Wutpilger Streifzüge 10-2019

Die Oktober-Ausgabe der Sendereihe „Wutpilger-Streifzüge“ ist eine Vertonung des Textes „Die Helden sind leise“ von Ivan Tuw. Ihr hört den ersten Teil des Textes – „Heroische Jammerlappen“. Es geht darin um die ostdeutsche Misere, um die verworrene und schwerlastende Vergangenheit von DDR und sogenannter Wende und um das, was sich dieser Misere entgegensetzt.

Musik: Assel, Stinkhole, Bloodsport, L‘Attentat.

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Wutpilger Streifzüge 08-2019

Die Geschichte der Antifaschistischen Aktion, die Geschichte des Bauhauses, die Geschichte der Arbeiter Illustrierten Zeitung, die Geschichte der Bayerischen und der Ungarischen Räterepublik … Immer wieder findet im Rahmen der Sendereihe „Wutpilger-Streifzüge“ eine Auseinandersetzung mit Geschichte statt – insbesondere mit einem Fokus auf die Geschichte der Arbeiterbewegung. In dieser Ausgabe der Sendereihe „Wutpilger-Streifzüge“ wird den Fragen nachgegangen, welchen Sinn eine Auseinandersetzung mit Geschichte überhaupt macht, welche Motivation und welche Interessen hinter dem Drang zu historischer Auseinandersetzung stehen, warum ein einfach lineares Geschichtsbild abzulehnen ist… Im Feature sind zu hören: Marlene Pardeller, Lilli Helmbold und Julian Kuppe.

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Bauhaus und Nationalsozialismus

Das Bauhaus gilt als Gründungsmoment einer modernen und fortschrittlichen Tradition, die durch den Nationalsozialismus abgebrochen wurde. Bauhaus und Nationalsozialismus erscheinen im kulturellen Gedächtnis als Gegensätze. Bei genauerem Blick kommt diese Entgegensetzung ins Wanken. Es stimmt, dass das Bauhaus von den Nazis aufgelöst wurde und VertreterInnen der Schule von den Nazis verfolgt wurden. Aber der Nationalsozialismus wusste Formelemente des Bauhauses auch zu integrieren. Innerhalb des Bauhauses gibt es gegenüber dem Nationalsozialismus eine große Bandbreite an Positionen: Von aktivem Antifaschismus über Opportunismus und Anpassung bis hin zur aktiven Mittäterschaft.

Kürzlich ist der Sammelband „100 Jahre Bauhaus. Vielfalt, Konflikt und Wirkung“ im Metropol-Verlag erschienen, herausgegeben von Bernd Hüttner und Georg Leidenberger. Darin hat Laura Rosengarten einen Beitrag über Bauhaus und Nationalsozialismus veröffentlicht. Ich habe mit ihr über das Thema ihres Textes gesprochen – zunächst habe ich sie nach den Ursprüngen und Anlässen ihrer Auseinandersetzung mit dem Bauhaus gefragt.

Hinweis zur Korrektur: Es sind 17 BauhäuslerInnen bekannt, die von den Nationalsozialisten ermordet worden sind – im Interview sind irrtümlich andere Zahlen genannt worden.

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Siehe auch:

    Hannes Meyer und das Bauhaus
    Wutpilger-Sendung über den Bauhäusler Max Gebhard
    Wutpilger-Sendung über linke Debatten um’s Bauhaus

Une situation excellente? – Publikation und Radiobeiträge zur Gelbwestenbewegung

Die Translib hat eine Broschüre mit dem Titel „Une situation excellente? – Beiträge zu den Klassenauseinandersetzungen in Frankreich“ veröffentlicht. Das Heft enthält, neben einem Beitrag des Translib-Arbeitskreises selbst, Übersetzungen von Debattenbeiträgen um die Gelbwestenbewegung.

Um das Heft im Radio vorzustellen, habe ich einen hörbaren Rückblick auf die Gelbwestenbewegung zusammengestellt, der zuletzt auch auf den aktuellen Stand der Bewegung eingeht:

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Außerdem habe ich ein Interview mit Marco von der Translib geführt, das einen Einblick ins Heft gibt. Wir gehen darin vor allem auf den größeren historischen Kontext ein, in dem die Gelbwestenbewegung zu verorten ist: Die Krisenentwicklung seit den 70er Jahren und die Strategie des Kapitals, diese Krise in einen Angriff auf Reproduktionsansprüche der Lohnabhängigen umzuwandeln. Dabei gehen wir auch auf die spezifischen Verhältnisse in Frankreich ein:

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Siehe auch meinen älteren Blogeintrag: Zur Gelbwestenbewegung.

Zur politischen Ökonomie des Ostens

Im Vorfeld eines Vortrags, der am 10.07.2019 in der Translib Leipzig stattfinden wird, habe ich ein Interview mit Dominik Intelmann geführt. Diese Art des Nachdenkens über die polit-ökonomischen Strukturen in Ostdeutschland finde ich sehr wichtig und möchte das Interview daher sehr empfehlen. Es geht darin u.a. um die Abwicklung des DDR-Volkseigentums durch die Treuhand, den durch die Wiedervereinigung notwendig gewordenen und verfestigten Staatsinterventionismus, die Umverteilungslogik zwischen den jeweiligen Arbeiterklassen in Ost und West … Ausführlicher hat Dominik Intelmann Aspekte dessen in einem Vortrag dargelegt, der hier nachgehört werden kann. – Im Interview benennen wir u.a. den Arbeitskampf in Bischoferode – eine ausführliche Radiosendung über die Betriebskämpfe im Osten Anfang der 90er Jahre findet ihr hier.

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Die fünf Leben des B. Traven

Der Roman „Das Totenschiff“ von B. Traven wäre nicht ausreichend als Abenteuer- oder Seefahrerroman charakterisiert. Auch wenn er Abenteuerliches erzählt, enthält er eine Zeitdiagnose: Wie Staatszugehörigkeit und nationale Identität im Zuge des 1. Weltkriegs auf neue Weise an Bedeutung gewinnen. Dabei geht es zentral um die Position der Staatenlosigkeit. Der Staatenlose befindet sich in einem Zustand der Rechtslosigkeit, wird von Behörde zu Behörde weiter gereicht und bleibt als Nicht-Person in einem rastlosen Zwischenzustand gefangen. Der Roman beschreibt zudem den Zustand und Alltag des Arbeitslagers, dessen Insassen sich jenseits von Leben und Tod befinden – ein Arbeitslager, das in diesem Fall als Schiff die Meere befährt.

Lange Zeit rankten sich zahlreiche Mythen und Vermutungen um den Romanautoren B. Traven, bis vor Kurzem wurde noch die Vermutung angestellt, dass sich hinter diesem Namen mehrere Autoren verbergen. Bei Edition Tiamat ist jüngst ein Buch erschienen, das verspricht, den Lebensweg und die Identität B. Travens weitestgehend aufzuklären: „Das Phantom. Die fünf Leben des B. Traven“ von Jan-Christoph Hauschild. Ich habe ein Interview mit Hauschild geführt, in dem wir einige Lebensstationen B. Travens besprochen haben. Ich habe ihn zunächst danach gefragt, was für ihn Ausgangspunkt und Motivation der Publikation gewesen ist.

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Wutpilger Streifzüge 06-2019

Die letzte Ausgabe der Sendereihe Wutpilger-Streifzüge hat sich mit dem linkskommunistischen Theoretiker, Philosophen und Aktivisten Karl Korsch auseinandergesetzt. Ich habe dafür mit Felix Klopotek über Leben, Werk, Grundmotive und Organisationsversuche Karl Korschs gesprochen. Jenseits der Sendung ist das Gespräch Teil einer dreiteiligen Interview-Serie mit Felix Klopotek, in dem es um „Revolutionäre Theorie am Nullpunkt“ und die Linie Karl Korsch / Amadeo Bordiga geht. Die einzelnen Interviews können hier nachgehört werden:

    1) Karl Korsch – Theoretiker des linken Kommunismus
    2) Amadeo Bordiga – Theoretiker des linken Kommunismus
    3) Revolutionäre Theorie am Nullpunkt – Korsch-Bordiga.

Zahlreiche Texte von Bordiga in deutscher Übersetzung gibt es hier. Das Hauptwerk von Korsch, „Philosophie und Marxismus“, gibt es bei kommunismus.narod.ru zum Download. Die in der Sendung besprochenen „Züricher Thesen“ (im Original: „Zehn Thesen über Marxismus heute“) gibt es hier zum Nachlesen. Musik in der Sendung: Lifted | Roberto Crippa.

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Wutpilger Streifzüge 04-2019

Die April-Ausgabe der Sendereihe Wutpilger-Streifzüge beschäftigt sich mit der Geschichte zweier Räterepubliken: Der Bayerischen Räterepublik und der Ungarischen Räterepublik. Der Beitrag zur Bayerischen Räterepublik basiert auf Gesprächen mit Peter Seyferth, Sebastian Zehetmair, Simon Schaupp, Bernd Löffler und Thiess Marsen (siehe auch die gesammelten Corax-Beiträge zur Novemberrevolution). Der Beitrag zur Ungarischen Räterepublik basiert auf einem Gespräch mit Christian Koller.

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Über den Regisseur Thomas Harlan

Thomas Harlan gehört zu einer der interessantesten Figuren der Nachkriegs-BRD. Er war ein Regisseur, der überwältigende und verwirrende Filme gemacht hat. Immer wieder hat sich Thomas Harlan in seinen Filmen mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinandergesetzt, nicht zuletzt war dies Teil einer Auseinandersetzung mit seinem Vater Veit Harlan, dem Regisseur des antisemitischen Propagandafilms „Jud Süß“. Eine Beschäftigung mit den Filmen Thomas Harlans führt uns auf die Spuren der Kontroversen der bundesdeutschen Nachkriegszeit, auch im Zuge von 1968 und des deutschen Herbstes. Ich habe mit Chris Wilpert (u.a. Testcard, Destruktive Charaktere) über Leben und Werk von Thomas Harlan gesprochen, wobei wir einen Fokus auf die Filme „Wundkanal“ und „Notre Nazi“ gelegt haben.

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Wutpilger Streifzüge 03-2019

Etwas verspätet kommt hier die Märzausgabe der Sendereihe Wutpilger-Streifzüge. Es geht darin um den Ikarus-Mythos – zu hören ist die Vertonung einer Verarbeitung dieses Mythos von Elfriede Jelinek. Ansonsten gibt es Hardrock, Heavy Metal, Schweres und Langsames. Viel Spaß beim Hören.

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Wutpilger Streifzüge 02-2019

Eine Sendung über die Geschichte der „Arbeiter-Illustrierten-Zeitung“, die von 1921 bis 1938 erschienen ist – ab 1936 umbenannt in „Volks-Illustrierte“. Erst war sie eine Illustrierte Zeitung der Weimarer Republik – später ein Exilblatt. Immer versuchte sie, ein internationales Publikum anzusprechen. Herausgegeben und maßgeblich geprägt wurde sie von Willi Münzenberg. Wie die Arbeiter Illustrierte Zeitung entstand, was das besondere an dieser Illustrierten gewesen ist und welche Formen von Gegenöffentlichkeit hier entstanden sind – darum geht es in der Sendung. Mit einigen Ausführungen zur AIZ hört ihr Lilli Helmbold – musikalisch zu hören ist das Globe Unity Orchestra und Juan Hidalgo.

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Alte und neue soziale Bewegungen

Ich wollte hier sowieso einmal auf die Zeitschrift Arbeit – Bewegung – Geschichte hinweisen – eine Zeitschrift, die früher JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung hieß. Darin sind immer wieder sehr lesenswerte und inspirierende Texte enthalten – nicht nur für das geschichtswissenschaftliche Fachpublikum. Den HerausgeberInnen gelingt es immer wieder, aktuelle Forschungsarbeiten zu spannenden Themenschwerpunkten zusammenzutragen. Kürzlich habe ich mit Ulf Teichmann ein Interview geführt, der gemeinsam mit Christian Wicke für den Themenschwerpunkt der Ausgabe 2018/III verantwortlich gewesen ist: Alte und neue soziale Bewegungen. Im Interview haben wir uns dem Begriff der „Neuen Sozialen Bewegungen“ angenähert, ich habe ihn zum Forschungsstand, zu den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ihrer Entstehung, ihren Beziehungen zu 1968 und zur „alten“ Arbeiterbewegung befragt. Was die Arbeit – Bewegung – Geschichte überhaupt ist, habe ich David Bebnowski (einen der Mitwirkenden) einmal hier gefragt.

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Wutpilger Streifzüge 01-2019

In der Januar-Ausgabe der Sendereihe „Wutpilger-Streifzüge“ sende ich ein längeres Gespräch mit Solaris, Stanley Schmidt und Hobor. Solaris und Stanley Schmidt betreiben das Label „PH17“, auf dem Hobor ein Album veröffentlicht hat. Es geht im Gespräch um die Gedanken, die hinter PH17 stehen, die Bezugnahme auf die Geschichte des Techno, die Abstoßung von gegenwärtig vorherrschender Clubmusik, architektur-historische Bezüge, um die Radikalität und Widersprüchlichkeit elektronischer Musik.

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Von Spartakus zur KPD

Im Zuge der Novemberrevolution kam es vor 100 Jahren auch zur Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands – manche sagen zu spät, manche sagen zu früh. Dabei war die Gründung der KPD von erheblichen inneren Kontroversen geprägt. Ich habe mit dem Historiker Ottokar Luban über die Gründung der KPD gesprochen, wobei wir einen Bogen von der Gruppe Internationale über den Spartakusbund bis zur Parteigründung schlagen. Im Interview erwähne ich die lesenswerte Autobiografie von Karl RetzlawSpartakus. Aufstieg und Niedergang. Erinnerungen eines Parteiarbeiters“. Eine lesenswerte Polemik zum LL-Leichenumzug findet sich hier.

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Deutsche ohne Bahnsteigkarte

Das Transit-Magazin hat am 15.01. (dem 100. Todestag von Rosa Luxemburg) einen Text von Daniel Kulla über die Revolution 1918/19 veröffentlicht (ursprünglich erschienen in der Oktober/November-Ausgabe der Corax-Programmzeitung). Auf Grundlage dieses Textes habe ich im Oktober ein Interview mit Kulla geführt:

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Siehe auch:

    mein Text über die Novemberrevolution in Halle
    weitere Interviews zur Novemberrevolution

Jeder Stadt das Provinzblatt, das sie verdient

Quextrott Feeper hat einen Kommentar über die lokale Berichterstattung über die HaSi bei Transit veröffentlicht:

Für viele überraschend kam kurz vor Weihnachten die Nachricht: Kurz vor einem erneuten Räumungsversuch gibt es eine legale Lösung für das soziokulturelle Zentrum in der Hafenstraße 7 in Halle. Eine erneute Räumung war eigentlich für Dienstag den 18. Dezember angesetzt. Auch wenn sich schon im Vorfeld abgezeichnet hat, dass Gerichtsvollzieherin und hallesche Polizei erneut unterschiedliche Rechtsauffassungen über den Räumungstitel hatten – es sollte nicht soweit kommen. Nach einer Kontaktaufnahme zwischen HaSi-Nutzer*innen und Oberbürgermeister ist erneut ein Ausweichobjekt für die HaSi ins Gespräch gekommen: Das Gelände einer alten Gärtnerei am Galgenberg. Eine Mehrzahl der Nutzerinnen und Nutzer hat sich für dieses neue Gelände entschieden und es ist ein Nutzungsvertrag unterzeichnet worden. Dementsprechend hat es keine erneute Mobilisierung gegeben, um gegen eine Räumung zu protestieren – sondern es hat ein friedlicher Umzug stattgefunden. (weiter…)

Hannes Meyer und das Bauhaus

Von 1928 bis 1930 leitete Hannes Meyer das Bauhaus in Dessau, bevor er vorgeblich wegen politischer Kontroversen das Bauhaus verlassen musste. Auch vor und nach seiner Zeit am Bauhaus hat Hannes Meyer für Diskussionen innerhalb der Architektur gesorgt. Dabei war er am Gebrauch, an einer sozialen Idee des Wohnens und an lokalen Bedingungen des Bauens orientiert.

Thomas Flierl und Philipp Oswalt haben kürzlich bei spector books ein Buch mit dem Titel Hannes Meyer und das Bauhaus. Im Streit der Deutungen herausgegeben. Anlässlich einer Vorstellung des Buches in Berlin habe ich mit Philipp Oswalt – Architekt und Publizist, Professor für Architekturtheorie und Entwerfen an der Uni Kassel, von 2009 bis 2014 Leiter der Stiftung Bauhaus – über das Buch und Hannes Meyer gesprochen.

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Siehe auch meine Wutpilger-Sendung über das Bauhaus und die Sendung über Max Gebhard, in denen Hannes Meyer jeweils ebenfalls vorkommt.

Zur Gelbwestenbewegung

Viel wird über die Gelbwestenbewegung diskutiert – und in hiesigen linken Kreisen tastet man sich langsam zu einer Einschätzung und Bezugnahme hin. Vor dem Jahreswechsel fand in der Leipziger Translib unter dem Titel „Wird es ein Weihnachten geben?“ eine Diskussionsveranstaltung zur Gelbwestenbewegung statt. Ich habe mit Marius ein Interview geführt, der an der Organisation der Veranstaltung beteiligt war:

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Die Translib hat eine deutsche Übersetzung der 42 Forderungen der Gilets Jaunes veröffentlicht. Außerdem finden sich hier Vorläufige Gedanken über die Gilets Jaunes.

Zwischen Weihnachten und Neujahr habe ich außerdem ein Interview mit Max geführt, der immer wieder den Austausch mit Genoss*innen in Frankreich sucht. Hier geht es noch einmal recht grundlegend um den Charakter der Gelbwesten:

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Die Novemberrevolution in Halle

Anlässlich der 100. Jährung der Novemberrevolution hat sich im letzten Jahr die Oktober/November-Ausgabe der Radio-Corax-Programmzeitung diesem Thema gewidmet. Ich habe dafür einen kurzen Text über die Novemberrevolution in Halle veröffentlicht. Das Transit-Magazin hat diesen Text online veröffentlicht. Parallel zur Programmzeitung habe ich im tagesaktuellen Programm von Corax verschiedene Gespräche über die Novemberrevolution geführt, die sich hier aufgelistet finden. Hervorheben möchte ich das Interview mit Ralf Hoffrogge über Richard Müller (siehe dazu auch die Wutpilger-Ausgabe), das Gespräch mit Daniel Kulla und das Interview mit Thies Marsen über „100 Jahre Freistaat Bayern – 100 Jahre NSU“ – wobei ich natürlich alle anderen Beiträge auch hörenswert finde. Die Gesprächsserie findet Anfang dieses Jahres ihren Fortgang.

ZENTRUM DER RÄTEBEWEGUNG?

Kurzes zur Geschichte der Novemberrevolution
in Halle und Umgebung

Um die Jahrhundertwende war Halle-Merseburg zu einem bedeutenden Industriezentrum geworden. Die Schnelligkeit und Brutalität der Industrialisierung und die Arbeitsmigration aus dem ganzen Reich führten bald zu einer Radikalisierung des noch im Entstehen begriffenen Proletariats. Halle hatte eine sehr mitgliederstarke Organisation der SPD, die über großen Einfluss in den Belegschaften verfügte und dem linken Flügel der Sozialdemokratie angehörte. Die hallische SPD hatte enge Kontakte zu Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Franz Mehring und solidarisierte sich mit denjenigen Abgeordneten der SPD, die gegen die Kriegskredite gestimmt hatten. So wie diese aus der Reichstagsfraktion wurde die hallische Bezirksorganisation im März 1916 aus der SPD ausgeschlossen. Kurz darauf trat die heimatlose hallische Parteiorganisation nahezu geschlossen der USPD bei, die von den Kriegsgegnern innerhalb der SPD gegründet worden war. Auch innerhalb der USPD galt der hallische Verband als besonders links und es bestanden Kontakte zur 1914 gegründeten „Gruppe Internationale“ (ab 1916 „Spartakusbund“). Trotz der Nähe dieser Fraktionen innerhalb der Arbeiterbewegung gründete sich auch in Halle 1919 ein Ortsverband der KPD, woraufhin USPD und KPD in einem Konkurrenzverhältnis standen. (mehr …)

Depression, Katastrophe, Piblokto

Für alle Frustrierten, Depressiven, Negativen dokumentiere ich hier eine Weihnachtssendung, die ich 2015 produziert habe und die in der Zwischenzeit schon bei Magazin und Audioarchiv erschienen ist. Die Collage-Sendung enthält Überlegungen zu Depression, Aufstand und Streik. Teil der Sendung sind außerdem ein prosituationistisches Hörspiel aus den 80ern und ein Gleichnis von Franz Jung. Viel Spaß beim Hören und fröhliches Scheitern!

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