge auszutauschen und ich denke wir konnten den Grundstein fuer einen allerliebsten Kontakt legen.

Jetzt sitzen wir in der WG und schauen Twin Peaks (Mark Frost – Yeah) und ich rufe hin und wieder Madeline Ferguson!!

In diesem Sinne, liebe Gruesse.

Ps.: Homies, wir haben allerliebste Aufnæher fuer den Infoladen bekommen!
Pps.: S., danke fuer die sms. One million kisses.
Ppps: Xn28 hat gerade gerufen: Ich will eine Zahnspange!!!

Cøbenhavn #2

Was also beim letzten Bericht noch geheim und heimlich war, kann ich euch nun offenbaren. Wir waren bei einer Hausbesetzung dabei. Mads hatte uns erzæhlt, dass es sich um ein Haus handelt, welches seit einigen Tagen schon inoffiziell besetzt ist und nun mit einer Party offiziell besetzt werden sollte. Der Treffpunkt war nachts um 1 an einer Metro-Station St. Christiansen, also ganz in der Næhe von Christiania. Also sind wir da mit der Ultra-Cyber-Ubahn hingefahren. Gleich als wir aus der Metrostation rauskamen, erblickten wir ein Polizei-Auto. Jedoch sahen wir auch schwarz angezogene Menschen, die in einer Seitenstrasse standen, die wir dann gleich gefragt haben ob sie auch zu der Besetzungs-Party wollten. Sie meinten ja, aber noch keiner weiss wo das Haus ist. Es war also bis dahin geheim gehalten worden. Irgendwann waren dann die Bullen weg und es kamen immer mehr Leute. Als es ca. 60/70 Leute waren setzten sich alle in Bewegung und scheinbar wusste nun jemand wo es lang geht. Es liefen immer zwei rennende Scouts vorneweg oder durch die Seitenstrassen. Schliesslich standen wir an einem grossen, beleuchteten Hafenplatz und alle blieben stehen. Wir fragten was los sei und jemand erzæhlte uns, dass wir noch auf mehr Leute warten. Als dann noch ein kleiner Menschenhaufen hinzukam ueberquerten wir den Platz und eine Frau øffnete eine Tuer und drin waren wir. Ein Hafengebæude, welches anscheinend gerade renoviert wurde. Ein wunderschønes Haus. Nachdem sich alle das Haus angeguckt hatten, verteilten sich die Leute im Haus und es wurde sich gemuetlich gemacht. Schliesslich kamen sogar Leute mit Bollerwagen und brachten Møbel mit. Die Helden des Abends wurden wir dadurch, dass wir eine Lampe aus dem Keller abschraubten und in die unbeleuchtete erste Etage ummontierten. Schliesslich haben wir noch einen dunkelhæutigen Kiffer kennengelernt, der deutsch sprechen konnte und aussah wie ein Kønig, da er einen roten Umhang trug.
Komischer weise gingen mit der Zeit jedoch immer mehr Leute nach Hause. Schliesslich stand nicht einmal mehr jemand draussen, der guckte ob die Bullen kommen. Also haben wir beunruhigt unseren Kiffer-Freund gefragt ob es denn ueberhaupt eine Taktik gæbe das Haus zu halten. Der meinte, dass es ihm auch eher unorganisiert vorkommt, dass er aber glaubt, dass die Party viel mehr ein Zeichen ist, dass es jedes Haus sein kann, als eine ernsthafte Hausbesetzung und dass dieses Haus fuer heute Nacht uns gehørt und dass eventuell eine Besetzung daraus werden kønnte. Also haben wir noch ein bisschen gechillt und Wein getrunken und sind dann gegen um 4 nach Hause gewatschelt.
Als wir dann aus einem Falaffel-Shop rauskamen, der erstaunlicher Weise um diese Uhrzeit noch geøffnet hatte, fiel mir auf, dass es nach Rauch roch. Kurze Zeit spæter, sah mensch den Rauch in der Luft. Und dann kamen wir direkt an einem Feuer vorbei, das anscheinend jemand gelegt hatte. Wir fragten jemanden was hier denn los ist, doch der meinte nur, dass er jetzt die Polizei rufen werde. Die war dann auch wenige Augenblicke spæter da und wir haben uns lieber schnell verkruemelt. Wir wissen nicht was es gewesen ist, es sah aber eher wie eine sinnlose Zuendelei aus.

Die Kæmpfe um das Ungedomshuset muessten aber noch gut in den Erinnerungen der Einwohner sein: Ueberall in der Stadt sieht man Graffity mit Kriegserklærungen und Forderungen nach einem neuen Jugendhaus. Ueberall sieht man die Nummer 69. Auch die Spuren von den Strassenkæmpfen sind noch ueberall zu sehen: Verschmorter Asphalt, eingeschmolzene Flaschen, eingebranntes Holz auf der Strasse.
Zur Zeit gibt es in Kopenhagen zwei neue Treffpunkte: Das Folkets-Huset (anscheinend ein Gewerkschaftshaus) und das Free Gymnasium. Bei letzterem handelt es sich um eine freie Privatschule mit einem sehr freheitlichen Lern-Modell. Vieles ist erlaubt: Graffity, takken, Plakate kleben. Ausserdem haben die Schueler sehr viel mitzubestimmung. Einmal in der Woche gibt es eine Vollversammlung, in der jeder reden darf. Ausserdem werden die Schueler in die Organisation des Schulalltages mit eingebunden, so zum beispiel beim Essen kochen (es gibt jeden Tag billig veganes essen, auch fuer Nicht-Schueler). Die Schueler kønnen die Ræume des Gymnasiums uneingeschrenkt benutzen und es duerfen auch ausserschulische Dinge in den Ræumen organisiert werden. So findet seit der Ræumung des Ungdomshusets hier das Montags-Plenum statt, in denen alle politischen Sachen besprochen werden, in letzter Zeit also vorwiegend die Erkæmpfung eines neuen Hauses.

Vorgestern Abend, nachdem ich Panther eine Fuehrung durch Christiania gemacht hatte, wollten wir auf eine Piratenparty gehen. Eine Piratenparty funktioniert folgendermassen: Eine Gruppe von Leuten organisiert ein leerstehendes Haus, sorgt eventuell fuer eine mobile Sound-Anlage und Getrænke und bereitet das gekaperte Objekt vor. Dann wird ein erster Treffpunkt bekannt gegeben, der ueber sms und Mund-zu-Mund-Propaganda die Leute erreicht. Wir hatten also die Info, dass wir uns 23 Uhr an einer S-Bahnstation in einem Bonzenviertel treffen, welches ein wenig ausserhalb von Kopenhagen lag. In diesem Viertel hat auch das Fadderhuset seine Hauptzentrale, also die Sekte, die fuer den Abriss des Ungdomshuset verantwortlich ist. Also Party in der Høhle des Løwen…
Als wir den Treffpunkt erreicht hatten, waren bereits 30/40 Leute da. Diesmal wurde nicht lange gewartet und die Leute setzten sich in Bewegung. Nachdem wir dann eine Weile gelaufen waren, fuhr ein Bullenaute an uns vorbei und fuhr dann ganz langsam vor uns her. Wir beide wollten erst stoppen, doch die Kopenhagener waren ganz relaxed und haben sich nicht von den Bullen støren lassen. Die sind uns dann bis zu einer Bruecke gefolgt, auf der dann alle stehen geblieben sind. Die Bruecke ueberfuehrte eine Gleisanlage und es waren auch einige grossræumige Bahngebæude da unten. Schliesslich riefen uns zwei Mædchen von unten zu, dass dies das gekaperte Gebæude sei, wir aber nicht runterkommen sollten, da die Bullen schon unten seien. Mist. Und zu diesem Zeitpunkt hatte es sich schon so richtig eingeregnet. Also standen die Leute auf der Bruecke rum und haben sich unterhalten. Von Zeit zu Zeit kamen immer wieder kleinere Menschengruppen dazu. Schliesslich meinten die Leute anscheinend, dass sie genug seien, und alle sind zusammen runtergegangen um, egal was die Bullen sagen, in das Haus reinzugehen. Die Menge liess sich dann aber dann doch von den zwei (!) Beamten aufhalten, die fieserweise Hunde dabei hatten. Dafuer wurde dann das Bullenauto, welches die beiden fahrlæssigerweise unbeaufsichtigt stehen lassen hatten, auf dem Rueckweg komplett entglast.

Gestern waren wir auf dem Montags-Plenum. Es waren jedoch nicht viele Leute da (ca. 20) und es wurde auch nicht sehr viel gesprochen, sodass das Plenum auch ziemlich schnell zu Ende war. Heute werden wir zum Kampfsport-Training gehen, welches auch frueher mal im Jugendhaus stattgefunden hat.

Viele Gruesse an die Homies…

Kopenhagen #1

Halli Hallo, ich melde mich aus Kopenhagen.

Am Donnerstag habe ich mich zusammen mit Panther an die Autobahn gestellt und unsere Reise begann. Wir mussten nicht sehr lange warten und schon hat uns ein seltsamer Zirkus-Mittelalter-Sozialpædagoge mit bis nach Berlin genommen. In Berlin haben wir S. getroffen und haben eine Nacht bei dem Gitarristen von Radio Havanna uebernachtet. Am næchsten Morgen sind wir dann in aller herrgottsfruehe aufgestanden um mit dem Bus nach Kopenhagen zu fahren. Den Busfahrer mussten wir anschwindeln, dass wir reserviert hætten, sonst wæren wir nicht reingekommen. Der Bus war gerammelte voll.

In Kopenhagen angekommen sind wir als aller ersters zu den Ruinen des Ungdomshusets gelaufen. Ein trauriger Anblick: Einfach eine Bauluecke, als wære nichts gewesen. Die Leute trampeln mit ihren Trampeltier-Fuessen ueber die Blumen, Kuscheltiere und Schilder, die ehemalige Aktivist_innen, Freund_innen und Besucher_innen des Ungdomshusets dort hinterlassen haben. Sad.
Als wir bei unserem kopenhagener Freund Xn28 angekommen waren, stellte sich erstmal heraus, dass dieser nicht zu Hause war und erst am Sonntag zurueck kommen wuerde . Nachdem uns dies ein Mitbewohner von Xn28’s WG durch die Sprechanlage mitgeteilt hatte, standen wir erst mal vøllig verwirrt, verwundert, vergriesst, bedeppert vor der Haustuer und wussten nicht was wir tun sollten. Besetztes Haus – gibts nicht mehr. Auf der Strasse pennen – zu kalt im Norden. Zu den Bullen gehen – ACAB. Also haben wir uns ein Herz gefasst und klingelten ein zweites mal. Die haben uns dann rein gelassen und aaaach: Ihr seid die Germans. Xn28 hatte uns natuerlich eine Nachicht hinterlassen und wir wurden in unser Zimmer eingewiesen. Auf einem Zettel hatte uns Xn28 mitgeteilt, dass wir ihn am Abend auf einer Piratenparty treffen koennen oder am Morgen in der WG. Von wegen erst am Sonntag zurueck. Also haben wir uns erstmal von den Strapazen der Reise erholt und uns dann mit der Mitbewohnerin von Xn28 unterhalten. Sie wuerde uns dann mit zu der Piratenparty nehmen, deren Treffpunkt noch nicht bekannt gegeben ist. Dieser wuerde ihr zehn Minuten vor Partybeginn per Handy zugespielt werden. Also haben wir auf den Anruf gewartet und uns wie zwei kleine Kids auf die Party gefreut. Panther ist dann schon mal weggeratzt. Ich hielt mich muehsam wach und kæmpfte einen erbitterten Kampf gegen den Schlaf. Ein gemeiner Gegner. Ich kæmpfte bis halb 2, der Anruf kam nicht, dann kapitulierte ich. Schade scheisse.

Heute morgen wachte ich auf und Xn28 sass an meinem Bett (ein Sofa, welches sehr viel Bedeutung fuer mich hat) und nach einer meinerseits verpeilten Begruessung erzæhlte er uns von der Party. Die soll phæenomenal gewesen sein mit ueber 1000 Leuten in einer leerstehenden Fabrikhalle. Die Bullen sollen auch vorbeigeguckt haben, nachdem sie aber kurz reingelunst haben, sind sie von Dannen gezogen. Arrhh, was haben wir verpasst.

Xn28 musste dann zur Arbeit und nachdem wir einkaufen waren, haben wir einen sehr netten islændischen Punk kennengelernt, der ebenfalls gerade in der WG zu Gast ist. Er hat dann mit uns eine kleine Sight-Seeing-Tour gemacht. Unter anderem hat er uns das Folket-Huset gezeigt, ein Haus, welches gerade als neuer Treffpunkt fuer die linke Szene fungiert. Dann sind wir ein bisschen shop-liften gegangen und haben uns das Diebesgut zu Hause gut schmecken lassen. Stolen food tastes better.

Dann ist Panther wieder weggeratzt. Ich schub Wache und bildete mich weiter, in dem ich Dada-Gedichte las. Der Islænder hat sich dann verkruemelt und wir haben uns nach situationistischer Manier ein bisschen durch die Grossstadt treiben lassen. Auf dem Rueckweg nach Hause sind wir zufællig an einer Scienthology-Church vorbeigelaufen. Wir wollten gleich mal ein spassiges Foto davon machen, als uns ein langhaariger ansprach, dass es gefæhrlich sein koennte hier Fotos zu machen. Er erzæhlte uns, dass ihm schon einmal die Kamera von Sektendienern gewalttætig abgenommen wurde, als er ein Foto gemacht hatte. Kurioser Weise erschien im næchsten Moment ein Ehepaar, welches sich direkt vor die Kamera stellte und uns freundlich fragte, warum wir denn Fotos von dieser Kirche machen wuerden. Von diesem Moment war eigentlich alles klar. Wir sagten: Weil es interessant ist. Sie fragten: warum es denn interessant ist. Wir sagten: Æhmm, es ist eine Sekte. Die fragten: Warum ist es denn eine Sekte. Ab da sprang dann der langhaarige Dæne fuer uns ein und versuchte zu erklæren, dass die Church of Scientology einfach nur krank, okkult und menschenverachtend ist. Das Ehepaar konterte eigentlich die ganze Zeit ueber mit Gegenfragen. Irgendwann meinte der Langhaarige koenne sehen wer Gott in sich trægt und wer nicht und er koenne sehen, dass die Scientology-Leute den Teufel in sich tragen. Daraufhin fragte das Ehepaar, woher er denn das sehen kønnte, der Langhaarige meinte er habe es von Gott gelernt, hat einen schønen Tag gewuenscht und sich eiligen Schrittes entfernt. Dem taten wir gleich, doch da viel uns etwas wie Schuppen von den Augen: Aus einem Fenster der Sekten-Zentrale hing eine Israelfahne. Also sind wir nochmal zurueckgelaufen und haben das Ehepaar gefragt warum diese Fahne denn da hængt. Sie meinten, dass gerade Israelis zu Gast gewesen wæren, dass es durchaus in Israel Anhænger von Scientology geben wuerde und dann haben sie uns erøffnet, was eigentlich von Anfang an klar gewesen ist: Die beiden sind seit 30 Jahren Mitglieder. Uhh, wir haben uns dann eiligst verabschiedet.

Auf dem weiteren Rueckweg haben wir dann noch ein Boykott-Israel-Grafitty entdeckt. Traurig aber wahr: Auch die dænische Linke ist auf diesem Gebiet alles andere als fortschrittlich…

Jetzt sind wir wieder in der WG, haben Xn28 noch einmal richtig begruesst. Er ist schon wieder los und wir wissen was wir heute Nacht tun werden: Wir werden….. – Nein, das ist noch geheim. Ich werde es euch morgen schreiben. Ich kann es wirklich nicht verraten.

Bis dahin gruesse ich meine tolle Lesergemeinde und wuensche meinen Homies eine Gute Nacht im Drecks-Deutschland. Einen Gruss vom Panther soll ich ausrichten.

Spæter wird es eine kleine Foto-Show von unserer Reise geben.

Save your Unterbewusstsein #6

(Wird ja langsam ein Traumblog. Naja in den Ferien träumt man mehr.)

Ich habe geträumt, ich hätte zusammen mit S. zwei Wochen in Kopenhagen verbracht. Ich erinnere mich, dass wir in den Tagen bevor wir losgefahren sinn ziemlich viele Partys gemacht haben. Ich erinnere mich an die Szene während einer Party, wo ich am Rand eines Brunnens balancierte.
Nun gut. Die Zeit in Kopenhagen habe ich im Traum übersprungen. Ich weiß nur, wie uns meine Eltern abgeholt haben und ich irgendwie panische Angst hatte, dass ich nicht rechtzeitig am Montag in der Schule bin. Auf der Fahrt haben wir dann in Dresden halt gemacht und haben uns dort irgendwie aufgehalten. Auf einmal war S. nicht mehr S., sondern Paulchen Panther. Nichtsdestotrotz sind wir durch Dresden gelaufen um zu gucken was los ist. Zu erst haben wir eine Punkerin getroffen, die wusste nicht was los ist, ist aber mit uns mitgelaufen. Dann meinte ich zu P.P.: „Mensch, do vorne bei den Garagen da ist doch ne Punker-Bruchbude, dort haben wir doch mal Emmes besucht.“ Er antwortete: „Ja Mann, da habe ich selbst mal drin gewohnt.“ Wir sind dann aber nicht reingegangen, weil es uns zu dreckig war.
Irgendwann sind wir dann in die Innenstadt gekommen und sind zufällig an einem Gelände der deutschen Bahn vorbeigekommen. Dort haben sich gerade ziemlich viele Bahnbeamte Knüppelrüstungen angezogen, wie sie sonst nur von Polizisten getragen werden. Wir sind stehen geblieben, da wir uns gedacht haben, dass es hier interessant für uns werden könnte. Und tatsächlich: Auf einmal flogen von der gegenüberliegenden Straßenseite Wurfgeschosse auf die Bahnbeamten, die ich nicht genau identifizieren konnte (ich glaube es waren Golfbälle). Geworfen wurden sie von einem Haufen Autonomer, unter ihnen auch fubar Wir gesellten uns zu ihnen und plötzlich war auch metallicterry da. Wir beobachteten was auf der anderen Seite der Straße auf dem Gelände der Deutschen Bahn geschah. Und dies war höchst seltsam. Die Bahnbeamten verzogen sich größtenteils in ein Gebäude auf dem Gelände. Dafür öffnete sich eine Tür im selben Gebäude und ein Castor kam herausgefahren.

castor

Der Castor fuhr immer vor und zurück und stieß gegen das Tor, welches das Bahngelände umgrenzten. Wir wussten nun nicht genau was das zu bedeuten hat und haben deswegen bei einem der Bahnbeamten nachgefragt. Der meinte, dies sei eine Demonstration zum Beweis dafür, dass Castortransporte völlig ungefährlich sein. Das fanden die Autonomen beschissen und haben wieder mit den Golfbällen geworfen. Daraufhin hat sich der Castor wieder verzogen und wir sind in das Gelände eingedrungen. Die ganzen Bahnbeamten wollten deeskalierend auf uns einreden und einfach mit uns mal über die Sache diskutieren. Zuletzt kamen sie sogar an und haben uns Bücher geschenkt, die alle etwas mit Eisenbahn zu tun hatten. Irgendwann wurde mir und P.P. und metallicterry das zu bunt und wir haben uns mit ein paar anderen Autonomen entfernt. Beim Rückzug habe ich mich versucht krampfhaft an eine Parole zu erinnern, die ein Thema anspricht, welches im Gegensatz zu Castor-Transporten viel zu wenig Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit genießt (11.000 Kinder). Schließlich erinnerte ich mich an die Parole und rief: „Der Zug war schnell, die Nacht war kalt, sie brachten sie nach Buchenwald.“ (Habe ich mir wohl im Traum ausgedacht, denn ich habe das noch nie gehört) Doch aus meinem Mund kamen irgendwie nur total komische Klänge, sodass man zwar verstehen konnte was ich rief, es aber total seltsam klang und nicht den Sinn transportierte. Kurz bevor ich aufgewacht bin, hat mir einer der Autonomen vorgeworfen, ich würde aus einem Horrorfilm zitieren.

Bei der Gelegenheit viele Grüße ans PaulchenPantherchen. Alles gute zum Geburtstag und:

Und liebe Grüße an S. in der Ferne. Ich vermisse dich und: