Wutpilger Streifzüge 11-2018

In der Novemberausgabe der Sendereihe Wutpilger-Streifzüge beschäftige ich mich mit Richard Müller und den revolutionären Obleuten – ein klandestines Netzwerk von gewerkschaftlichen Vertraunsleuten, das während des 1. Weltkrieges 3 politische Massenstreiks organisiert hatte und das maßgeblich in der Novemberrevolution gewirkt hat. Grundlage ist u.a. ein Gespräch mit Ralf Hoffrogge, der eine Biographie über Richard Müller geschrieben hat. Siehe auch: Senderreihe zur Novemberrevolution mit zahlreichen Gesprächen.

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Das berühmteste Werk eines Bauhäuslers

Im Zuge der Debatte um das Konzert der Band Feine Sahne Fischfilet in Dessau haben sich auch Besorgte Bauhäusler zu Wort gemeldet. Deren Statement war eigentlich das Interessanteste, was in der Debatte zu hören war und las sich so:

Wer vom Bauhaus redet ohne an die Shoa zu denken, soll bitte die Klappe halten!

Es wurden nicht nur das Bauhaus und seine Meister aus Weimar, Dessau und Berlin vertrieben, sondern auch die Schülerinnen und Schüler. Ihre Architektur, Kunst und Gestaltung wurde von den Deutschen als entartet oder als Kulturbolschewismus verunglimpft. Sie wurden verfolgt weil sie nicht in das Bild der Rechten passten — wegen ihres Glaubens, ihrer Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung, weil sie anderer Meinung waren oder weil sie einfach etwas gegen Nazis hatten.

Mindestens 60 Bauhäusler*innen wurden direkte Opfer rechter Ideologie, saßen in Knästen und Konzentrationslagern, viele konnten vor den Nazis fliehen. Es gab auch einige, die sich mit den Rechten arrangierten, ihnen gehorchten oder verstummten.

17 Bauhäusler*innen wurden von den deutschen Faschisten ermordet.

Mehrere Bauhäusler*innen gingen in den Widerstand, manche in den Untergrund. Einer von ihnen, der Dessauer Bauhäusler Max Gebhard, gestaltete 1932 unter Regie von Max Keilson das Logo der Antifaschistischen Aktion. Die Einflüsse vom Bauhaus sind klar zu erkennen.

Bis heute gibt es unzählige Abwandlungen des ursprünglichen Logos. Es ist mittlerweile weltweit zu finden und gehört mit all seinen Variationen zu den bekanntesten politischen Zeichen. Das Logo der Antifaschistischen Aktion ist somit wohl das berühmteste Werk eines Bauhäuslers.

Ich wollte der Geschichte von Max Gebhard weiter nachgehen und habe mit Schröter von Schroeter und Berger über ihn gesprochen.

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➳ Siehe auch meine Sendung zum Bauhaus

Punks on Air

Die letzte Ausgabe der CORAX-Programmzeitschrift (August/September) hat sich dem Punk gewidmet. In mehrerer Hinsicht ein sinnvolles Anliegen: Punk findet bei Radio CORAX immer wieder statt, Punk und Gesellschaftskritik haben durchaus eine Beziehung (siehe Lipstick Traces) und (wie Jonas Engelmann im Heft herausarbeitet) die Geschichte des Punk spiegelt sich in jener des Radios. Das Magazin kann online hier angeschaut werden (was sich auch aufgrund der darin enthaltenen Collagen lohnt). Das Debatten-Onlinemagazin TRANSIT hat die darin enthaltenen Texte auf ihrem Blog veröffentlicht:

Jonas Engelmann – The End of Radio. Punk, Radio und keine Zukunft

Lisa: RRR für die Revolution. Eine kleine Geschichte der Riot Grrrls

Alexander Pehlemann – I belong to the (late) DT64 generation. Eine audiobiografische UKW-Wegskizze

Reem: Punk Music in the Islamic World. Peace, Unity, and Truth

Außerdem fanden sich entsprechende Inhalte im Programm von Radio Corax wieder. Gemeinsam mit Lisa habe ich Jonas Engelmann über die Kulturgeschichte des Punk interviewt:

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Lisa hat die Autorin Anna Seidel (u.a. Pop-Zeitschrift) über die Geschichte der Riot GRRRls interviewt:

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Gemeinsam mit Nico von Radio Corax haben wir über Bücher zur Punkgeschichte (Please kill me | Punk Rock – Die ganze Geschichte | Verschwende deine Jugend) gesprochen:

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Und zuletzt haben wir ein paar Leute aus dem Bekanntenkreis über ihre Ansichten zum Punk befragt. Mit dabei waren auch John, George, Paul Ringo & Richard mit ein par Akustik-Nummern:

Wutpilger Streifzüge 10-2018

In vielen Ausgaben der Sendereihe „Wutpilger-Streifzüge“ habe ich mich mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt. Dass es dabei um eine Sympathie mit der Sache des Kommunismus geht ist unausgesprochen klar. Aber was denken Kommunistinnen heute, was wollen sie, welche Vorstellung haben sie von Kommunismus? Diesen Fragen bin ich in der aktuellen Ausgabe nachgegangen – und habe dafür einige meiner kommunistischen Freunde befragt. Die Sendung kommt im Oktober mit Überlänge daher. Danke an die Freunde, die mir Rede und Antwort standen!

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Abschied von der SPEX

Im Editorial ihrer aktuellen Ausgabe hat die Musikzeitschrift SPEX angekündigt, das Erscheinen zum Jahresende einzustellen. Auch wenn ich SPEX in den letzten Jahren nicht mehr verfolgt habe und mir ihr Ansatz oft zu postmodern war (ich gleichwohl viel gute Musik durch Spex entdeckt habe, nicht zuletzt einen meiner Lieblingsmusiker), glaube ich, dass das Ende der SPEX ein Verlust ist. In einem Radio-Beitrag verabschiede ich mich von der SPEX. Gemeinsam mit Roger Behrens (Testcard) und Nico von Radio CORAX gehe ich den Frage nach, was die SPEX war und was kritischer Popjournalismus bedeuten kann.

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Erhart Löhnberg: Linkssozialist, Antifaschist und Marx-Interpret

Erhart Löhnberg wurde 1903 als Sohn eines jüdischen Arztes geboren. In der Weimarer Republik betätigte er sich in pazifistischen und linken studentischen Gruppen. 1937 musste er vor der Verfolgung der Nationalsozialisten fliehen. Im bolivianischen Exil bemühte er sich um die Organisierung einer antifaschistischen Einheitsfront, er gehörte zum deutschen Emigranten-Komitee Das Andere Deutschland und betätigte sich als undogmatischer Linkssozialist. Zurück in Deutschland veröffentlichte er 1975 eine Einführung in die drei Bände des „Kapitals“ von Karl Marx und kommentierte darin auch die Debatten um die Interpretationen und Probleme marx’scher Theorie. Heute ist sein Leben und Werk so gut wie vergessen.

Auf verdienstvolle Weise hat Nathanael Wolff zum Lebensweg von Erhart Löhnberg geforscht und die Resultate in einem Text beim Online-Magazin Kritische Perspektive zusammengefasst. Darin geht er auch auf Stärken und Schwächen der Marx-Interpretation Löhnbergs ein. Ich habe mit Nathanael Wolff ein Interview über Löhnberg geführt. Das Interview beginnt mit der Frage danach, warum Löhnberg heute so vergessen ist.

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Ruhe und Ordnung in Halle

Ruhe und Ordnung – Roman aus dem Leben der nationalgesinnten Jugend“ ist der Titel eines Romans von Ernst Ottwalt. Schauplatz dieser Autobiografie ist die Stadt Halle. Ottwalt schildert die Folgeereignisse der Novemberrevolution in Halle – dies aus der Sicht eines Freikorps-Soldaten und Spitzels in revolutionären Arbeiterkreisen. Ottwalt beschreibt nicht nur einen Teil der Stadtgeschichte Halles, sondern legt auch eine psychologische Studie über jenes Milieu vor, aus dem später die nationalsozialistische Bewegung entstand. In seinem weiteren Lebensweg wechselte Ottwalt die Seiten und wurde zu einem Kommunisten – er bewegte sich im Umfeld des linken Malik-Verlags und arbeitete mit Bertolt Brecht zusammen. Ich habe das Buch gemeinsam mit meiner Kollegin Christina im Morgenmagazin von Radio Corax vorgestellt. In Halle ist zur Zeit eine Ausstellung über den Malikverlag zu sehen.

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Wutpilger Streifzüge 09-2018

In der aktuellen Ausgabe der Sendereihe „Wutpilger-Streifzüge“ habe ich mich mit der Geschichte des Bauhaus auseinadnergesetzt. Es geht darin insbesondere um linke Debatten ums Bauhaus und ein mögliches Erbe, das das Bahaus birgt. Grundlage ist ein Interview mit Hans Christ, Direktor des Württembergischen Kunstvereins Stuttgart, wo zur Zeit eine Ausstellung über „50 Jahre nach 50 Jahre Bauhaus 1968“ zu sehen ist. Musik: Béla Bartók, Le Syndicat Electronique.

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Wutpilger Streifzüge 08-2018

Für die August-Ausgabe der Sendereihe Wutpilger-Streifzüge habe ich ein Feature über schwarze Fabrikrevolten 1968 in Detroit produziert. Das Feature basiert einerseits auf dem Text „DRUM Beats Detroit – Schwarze Fabrikrevolten 1968“ von Christian Frings, Felix Klopotek, Malte Meyer und Peter Scheiffele und andererseits auf einem Interview zum Thema, das ich mit Felix Klopotek geführt habe. Dieses Interview fand statt im Rahmen einer CORAX-Sendereihe über 1968.

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Wutpilger Streifzüge 07-2018

In der Juli-Ausgabe der Sendereihe Wutpilger-Streifzüge widme ich mich der Punk- und Straßenpoesie. Zu hören ist die Vertonung eines Punk-Fanzines, das ich vor einigen Jahren in Weimar in die Hände bekommen habe: „… und wahrlich, die Straßen sehnen sich nach mir“.

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Wutpilger Streifzüge 06-2018

In der Juni-Ausgabe der Sendereihe Wutpilger-Streifzüge habe ich mich ein weiteres mal mit 1968 beschäftigt – dieses mal in einer Art Recycling: Zu hören ist eine Ausgabe des Magazins Midnight Notes, die ursprünglich 1998 beim Hamburger FSK gesendet wurde. Die Sendung konzentriert sich vor allem auf eine Schilderung des Pariser Mai 1968: Der Aufstand der Studenten, die Dynamik des danach folgenden Generalstreiks und das Ende der traditionellen Linken. Material sind dabei vor allem die Schilderungen des libertären Trotzkisten Maurice Brinton, der im Mai 1968 in Paris zugegen war. Der zweite Teil der Midnight-Notes-Sendung ist im Audioarchiv dokumentiert.

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Brigitte Reimann: Franziska Linkerhand

Später erst habe ich begriffen, daß in einer Gesellschaft, die den Frauen gleichen Lohn für gleiche Arbeit zahlt (darüber gibt es nichts zu reden), daß bei uns noch andere ungeschriebene Gesetze walten, die in einer von Männern beherrschten Welt gemacht worden sind, – die werden mitgeschleppt, zäh und dumm und als ein Joch, unter das man unseren Nacken beugt, nicht anders als das verfluchte Man-tut-das-nicht meiner Eltern …

Soll das heißen: sie stellt die Prinzipien des sozialistischen Städtebaus in Frage? Die Dogmen – ja, sagte sie. Schafheutlin stemmte die Fersen gegen den Boden. Die Komplexe zum Beispiel? – Ein Haufen Angerdörfer. – Aber die ökonomisch günstigste Lösung. – Aber Mord an der Stadt. – Für sie spielt Ökonomie natürlich keine Rolle. – Und Sie denken nur in Wohnungseinheiten …

Mit diesen Zitaten sind zwei zentrale Stränge des Romans „Franziska Linkerhand“ von Brigitte Reimann hervorgekehrt: Die Emanzipation der Frau und die Frage des Städtebaus in der DDR. Was „Franziska Linkerhand“ – ebenso wie die Literaturverfilmung „Unser kurzes Leben“ von Lothar Warneke – gegenüber den meisten heutigen Literaturerzeugnissen auszeichnet, ist, dass das Alltags- und Berufsleben und die damit verbundenen Konflikte zum Sujet erhoben werden, ohne dass der Inhalt dadurch banal würde. Ich habe den Roman gemeinsam mit meiner Kollegin Christina im Morgenmagazin von Radio Corax vorgestellt:

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Wutpilger Streifzüge 05-2018

In der Mai-Ausgabe von Wutpilger-Streifzüge habe ich ein ausführliches Interview gesendet, das ich mit Kazimir und Negator geführt habe. Es geht darin um den Pariser Mai 1968 und die Rolle der Situationisten darin. Das Interview fand im Vorfeld eines Vortrags und eines Workshops im Rahmen der Reihe Kunst, Spektakel & Revolution statt. Das Interview war außerdem Teil einer Sendereihe über 1968, die hier (fortlaufend ergänzt) dokumentiert wird.

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Besuchen Sie Freiburg im Breisgau

Denn es ist eine sehr schöne Stadt. Hier gibt es Schwarzwaldberge, eine schöne Altstadt mit Münster, Ochsenbrust in Meerrettichsoße und: die Säule der Toleranz. Die Säule und die Probleme auf dem Augustinerplatz waren erst kürzlich wieder eine Schlagzeile wert. Hören Sie, was es damit auf sich hat:

Besuchen Sie Halle an der Saale

Denn es ist eine sehr schöne Stadt. Hier gibt es Leberbrötchen, Halorenschnecken, einen 24-Stunden-Edeka, eine Rotlicht-Ralley, einen großen Boulevard und: das Denkmal des wilden Mannes. All das kann untenstehend angehört oder hier nachgelesen werden.

Guten Appetit!

An dem ein oder anderen Punkt haben sie Recht

Ein gewisser Quextrott Feeper hat ein Flugblatt der Halle’schen AG No Tears for Krauts kommentiert, das Halle’sche Debattenmagazin „Transit“ hat den Kommentar veröffentlicht. Ein immer noch sehr lesenswerter Text zu einigen Ausfällen der AG ist hier veröffentlicht. Ansonsten sollte man sich eher den Gegenständen der Debatte selbst zuwenden, als sich an der AG abzuarbeiten – diese Herren haben sowieso kein Interesse an einer Diskussion.

Anmerkungen zu einem Flugblatt der AG No Tears for Krauts

Ein Flugblatt der AG No Tears for Krauts pöbelt gegen eine Antifa-Demo, die es sich vorgenommen hat, die Kampagne gegen das Hausprojekt der Identitären in Halle mit einer dezidiert feministischen Willensbekundung zu verbinden. Der Schwerpunkt eines solchen Flugblatts lässt sich denken: Da die Demonstranten nicht die Kritik des Islamismus ins Zentrum rücken, ist ihr gesamtes Anliegen verkehrt, gar „Appeasement gegenüber dem Islam“. Der Vorwurf der AG an die Antifa-Demo geht dabei einen kleinen psychologischen Umweg: Der Aufwand, den die Organisatoren der Kampagne und der Demonstration betreiben, resultiert für die AG nicht aus bestimmter Weltsicht, Argumenten, politischer Motivation – die unzureichend, verkehrt, kritisierenswert sein können – sondern es handelt sich um eine Vermeidungsstrategie. All das Organisieren, Argumentieren, Demonstrieren der geschmähten Antifas geschieht nur aus einem einzigen Grund, der sich hinter ihren offiziellen Verlautbarungen verbirgt: Um nicht über den Islam sprechen zu müssen. (mehr…)

Raban Radio Online

Eine von mir sehr geschätzte Radio-Genossin hat einen Blog erstellt, auf dem sie Interviews, Beiträge und Features online stellt. Den möchte ich nicht einfach nur in meine Linkliste aufnehmen, sondern explizit darauf hinweisen: Es lohnt sich, ein wenig darauf rumzustöbern. Schwerpunktthemen sind bisher Flucht und Exil im zweiten Weltkrieg, Literatur der Zwischenkriegszeit und Tod & Freitod. Auf weitere Themen darf man gespannt warten.

1968 – eine nationale Erfolgsgeschichte?

Auf dem Debatten-Magazin Transit habe ich einen Text über einige Aspekte der Revolten um das Jahr 1968 herum veröffentlicht. Es ist die extended version eines Textes, den ich für die April/Mai-Programmzeitung von Radio Corax geschrieben habe. Transit wird die übrigen darin enthaltenen Texte im Laufe der nächsten Wochen Stück für Stück veröffentlichen (u.a. Peter Birke über das „proletarische“ 1968 und Bernd Gehrke über 1968 in der DDR). Ergänzend sei auf das Büchlein „Mai 68 – Die Subversion der Beleidigten“ von Maurice Brinton hingewiesen – ein sehr lesenswerter Bericht über die Mai-Ereignisse von 1968 in Paris. Überhaupt lohnt sich ein Blick in das Programm von bahoe books. Hinweisen möchte ich außerdem auf den Vortrag „Der Beginn einer Epoche? Eine kurze Geschichte von Detournement und Récupération des Mai ’68“ am 24.05.2018 in Weimar und auf den darauf folgenden Wochenendworkshop über 1968.

Über einige Aspekte der Revolten um das Jahr 1968 herum

Wenn im Jahr 2018 öffentlich über das 50-jährige Jubiläum von 1968 nachgedacht wird, dann wird nur ein Teil der Öffentlichkeit eine nachträgliche Dämonisierung vornehmen. Konservativen und Rechts-Nationalen ist 1968 ein Lehrbeispiel dafür, dass einem utopischen Aufbruch ein dämonisches Gewaltpotential innewohnt – sie ziehen eine direkte Verbindung von den vorlauten Schwärmereien eines Rudi Dutschke zu den Kugeln aus den Gewehren der RAF. Und sie warnen vor dem viel zu großen Einfluss, den die 1968er noch heute auf unsere Öffentlichkeit haben. Ein anderer Teil der Öffentlichkeit – und vielleicht ist es der größere – wird 1968 als Erfolgsgeschichte erzählen. Hier gilt 1968 als ein Aufbruch, der unsere ganze Öffentlichkeit, Kultur und Politik gründlich modernisiert und zivilisiert hat, der uns heute in Freiheit und Pluralität leben lässt, ein Aufbruch, der so sehr zur deutschen Geschichte dazu gehört, dass man gründlich stolz darauf sein kann. Tatsächlich haben viele wichtige Persönlichkeiten der gegenwärtigen Politik und Kultur mit 1968 ihre Karriere begonnen – und so ist 1968 ein Teil ihrer persönlichen Erfolgsgeschichte. (mehr…)

Wutpilger Streifzüge 04-2018

In der April-Ausgabe von Wutpilger-Streifzüge habe ich ein paar Dichtungen aus dem Freundeskreis einsprechen lassen und in eine hörbare Collage eingefügt. Es geht um Subkultur, Rausch und die Frage nach dem anderen Leben.

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Einige der in der Sendung erwähnten Fotos von Patrick Liebach können hier und hier betrachtet werden. In der Sendung verwendete Musik: Tony Conrad | Yoshi Wada | Charlie Megira | Jonny Kurt vs. Hank the Tank | Mommy Boys | Die Kassierer | NoMeansNo | Robert Schumann.

Von ‚Crisis‘ zu ‚Death in June‘

Über die Grauzone im Neofolk

Fans des ’70er-Jahre-Anarchopunk mögen sich über diese Nachricht freuen: Die britische Band „Crisis“ hat sich wiedervereinigt und wird in diesem Jahr unter anderem auf dem „Wave-Gothik-Treffen“ (WGT) in Leipzig spielen. Allerdings hat diese Nachricht einen faden Beigeschmack – sie ist im Zusammenhang mit einer Diskussion über die Grauzone in der „Schwarzen Szene“ zu sehen. Eine Diskussion, der sich diese Szene nie wirklich gestellt hat. Aus „Crisis“ ist Anfang der ’80er Jahre die Band „Death in June“ hervorgegangen, die das Genre des Neofolk maßgeblich geprägt hat und die sich immer wieder positiv auf die SA und den Strasser-Flügel der NSDAP bezogen hat. Um dieser Gemengelage auf den Grund zu gehen, haben ich ein Interview mit Peter Schulz geführt, der sich immer wieder kritisch mit dem Genre des Neofolk auseinandergesetzt hat. Ich habe ihn zunächst nach einer Definition des Neofolk gefragt.

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Ergänzend sei auf den sehr lesenswerten Text „Ästhetik des Eigensinns – Goth zwischen bürgerlichem Befreiungsideal und Duldung der Barbarei“ aus dem Cee Ieh hingewiesen, an dem Peter Schulz mitgeschrieben hat. In der 7. Ausgabe von „Kunst, Spektakel und Revolution“ werden Magdalena Gerwien und Peter Schulz einen Text über „Schwärze und Dunkelheit im Neofolk“ veröffentlichen. Die Ausgabe ist derzeit in Arbeit und wird in den nächsten Monaten erscheinen. In KSR N°3 schrieben sie bereits über „Risse im Traum – Neue Barbaren in Brechts Nordseekrabben“.



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